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bevölkerung des Reiches (rund 18300000 Personen) wohnte, zeigen, daß im Vergleich zum
Vorjahre namentlich während der Monate August und Juli, demnächst im Januar, April,
März und Februar die Sterblichkeit geringer war, wogegen während der Monate September
bis Dezember, auch schon im Mai mehr Todesfälle vorgekommen sind. Allein während der
Monate Juli und August sind in den 301 Ortschaften des Reiches 18999 Kinder des
ersten Lebensjahres weniger als im Vorjahre, d. i. um 47/18 % weniger, gestorben, und
die Gesamtsterbeziffer für die Monate August und Juli war von 25,, und 24,1 im
Jahre 1901 auf 17, und 17. im Jahre 1902 gesunken. Auf je 1000 Lebendgeborene
sind in jenen 301 Ortschaften des Deutschen Reiches
während der Monate Juli und August 1901: 395, dagegen
2 2 „ „ 1902 nur 214 Kinder des ersten
Lebensjahres gestorben.
Untersucht man, wo im Deutschen Reiche eine Zu= oder Abnahme der Sterbefälle unter
den Angehörigen der vier Altersklassen am deutlichsten sich gezeigt hat, so ergibt sich folgendes:
a) Unter Säuglingen verringerte sich die Zahl der Sterbefälle im Königreich
Sachsen von 40 328 auf 34590, d. i. um 14/,8 % im Herzogtum Braunschweig um 23½6 ,
in Sachsen-Coburg-Gotha um 15 %, innerhalb Preußens in der Mark Brandenburg um
21,5 % in Berlin um 21,1%, in Pommern sogar um 21,,%, dagegen nahm sie zu in
Elsaß-Lothringen (um 21%/%), in Hessen (um 3,6 %), in Schaumburg-Lippe (um 24,8 0)
und in der Bayerischen Pfalz (um 7,6 ½).
b) Unter Kindern von 1—15 Jahren hat die Zahl der Sterbefälle in Bayern
um 2,7½, in Elsaß-Lothringen um etwa 6% zugenommen; auch in Oldenburg, Hessen,
Hamburg, der Rheinprovinz, Schleswig-Holstein und Lübeck nahm sie etwas zu, dagegen
hat sie in ganz Preußen um 7, %, im Königreich Sachsen um 6,, % in Württemberg
und Baden um mehr als 20% abgenommen, besonders stark auch in Waldeck (34,7 %),
und innerhalb Preußens in Westpreußen (21 %), sowie in Brandenburg, Berlin (19/6 %),
Posen und Pommern.
e) Eine Abnahme der Sterbefälle unter Personen der mittleren Altersklasse
zeigte sich am deutlichsten in Sachsen-Coburg-Gotha (8%), Anhalt (8%), Elsaß-Lothringen
(6,, %), Oldenburg (5,1%), wogegen eine Zunahme dieser Sterbefälle in Hessen (um
3 %%), Hessen-Nassau (5,/,„%), der Rheinprovinz (1,7 %), Sachsen-Meiningen (2,, %),
Pommern, Schleswig-Holstein, Hannover, Ostpreußen, Schaumburg-Lippe, Waldeck, am
stärksten in Lippe (13,, %) und Hamburg (8,' ⅝%) beobachtet wurde.
d) Unter Personen von 60 und mehr Jahren hat die Zahl der Sterbefälle nur
in Elsaß-Lothringen, in Oldenburg mit Lübeck und in den beiden Fürstentümern Schaumburg-Lippe
und Lippe abgenommen, sonst überall zugenommen, z. B. in Württemberg um
5,1%, in Hamburg um 7 0, in Ostpreußen um 10,1% und in Pommern sogar um 10,,%.
Die Frage, welche Todesursachen während des Jahres 1902 häufiger oder
seltener als im Vorjahre Sterbefälle herbeigeführt haben, ist bereits auf Grund der aus den
größten Orten des Deutschen Reiches eingegangenen monatlichen Ausweise in den „Veröffentlichungen
des Kaiserlichen Gesundheitsamtes“ erörtert (Jahrg. 1903, S. 1350). Darnach
war in den zum Vergleich stehenden Orten die Gesamteinwohnerzahl nach der gewohnten
Schätzung von 17515949 auf 18054524, also um 3,1%% gestiegen; dagegen war die Zahl
der Todesfälle namentlich an Brechdurchfall, Unterleibstyphus, akuten Darmkrankheiten und
Masern erheblich gesunken, weniger die an Diphtherie, Kindbettfieber und Lungenschwindsucht,
auch hatte die Zahl der tödlichen Unglücksfälle abgenommen, während die Zahl der
Selbstmorde gestiegen war.
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