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K. 4.
Die Anlegung der Grundbücher erfolgt von Amtswegen, sobald die
Grundsseler-Verinessimgsarbeiten bis zum Nachweis der Besitzer und des Flächen-
inhalts der einzelnen Grundstücke abgeschlossen sind. ç
Das Grundbuchamt erhält eine Abschrift des auf Grund dieses Nachweises
aufgestellten Flurbuches. ¾
Sobald das Grundbuchamt diese Abschrift erhalten hat, ladet es die als
Eigenthümer der einzelnen Grundstücke bezeichneten Personen behufs Anlegung
des Grundbuches von Amtswegen vor.
K. 6.
Die nach F. 5. Geladenen sind verpflichtet, dem Grundbuchamte
1) ihre unmittelbaren Rechtsvorgänger zu nennen,
2) den Rechtsgrund anzugeben, vermöge dessen das Eigenthum auf sie
übergegangen ist,
3) die darauf sich beziehenden Urkunden oder andere Beweisstücke vorzu-
legen, und
4) alle auf dem Grundstücke haftenden Beschränkungen des Eigenthums,
Eigenthumsvorbehalte, dingliche Rechte und Hypotheken anzuzeigen,
auch auf Verlangen des Grundbuchamtes einen Auszug aus den
Steuerbüchern (Steuer- oder Hebungsregister) mit der Bescheinigung
vorzulegen, daß spätere Eigenthumsveränderungen nicht bekannt ge-
worden sind.
Das Grundbuchamt ist verpflichtet, dem vom Eigenthümer be-
san Berechtigten Mittheilung von der geschehenen Anzeige zu
machen.
Auch hat das Grundbuchamt den vom Eigenthümer nicht an-
ezeigten Berechtigten, deren Vorhandensein ihm aus den bisher ge-
sehrhn Protokollbüchern oder anderweitig amtlich bekannt ist, von der
nicht erfolgten Anzeige ihrer Berechtigung Mittheilung zu machen.
S. 7.
Das Grundbuchamt kann die Befolgung der Ladung (§. 5.) und die Er-
füllung der den Geladenen im §. 6. auferlegten Verpflichtungen unter Andro-
hung von Geldstrafen bis funfzig Thaler erzwingen. ·
FA.
Wenn der gemäß 8. 6. ermittelte Eigenthümer eines Grundstuͤckes zugleich
durch ein gesetzlich nach Grundstücken angelegtes Protokollbuch (Realfolien) als
solcher nachgewiesen ist, so wird derselbe als Eigenthümer in dem Grundbuche
eingetragen. K“