58 Friedrichs Stellung zu Siegfried.
Schloß Kadolzburg.
Nach einem Aquarell von H. Grñnewald.
Gemahlin, die vom Volke „die schöne Else“ genaunte Kurfürstin Elisabeth,
welche statt des Kurfürsten die Regierung führte, mit Erfolg ihnen entgegen
treten konnte. Zwar den Schweriner Herzog gewann Friedrich durch die Hingabe
von Dömitz und Gorlosen völlig, aber die Stettiner Herzoge erneuerten den
alten Bund mit Däncmark, Stargard, den Herren von Werle, ja wußten auch
die Hochmeister in Preußen und Livland, sogar den König Sigmund selbst auf
ihre Seite zu ziehen. Nunmehr mußte Friedrich persönlich wieder in die Marken
kommen, aber noch ehe er einen Erfolg errungen, folgte er der Weisung desselben
Sigmund, der nicht nur die Oberlehensherrlichkeit Brandenburgs über
Pommern wieder aufgehoben, die Neumark mit dem deutschen Orden vereinigt,
sondern mit Friedrichs Feinden sich gegen diesen verschworen, zu einem Reichstag
tne nach Wien. Auch wirkte die politische Lage hier doch soweit auf Sigmund ein,
daß nunmehr wieder ein besseres Verhältnis zwischen ihm und dem Markgrafen
hergestellt wurde, und wenn dessen Sohn Johann, der auf dem Landtage zu
Rathenow zum Statthalter in der Mark bestellt wurde, im folgenden Jahr
unter wenig günstigen Bedingungen mit Pommern und Mecklenburg Frieden
schließen mußte, damit nur die Kräfte frei würden für einen neuen Reichskrieg
gegen die Husiten, so hatte Friedrich doch, wie immer er die Aussichtslosigkeit
der Reichsreform beklagen mochte, die Genugthunng, seinen mehrfach empfohlenen
Weg der Verständigung mit den Böhmen auf dem Konzil zu Basel als Notwendigkeit
anerkannt zu sehen und an dem Abschluß der Prager Kompaktaten
mitzuwirken.
Doch wenn Kurfürst Friedrich — wir kennen nicht recht seine Gründe —.
sich nun ganz von der Mark zurückzog, so hatte er sich doch auch hier wie wenig später
ein habsburgischer Kaiser unterrichtet wurde, den Ruhm erworben, ein Spiegel
der Sittlichkeit und Rechtschaffenheit zu sein, durch seine Tugenden sich selbst verherrlicht
und den Namen seines Hauses weit und breit in der ganzen Welt be-