Volltext : Der Weltkrieg. II. Band. (2)

 

 

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Die  Katastrophe  des  russischen  Heeres  in  Galizien.

Glänzender  Sieg  der  verbündeten  Heere  vor  Lemberg.

Eine  französische  Abteilung  in  der  Champagne  zusammengeschossen.  —  Vier  französische  Flugzeuge  heruntergeschossen.  —

—  Fahrten

und  Taten  des  „11  51“.  —  Niedergeschlagenheit  in  Frankreich  und  England.  —  Stürmische  Auftritte  in  der  französischen  Kammer
gegen  die  Drückeberger.  —  Die  russische  Niederlage  in  Galizien.  —  Die  Grodekstellung  genommen,  die  ganze  russische  Front
im  Wanken,  Tausende  von  Gefangene  und  zahlreiches  Kriegsmaterial  erbeutet,  allgememer  Rückzug  der  Russen.  —  Gärung  im
Innern  Rußlands.  —  Abermalige  Beschießung  der  italienischen  Ostküste.  —  Große  feindliche  Blutopfer  vor  den  Dardanellen.

Die  Rriegslage.

Der  amtliche  österreichische  Bericht.

WIR.  Amtlich  wird  verlautbart:


Russischer  Kriegsschauplag.

Die  galizische  Schlacht  dauert  fort.  Im  Ansturm
  gegen  die  zusammenhängenden  russischen
Verteidigungestellungen  an  und  nördlich  der
Wereszuca  erkämpften  die  Truppen  der  verbündeten
  Armeen  Stellung  um  Stellung.

Grocck  und  Romarno  flud  genommen.

An  der  Nordfront  wurde  das  südliche  Tanew-User
  vom  Feind  gesäubert,  Ulanow  nach  heftigem
  Kampf  besetzt.

Südlich  des  oberen  Dujestr  schreitet  der  Angrisf
  der  verbündeten  Truppen  fort.

Die  Orisprupnc  der  Remee  Pflanzer  hat
neue  schwere  rufssische  Kngriffe  wiccker  blultig
zurückgeschlagen.

Italienischer  Kriegsschauplatßz.

An  der  Jsonzofront  und  der  Kärtner  Grenze

trat  nach  den  lebten  erfolglosen  verlustreichen
Vorstößen  der  Italiener  Ruhe  ein,  die  nur  durch
Plänkelei  und  siellenweises  Geschützseuer  unterbrochen
  ist.

Ein  gestern  nachmittag  wieder  bei  Plawa
angesetzter  seindlicher  Angriff  wurde  schon  im
Keim  durch  Geschützfeuer  erstickt.

Im  Tiroler  Grenzgebiet  wurden  italienische
Abteilungen,  die  gegen  die  Gebirgsübergänge
ösllich  des  Fassa-Tales  vorzugehen  versuchten,
allenthalben  abgewiesen.  Der  erfolglose  Angriff
  auf  die  Plateaus  von  Folgaria  und  Lavarone
  wurde  vom  Feind  eingestellt.

In  den  wenigen  „erlöllen“  Ortschaften
des  Grenzgebiels  drangralleren  die  Kaliener
die  Bevölkerung  durch  Kushebung  von  Geirein
  und  brutalc  Gewaltsmahregeln.

Der  Stellverlreter  des  Chefs  des  Generalstabs:
von  Höfer,  Feldmarschalleutnant.

·  ·  n

WITB.  Großes  Hauptauartier,  den
20.  Juni,  vormittags.  Amtlich.

Westlicher  Kriegsschauplatz.

Nördlich  des  Kanals  von  La  Bassee  und
auf  der  Front  nördlich  Arraos  wiesen  wir  mehrere
  feindliche  Teilangriffe  blutig  ab.

In  der  champagne  wurde  eine  franzoai#che
  Abteilung,  die  bel  Fertbes  nach  einer
minensprengung  angriff,  zufammengesiMossen.


Wien,  19.  Juni.

 

Unternehmungen  der  Franzosen  gegen  unsere
Vorposten  im  Parroy-Wald  führten  zu  örtlichen
  Kämpfen,  bei  denen  wir  die  Oberhand
behielten.

In  den  Vogesen  wird  Münster  von  den
Franzosen  heftig  beschossen.  Erneute  feindliche
Angriffe  im  Fechitale  und  südlich  waren  ersolglos.


Aus  einem  feindlichen  Fliegergeschwader,  das
ohne  militärischen  Schaden  anzurichten  Bomben
  auf  Iseghem  in  Flandern  warf,  wurde  ein
eFlugzeug  herausgeschossen,  mehrere  andere  zu
schleuniger  Umkehr  gezwungen.  Ein  weiteres
feindlicheo  Flugzeug  wurde  in  der  Champagne
über  Vonziers  heruntergeholt.

Oestlicher  Kriegsschauplatz.

Russische  Angrifse  gegen  unsere  Linien  in
Gegend  Szawle  und  Angustow  wurden  abge
schlagen.  Einige  Vorstöße  kleinerer  Abteilun
gen  führten  zur  Wegnahme  der  feindlichen  Vor
stellungen  bei  Budt,  Przysicki  und  Zalesie  (o##t
lich  der  Straße  Praszunsf:;  Myezinie).

Südbstlicher  Kricgsschauplatz.

Südlich  der  Pilica  nahmen  Truppen  der
Generalobersten  v.  Monrich  in  den  letzten  Ta
gen  mehrere  feindliche  Vorstellungen.

die  Nrmee  des  Gcneralobersten  v.  Machensen
  hat  die  Örodekstellung  genommen.

Zu  Beginn  des  gestrigen  Tages  rückten
deutsche  Truppen  und  das  Korps  des  Feld
marschallentnants  v.  Arz  zum  Angriff  auf  die
star!  verschanzten  feindlichen  Linien.  Nach  hart
näckigen  Kampfen  waren  am  Nachmittag  fast
durchwegs  die  in  mehreren  Reihen  hinlereinan
der  liegenden  seindlichen  Gräben
auf  der  35  km  langen  front  nordich  von
Lanom  bis  Ruta.Obedpnska,  suduwestlich

Kawaruska  ernürmt.
Am  Abend  war  der  Feind  bie  hinter  die  große
Straße  Zolliew  (nördlich  Lemberg)-Nawaruska
geworfen.

Unter  dem  Druck  dieser  Niederlage  ist  der
Gegner  heule  nacht  auch  aus  der  Anschlußstel
lung  zwischen  Grodek  und  den  Dujestr-Sümpfen
gewichen,  hart  bedrängt  von  österreichisch-un
garischen  Truppen.

Zwischen  den  Dujestr-Sümpfen  und  der  Stru.
Mündung  hat  der  Feind  das  südliche  Ufer
des  Dujestr  geräumt.

Oberste  Heeresleitung.

——

 

Die  nussen#n  Gallzien  auf  d.  Rückzug.
WIB.  Wien,  20.  Juni.  Amtlich  wird
verlautbart  vom  20.  Juni  10  Uhr  vorm.  :
RAuf  der  ganzen  front  aus  der  Weres.
2öca,Stellung  zuruchgeworfen,  tuck  a##c
Ruffen  feit  benie  3  Uhr  vormittags  überall
um  Buckzug.
Der  stellv.  Chef  des  Generalstabes:
von  Höfer,  Feldmarschalleutnant.
·  a  1

Der  amtliche  österreichische  Bericht.

WITR.  Wien,  Amtlich  wird  verlautbart:


Russischer  Kriegsschauplat#.

Die  Fortsetzung  der  kraftvollen  Offensivc  der
verbundeten  Armeen  führte  gesiern  in  der
Schlacht  bei  Magierow-Grodek  zu
einem  neuerlichen  vollen  Sieg  über
cdie  feindlichen  Armeen.

Nad.  Forcierung  des
Wiedereroberung  von

20.  Juni.

San  und  nach  der
Przemysl  erzwang  der
Erfolg  der  verbundeien  Truppen  in  der  Durch
bruchsschlacht  zmiscken  Lubazomka  und  dem
Oberen  Dujestr  am  15.  Juni  den  weiteren
Nückzug  des  mittlerweile  durch  Heranführung
zahlreicher  Verstarlungen  wieder  schlachtkräftig
gewordenen  Feindes.  Dieser  wich  damals  unier
schweren  Verlusten  in  öüllicher  und  nordöstlicher
Richtung  zurück.

An  den  folgenden  Tagen  brachte  die  russische
oberste  Heeresleitung  zur  Deckung  der  galizischen
Landeshauptstadt  nochmals  die  Reste  der  geschlagenen
  Armeen  zusammen,  um  in  der  durch
das  Terrain  starken  und  gut  vorbereiteten  Wereszyca-Stellung
  unser  Vordringen  endlich  zum
Stehen  zu  bringen.

Nach  heftigen  Kämpfen  hat  der  Ansturm  der
heldenmütigen  verbündeten  Truppen  auch  diesmal
  wieder  die

ganze  rufsische  Front  zum  Wanken
gebracht.

Schon  in  den  Nachmittagsstunden  war  die
seindliche  Stellung  im  Angriffsraum  der  Armee
  des  Generalobersten  von  Mackensen  um
Magierow  durchbrochen.  Der  Feind  begann  gegen
  Rawaruska  und  Zolliew  zurückzugehen,
während  er  an  der  Wereszyca  noch  erbittertlen
Widerstand  leistete.

Nachts  erstürmten  Teile  der  Armee  Boehm-Ermolli
  die  feindlichen  Stellungen  beiderseits
der  Lemberger  StaWß.  Hleichzeitig  drangen

 

die  übrigen  Korps  dieser  Armee  überall  in
die  fseindliche  Hauptstellung  ein.

Seit  3  Uhr  vormittags  sind  die
Nussen  auf  der  ganzen  Schlachtfront

im  Rückzuge
somohl  in  der  Richtung  auf  Lemberg,  als  nördlich
  und  südlich  davon.  Die  verbündeten  Armeen
  verfolgen.

Neuerdings  fielen  Tausende  von
Ge  fangeneu  und  zahlreiches  Kriegsmatertal
  in  die  Hände  der  Sieger.
——  —  —

Am  oberen  Dujestr  beginnt  der  Feind  seine
Siellungen  zu  räumen.

An  der  Front  der  Armee  Pflanzer  gräff  e#
an  mehreren  Siellen  ernent  an.  wurde  jedoch
unter  selr  bedentenden  Aerlusten  zurückgeschlagen.

Italienischer  Kriegsschauplatg.

Nach  leichter  Abweisung  schwächerer  nalienischer
  Angriffe  auf  Plava  Ronchi  und  Monsalcone
  trat  auch  gestern  an  der  Jsonzofront
wieder  Ruhe  ein.  Hier  und  an  der  Kärntner
Grenze  schießt  die  feindliche  Artillerie  ohne
Wirkung  gegen  unsere  Befestigungen.

Bei  dem  von  mindestens  einer  Brigade  gefuhrien,
  belanntlich  uberall  abgeschlagenen  Angriff
  auf  unsere  Stellungen  östlich  des  Fassatales
  hatte  der  Feind  erhebliche  Verluste.  Vor
einem  Stützpunkt  allein  wurden  175  italienische
Leichen  gezöählt.

Der  Stello.  des  Chefs  des  Generalstabes:

von  Höfer,  Feldmarschalleutnant.

Algemelnes  vom  eieg.

Deutsche  Kriegsgefangene  als  Hasenarbeiter.


Geuf,  2/1.  Juni.  Zu  Dockarbeiten  und  zum
Ausladen  von  Schiffen  im  Hafen  von  Bordeaur
  wurden  200  deutsche  Kriegsgefangene
verwendet.  Ihre  Arbeit  befriedigte  derart,  daß
die  Behörden  um  Entsendung  weiterer  1400
deutscher  Kriegsgesangener  ersuchten.  Sie  erhalten
  Löhnung  und  genießen  gewisse  Freiheiten.
  (3.)

Die  Jahresklasse  1917  in  Frankreich.

Paris,  20.  Juni.  Nach  dem  „Temps“
sind  die  Vorarbeiten  des  Aushebungsausschusses
  für  die  Jahresklasse  1917  beendet.  Die
Ausbebungen  fur  ganz  Frankreich  werden  am
13.  Juli  beendet  lein.  (3.1

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