106 Johann Herolt.
inwonner der statt, Sigmundt Weinbrenner!) genant, ein besonder
dicht darvon, darinnen er begriff, das sollich insignia ein besunder
anzaigung were, das der almechtig Gott ein besonder aufsehen hett,
das gemein statt Hall christlich unnd wol guberniert wurdt. Wann
durch die hannd würt Gott der allmechtig himelisch gewaltig vatter®,
durch das creutz Christus unnser erlöser, und den adler so beyde
schilt beschleust, das einsprechen des heilligen geists, drey person,
unnd die rötundt unnd circumferentz der müntz die (einig) unnd
ewig gottheit (bedeut®), durch welche müntz die inwoner der guettigkeit
Gottes sich ermannen, seiner grundtlosen güette danckhsagen,
der [sie] so vätterlich und gewaltig begnadt” unnd erhelt, das sie,
wie wir sehen, von tag zu tag zunemmen. Der herr geb gnad, das
sie in christenlicher gehorsame Gott dem almechtigen ein gelüpt
volckh pleiben.
Von dem namen stettmeysterr.
Hall ehe die zwo vorstett iennerhalb Kochen unnd Gelbinger
gasz umbmaurt®, zu stett geworden, hat man den obersten zu Hall
einen burgermeister, wie dann gewonlich zu allen andern stetten
(genennt®). Nachdem aber die‘ vorstatt iennerhalb Kochens lang
nach der rechten stadt umbmauert unnd zu einer statt verordnet ?),
wie*® du oben von sant Johanneskirchen findest, auch die Gelbingergasz
nit lang umbmauert, dann ich ein frawen gesehen, die sagt,
ir altınutter sei zu nacht von Gelbingen hinein in Gelbinger gassen
&) genant, ein meistorgesang, als man Jio Hällischen pfenning gemtüntzt anno 1494, und an
sanct Thomastag auezgiengen IT!. b) Gottes allmächtigen himlischen vatters gewalt T.
c) aus H'!;, einigkeit S4!. d) aus T; bedeutent St!, e) sich St!. f) das er sich irer
so vatterlich annimpt unnd so gewaltig sie begnadet 7. g) erbaut T, h) aus T, fehlt
in St! ji) beede T. k) wie — gangon fehlt T.
kommen überein. — Über Weinbrenners Deutung und über den ursprünglichen
Sinn dieser Bilder ». oben: „Vom ersten Regiment und Ordnung des Rats", S. 50.
1) Sigmund Weinbrenner (auch „Weynberner“, oder bloss „Sigmund“)
erscheint in den Steuerrechnungen des Gem. Archivs von 1494—1515 als vielverwendeter
Stadtbote. Die Widmansche Chronik (2. B. F. 67 des Fränk.
Vereins, Bl. 139) weiss weiter von ihm zu berichten, dass er Schuhmacher
gewesen und im Jahr 1472 durch Erscheinungen der 14 Nothelfer, mit denen
er auf dem liinkorn begnadet worden war, zu der länger andauernden Wallfahrt
auf den Einkorn Veranlassung gegeben hulıe. Somit ein Kollege des Hans
Sachs, der aber mit den Qualitäten des Schuhmachers und Poeten noch die des
Stadiboten und Schwärmers verband.
2) Die Vorstadt jenhalb Kochens, nämlich St. Katharina und im Weller;
mit der Ummauerung wurde nach Hausser, Schwäb.-Hall S. 52 begonnen 1324 und
das ganze Werk 1538 vollendet.
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