Sein rastloser Geist war unerschöpflich in der Auffindung neuer Punkte,
wo dem allgemeinen Besten nachgeholfen werden konnte, wobei er natürlich die
Behörden in steter Spannung erhielt, welchen er unabläßig auf seine, in das
innerste Wesen der bürgerlichen Verhältnisse gehende Art Fragen stellte und
gründlich beantwortet haben wollte, weil er nirgend etwas zu thun geneigt
war, wo nicht Vernunft und praktische Erfahrung Vortheil versprachen. Deshalb
suchte er eifrig jede Gelegenheit, von praktisch erfahrenen Leuten die nöthigen
Einzelheiten zu erforschen, um seinem umfassenden Geiste für seine Anordnungen
das nöthige Material zu geben.
Hier einige Beispiele von der bis ins Kleinste gehenden Sorge für die
Förderung gewerblichen Lebens. Am 15. Oktober 1784 befahl er dem General-Direktorium,
„genau nachzusehen und zu untersuchen, ob hier im Lande
genug Seifensiedereien vorhanden wären, von allen Arten, besonders auch von
dergleichen Seife, die bei denen Fabriken und Färbereien gebraucht würde,
damit solche nicht auswärtig hergestellt werden dürfe.“ Zwei Jahre früher
suchte Friedrich den Verbrauch der Lumpen zu Zunder auszurotten, um die
Papierfabrikation zu erleichtern. „Die Leute,“ schrieb er deshalb, „welche Lumpen
einsammeln, müssen Schwamm bei sich führen und solchen gegen Lumpen
vertauschen, denn damit können sie eben so gut Feuer anmachen, und wenn
das einmal in der Gewohnheit ist, so werden Lumpen genug zusammengebracht.
Dann ist es die Sache des Sortirens der Lumpen, daß das recht gemacht wird.
Eine solche Papiermanufaktur ist hier im Lande höchst nöthig, denn zu Berlin
werden jetzt so viele Bücher gedruckt, daß jährlich 40,000 Thaler für Druckpapier
aus dem Lande gehen.“ Kabinetsordres ähnlicher Art sinden sich in
großer Zahl.
Die Ausbildung des Berg= und Hüttenwesens in den preußischen Staaten
beginnt von seiner Regierung. Schon vor dem siebenjährigen Kriege hatte er
sein Augenmerk darauf gerichtet; im Jahre 1768 wurde ein Berg= und Hütten-Departement
errichtet, welches später unter dem aus sächsischen Diensten nach
Preußen gerufenen Stifter der Freiberger Bergakademie, Freiherrn von Heinitz,
den er 1777 zum wirklichen Staatsminister in dem Generaldirektorium
ernannte, namentlich in Schlesien glänzende Ergebnisse für den Steinkohlengewinn
veranlaßte. Erst die nachkommende Generation genoß die reichen Früchte
dieser segenbringenden Aussaat. Mit eben dem Eifer wurden die anderen Erzeugnisse
des Bergbaues von ihm berücksichtiget.
Die Fabrikation in baumwollenen Waaren schreibt sich in ihrem bedeutenderen
Umfange von der Regierung Friedrichs des Großen her; ebenso
die Kattundruckerei. Die erste Kattundruckerei Berlins, Dü Plantier aus
Gerf, erhielt 1741 vom Könige einen Vorschuß von 1000 Thalern auf zehn
Jahre, eine Beihülfe zur Miethe und zu den Geräthschaften. Also auch für
diesen Betriebszweig, in welchem unser Vaterland die reichsten und gewerb-