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Monument zum Gedächtnis des großen Jahres, in welchem das deutsche
Kaiserreich neu erstanden ist, errichtet werde.
Da jedoch die Vorbereitung und Ausführung eines solchen monumentalen
Baues eine längere Reihe von Jahren erfordert, die weitere
Benutzung der überaus mangelhaften Räume des Abgeordnetenhausesaber
mit großen Uebelständen verknüpft gewesen wäre, so wurde am Schlusse
der ersten Reichstagsession die Errichtung eines einstweiligen Reichstagsgebäudes
beschlossen und dank der eifrigen Förderung seitens des
Reichskanzlers Fürsten von Bismarck in der kurzen Zwischenzeit von
einigen Monaten trotz erheblichen, unerwarteten Schwierigkeiten glücklich
vollendet.
Dieser Parlamentsbau ist ein schönes Zeugnis von der außerordentlichen
Leistungsfähigkeit unserer Berliner Architekten und Handwerker.
Wenn schon der in vierzehn Tagen für den Einzug der
Truppen hergestellte Schmuck der Siegesstraße Zeugnis davon ablegte,
daß Bismarcks Wort „er werde sich Architekten aus Wien oder London
kommen lassen müssen,“ zu den etwas starkgeflügelten gehörte, so zeigte,
was hier in drei Monaten unter den schwierigsten Verhältnissen geleistet
worden, in schlagendster Weise, daß unsere heimischen künstlerischen
Kräfte sehr wohl der schnellgestaltenden Entwickelung unseres
Staatslebens zu folgen im stande sind. Nur freilich mußte man
auch hier den Mut haben, mit der schwerfälligen Verwaltungsmaschinerie
zu brechen und die richtigen Leute an die richtige Stelle zu setzen.
Bismarcks Wort hatte sich auf ein Gutachten bezogen, das die Ministerial-Baukommission
mit der Forderung eines weit längeren Termins
abgegeben hatte. Im entscheidenden Augenblicke trat der Oberbaurat
Hitzig ein und legte nach zwei Tagen das Projekt vor, das
noch gerade während der letzten Stunde des Parlaments genehmigt
werden konnte.
Durch das Hinzuziehen anderer Baumeister, besonders des Professors
Gropius und Schmieden wurden für den Bau tüchtige Kräfte
aus dem Kreise der selbständig arbeitenden Berliner Architekten gewonnen
und so im harmonischen Zusammenwirken unter Hitzigs
Leitung ein Werk vollendet, das nicht nur den gestellten Anforderungen
auf das Vollkommenste entsprach, sondern auch trotz der gewaltsamen
Beschleunigung künstlerisch durchgebildet war.
Das Gebäude der Porzellanmanufaktur mußte erst von den seit
mehr als einem Jahrhundert dort aufgespeicherten Vorräten, Formen
und Gerätschaften geräumt werden. Kaum waren die Arbeiten im
Gange, als die Arbeitseinstellungen der Bauhandwerker begannen, die