Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

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Uummer  39

wurden  im  ersten  Wahlgang  8962  nalionalliberale,
  11  615  Zentrums-  und  38  sozialdemokratische
  Stimmen  abgegeben;  in  der  Stichwahl
  siegte  dergenennonlegelRen.  mit  12  712
gegen  12  704  Zentrumsstimmen.  Wegen  der
drohenden  Ungültigkeitserllärung  seines  Mandats
  hatte  dann  Abg.  Kölsch  Ende  des  vergangenen
  Jahres  sein  Mandat  niedergelegt.  Mit  dem
Ausgang  der  Wohl  sinkt  die  Fraktionssiärle
der  Nationalliberalen  im  Reichstag  von  46  auf
45,  während  das  Zentrum  nunmehr  über  83
Mandate  verfügt.

Fur  Gewerkschaflsfrage.
Eine  bischöfliche  Kundgebung.

HLäöln,  15.  Februar.

Die  „Kölnische  Volkszeitung“  verösfentlicht
eine  Kundgebung  der  geslern  hier  verfammelten
Bischöfe  an  die  Geistlichkeit  ihrer  Diözesen,  oie
von  dem  Bischof  von  Köln  und  den  Bischöfen
von  Trier,  Osnabrück,  Hildesheim,  Paderborn
und  Münster  unterzeichnet  ist.  Die  Kundgebung
besagt:

Die  Oberhirten  der  niederrheinischen  Kirchenprovinz
  und  den  ihr  angeschlossenen  Diözesen
halten  angesichts  der  zur  Zeit  in  weiten  Kreisen
des  katholischen  Volkes,  namentlich  in  den  groben
  Industriezentren  ihrer  Sprengel  hinsichtlich
der  gewerkschaftlichen  Organisation  entstandenen
  Bennruhigung  für  zweckenaßig,  die  Grundsätze
  für  die  Haltung  der  Mitglieder  katholischer
Arbeitervereine  und  der  katholischen  Arbeiter
überhaupt  in  Erinnerung  zu  bringen.  Auf  dem
Grundsatz  der  katholischen  Kirche  fußend,  daß
die  soziale  Frage  in  erster  Linie  eine  sittlichreligiöse
  Frage  war,  ist  und  bleibt,  wird  betont.
daß  auch  bei  Angelegenheiten,  die  als  „ein
wirtschaftliche“  bezeichnet  werden  und  oit  die
sittliche  Pflichten  mit  berührt,  sittlich-religiöse
Interessen  häufig  sehr  in  Mitleidenschaft  gezogen

werden.  Zu  der  Verkündigung  der  sittlichen
Normen  dieser  Interessen  und  der  Aufsichtsführung
  über  die  Haltung  der  Katholilen  in  dieser
Hinsicht  und  zur  Abwehr  der  Gefsahren,  oie  der
littlichen  Auffassung  und  Haltung  ertwachse  n
können,  sind  der  Heilige  Vater  und  mit  ihm
die  vereinigten  Bischöfe  zuständig  und  verpflichtet.
  Aus  dieser  Stellung  des  kirchlichen  Hirtenamtes
  folgt  dessen  treue  und  outoritative  Wachsamkeit
  über  den  Anschluß  katholischer  Christen
an  die  Vereinigungen.  Diese  Wachsamkeit  sei
nötig  zur  Wahrung  der  Interessen  religiöser
und  sittlicher  Natur.

Die  Fortsetzung  der  Kundgebung  geht  dann
ein  auf  die  päpstliche  Encyklika  „Singulari  quadam“
  vom  24.  September  1912,  die  nach  sorgfälgtigster
  Prüfung  der  An  elegenheit  uno  der
Einholung  gutachtlicher  Aeuher#gen  aller  einzelnen
  deutschen  Bischöfe  erlassen  wurde,  und
sogt  dann:  Daß  die  katholische  Kirche  nach  den
in  dieser  Enzilila  dargelegten  Grundsätzen  in
erster  Linie  ihre  Empfehlung  und  Förderung  rein
katholischen  Bereinen  zuwenden  muß,  ergibt  sich
aus  der  dargelegten  Aufgabe  des  lirchtich  en  Hirtenamtes.
  Demgemäß  wenden  auch  die  Odrrhirten
  der  Diözesen  ausnahmolos  ihre  Liebe
und  Unterstützung  den  katholischen  Standesvereinen
  und  insbesondere  den  katholischen  Arbeitervereinen
  zu,  weil  diese  Vereine  s-wohl  durch
ihre  Zusammensetzung  und  ihre  Satzungen  wic
den  engeren  Anschluß  an  die  kirchliche  Autoritãt
  am  ehesien  die  Gewähr  dafür  bieten,  daß
die  latholischen  Grundsätze  voll  zur  Geltung  gelangen.
  Wo  die  lakholischen  Arbeitervereine,  die
zugleich  den  gewerkschaftlichen  Interessen  der
arbeitenden  Klassen  dienen,  mit  den  zum  Sckutze
der  wirtschaftlicher  Interessen  genügendem  Erfolge
  eingeführi  #d  oder  friedlich  eingeführt
werden  können,  u  re  es  in  keiner  Weise  zu  bil- 



 

Rosenelmer  Antzeigeßñ

ligen,  daß  katholische  Eeuer  sich  den  interlonfessionellen
  Gewe  rkschaften  anschlössen.

Wo  dies  nicht  der  Fall  ist,  hat  der  Heilige
Stuhl  in  wohlwollender  Berücksichtigung  der
örtlichen  allgemeinen  Verhältnisse  die  Duloung
und  die  Erlaubnis  der  Mitgliedschaft  von  Katholilen
  bei  den  in  Deutschland  bestehenden  christlichen
  Gewerkschaften  unter  jenen  besonderen
Versichtsmaßr  eln  ausgesprochen,  die  der  Stellung
  und  der  ?:  Pich  des  kirchlichen  Amtes  entsprechen
  und  daher  jedem  Katholiken  als  durch
die  Umstände  geboten  erscheinen  müssen.  Diese
Vorsichtsmaßregeln  sind  folgende:  An  erster
Stelle  dafür  zu  sorgen,  daß  katholische  Arbeiter,
  welche  Mitglieder  solcher  Gewerkschaften
sind,  zugleich  den  katholischen  Arbeitervereinen
angehören.  Ferner  müssen  Gewerkschaften,  da-Fant
  Katholilen  beitreten  können,  sich  allem  fernhalten,
  was  grundsätzlich  oder  tatsächlich  mit
den  Lehren  und  Geboten  der  Kirche  wie  mit
den  Vorschriften  der  zuständigen  lirchlichen  Obrigkleit
  nicht  un  Einklang  sieht.  Auch  dürfen  katholische
  Mitglieder,  ##e  Gewerlschaften  angehören,
niemals  zulassen,  daß  dieselben,  in  der  Sorge
für  die  westüchenm.  Angelegenheiten  der  Mitglieder

  sich  durch  Wort  und  Tat  irgendwie  mit
Ö2  von  dem  obersten  kirchlichen  Lehramt  oerkündeten
  Vorschriften  in  Widerspruch  setzen.

Die  Kundgebung  anerlennt  weiter,  daß  die
selbe  höchste  Autorität,  die  solche  Normen  aufgestellt
  hat,  zu  deren  authentischer  Auslegung
allein  zuständig  ist.  Die  Entscheidung  darüber,
ob  die  Organisation  sich  in  Widerspruch  mit  dem
Silttengesetz  der  latholischen  Kirche  setzt,  hal  sich
der  Heilige  Stuhl  vorbehalten.  Die  Frage  soll
daher  nicht  der  Gegenstand  einer  Polemil  seiten
latbolischer  Kreise  werden.  Indem  die  Kundgebung
  alle  Beteiligten  ermahnt,  für  die  Beobachtung
  der  dargelegten  Grundsähe  lätig  zu
sein,  versicherte  sic,  daß  der  Heilige  Vater  sowohl
  wie  die  Unterzeichneten  für  ihre  vielsachen
Nöte  und  Bedrängnisse  vollstes  Verständni  und
innigste  Teilnahme  haben.

Ein  Wort  des  Generalsekretärs  der
Gewerlschaften.

Zum  Gewerkschaftsstreit  erllörte  in  einer  Versammlung
  latholischer  Arbeiter  der  Generalsekretär
  Stegerwald  vom  Gesamtverbandder  chrifllichen
  Gewerlschaften,  daß  sich  die  christlichen
Gewertschaften  lunstig  nicht  mehr  mil  der  Verliner
  Richtung  der  Integralen  auseinandersetzen
würden.  Die  chrisilichen  Gewerlschaften  würden
auch  in  dem  gegenwärtigen  Streit  in  der  Rolle
des  Zuschauerd  verharren,  da  sich  für  sie  seit
dem  Essener  Kongresse  nichts  ereignete.  was
sie  zu  einer  neuen  Stellungnahme  veranlassen
lönnte.  Seit  dem  Essener  Kongreß  liege  nur
die  Tatsoche  vor,  daß  Kardinal  Kopp  von  der
bekannten  Interpretation  der  Gewerkschaftsenzyklila
  zurückgetreten  sei,  was  aber  nichts  Wesent.
liches  sei,  da  der  Kardinal  stete  ein  Gegner
drhriilhen  Gewerkschaften  war.  Der  Brief  2
Kardinals  Kopp  an  den  Grasen  Oppersdorf  ha
be  also  leine  neue  Lage  für  die  christlichen  Gewerkschaften
  geschaffen.  Das,  worum  sich  der
Streit  drehe,  sei  eine  Art  Einflusses  der  kirchlichen
  Instanz  zen  auf  nicht  rein  lirchliche  Angelegenheiten.
  Die  Gewerisch  asten  lehnten  künftig  es
ab.  sich  mit  diesen  Fragen  zu  beschäftigen,  die
mehr  auf  politischem  und  kechenpolitischem  Gebieie
  aus  gelragen  werden  müßten.  Dagegen  liege
den  latholischen  Arbeitern  in  diesem  Streite  eine
große  Aufgabe  ob,  weil  sie  bei  einer  Verichärfung
  oder  einer  Andauer  de  Streites  mehr  zu
verlieren  hätten  wie  die  chriinchen  Gewerkschaften.
  Die  katholischen  Arbeiter  hätten  alle  Veranlassung
  zu  erklären:  Wir  geben  dem  Staate
was  des  Staates  ist,  wir  geben  der  Kirche,  was
der  Kirche  ist,  aber  wir  geben  auch  dem  Arbeiler,
  was  des  Arbeiters  ist.  —  Die  Erllärung
weckte  in  der  Versammlung  ostentativen  Bei-—.


2.
—

 

–

Hof-  und  personalnacheichlen.

Wien,  15.  Febr.  Prinz  Heinrich  vonpu  *
zu  Liechtenstein,  Fürstgroßprior  des  M
teserordens  für  Böhmen  und  Oestereeich.  #al.
glied  des  Herrenhauses  und  des  Aeierreichischen
Reichsrates,  ist  in  Tulln  im  Alter  von  60  Jahren
  geslorben.

Soziale  Kundschau.

wien,  15.  Febr.  Die  in  das  Handeleministerium
  einberufene  große  Tarifkommission  der
österreichischen  Buchdrucker  hat  ihre  Beratungen
  beendet,  während  zahlreiche  Fragen,  über
die  eine  Einigung  zwischen  den  Parteien  nicht
zu  erzielen  war,  vom  Schiederichter.  Sektions.
chef  Mataja,  dem  sich  der  Präsident  der  deutchen
  Tarifgemeinschaft,  Kommerzienrat  Büxenlein,
  zur  Verfügung  stellte,  teils  durch  Vergleich,
teils  durch  Schiedespruch  erledigt  wurden.  Damit
ist  der  Tariflonflikl  —  Buchdruckergewerbe  erledigt.
  Die  Wiederauf####  c  der  Arbeit  wird
vom  16.  Februar  an  erfolgen.

Perschiedene  Nachrichlen.

Dillenburg  (Westerwald),  15.  Febr.  Gesiern
  Abend  wurde  dem  Direktor  Schulz  von  der
Gemerlschaft  Constanze  bei  Langenaubach  durch
einen  seiner  Arbeiter,  einem  Kroaten,  in  seinem
Zimmer  mit  einer  Art  die  Schädeldecke  zertrümmert.
  Der  Täter  ist  geslüchtet.  Veranlassung
  zu  der  Tat  gab  die  Entlassung  des  Arbeiters.
  Der  Zustand  des  Direktors  Schulz  ist
hoffnungslos.

Gelsenkirchen,  15.  Febr.  Hinter  dem
Sanitätsrat  Dr.  la  Noche,  der  seit  einiger  Zeil
vermißt  wird,  ist  ein  Sleckbrief  erlassen  worden
wegen  Verbrechens  gegen  das  keimende  Leben.
D  Roche  erfreute  sich  des  größten  An- 



 

Dr.  la
sehens,  war  lange  Jahre  Stadtverordneter  uno
Vorstand  mehrerer  Kriegervereine.

Lourdes.  Welch  ungeheure  Anziehungskraft
  Lourdes  für  die  katholische  Welt  ausübt,
beweist  eine  interessante  Statistil,  die  wir  der
Nr.  2  des  „Journals  de  la  Grotte  de  Lourdes“
entnehmen.  Im  Jahre  1913  wurde  Lourdes
von  131  Kardinälen,  Erzbischöfen  und  Bilschösen
  und  78  anderen  hohen  lirchlichen  Würoenträgern
  und  Prälaten  besucht.  Der  Nationalität
nach  waren  von  den  131  Kardinälen,  Erzbischösen
  und  Bischösen  56  aus  Frankreich,  14
aus  Italien,  6  aus  Irland,  4  aous  Spanien,
4  aus  Portugal,  2  aus  England,  2  aus  Belgien,
je  einer  aus  Deutschland,  Oesterreich,  Holland
und  Ungarn,  5  aus  Asien,  5  aus  Mfrika,  26
aus  Amerika,  3  aus  Ozeanien.  68  700  (im  Vorjahr
  65  000)  hl.  Meßopfer  wurden  in  Lourdes
  dargebracht,  890  000  (im  Vorjahr  791  000)
hl.  Kommunionen  ausgeteilt.  Die  Aerzte  wenden
  Lourdes  und  seinen  wunderbaren  Heilungen
immer  größere  Aufmerksamkeit  zu.  Lourdes  war
1913  von  670  Aerzten  gegen  560  im  Vorjahre
besucht.  Die  Gesamtzahl  der  Pilger,  die  1913
zur  Lourdesgrotte  kamen  beträgt  ungefähr  eine
Million,  davon  kamen  260  153  Pilger  auf  organifi
  erte.  Pilgerzüge,  und  zwar  260  377  Pilger
in  343  Pilgerzüge  aus  Frankreich,  u.  52  770  Pilger
in  151  Pilgerzügen  aus  anderen  Ländern.  Las
kalholische  Deutschland  ist  mit  9575  Pilgern  in
29  Pilgerzügen  vertreten.  Aus  Belgien  kamen
40  Pilgerzüge  mit  15  278  Pilgern,  aus  Irland
5  Züge  mit  4000  Pilgern,  aus  Spanien  26
Züge  mit  14728  Pilgern.  Mit  den  491  Pilgerzügen
  kamen  9946  Kranke  nach  Lourdes.
In  den  Piscinen  mwurden  142  659  Bäder  (im
Vorjahr  130  056),  und  zwar  42723  an  Manner
  (im  Vorjahr  41  079)  und  99  936  an  Frauen
(im  Vorjahr  88  971)  verabreicht.  Für  das

 

Weae.  Er  nahm  die  angebotene,  bewafrete
Eskorte  an,  meinte  jedoch.  man  möge  Durands
Leiche  mit  einem  Tupend  auserlesener  Opale
auslösen.

„Gut,  tun  Sie  nach  Ihrem  Gutdünlen,  doch
ich  kann  nicht  einsehen,  wie  die  Mönche  ein  Anrecht
  darauf  haben  sollen.

Sie  haben  auch  lein  Anrecht  darauf;  aber
sie  haben  viel  erlitten,  um  die  Opale  zu  erlangen.“

Nun,  Dirbe  sollen  eben  leiden.“  Man  lam
jedoch  überein,  Charters  Vorschlag  entsprechend
vorzugehen  und  binnen  einer  Stunde  machte  sich
der  Zug  auf  den  Weg;  man  hatte  eine  Tragbahre
mitgenommen,  in  der  Hoffuung,  darauf  Va
zu  seiner  letzten  Heimstätte  bringen  zu  lönnen.

Grau  und  finster  tauchte  das  Kloster  vor
ihnen  auf.  Anson  sehze  einen  eisernen  Klingelzug
in  Bewegung  und  sofort  wurde  ein  lkleines,  vergitterter
  Guckloch  geössnet  und  ein  blasser,
asketischer  Mönch  blickte  bindurch.  „Wir  wünschen
euern  obern  oder  ersten  Priester  zu  'sprechen.  ir
sind  gekommen,  um  den  Körper  des  Engländers,
der  tot  im  Kloster  liegt,  auszulösen.  Wir  lassen
dem  Oberpriester  sagen,  daß  unser  Lösegeld  aus
einem  Geschent  ausgewählter  Opale  besteht.“

#  Guckloch  wurde  geschlossen.  Sie  warteten
ungefähr  zwanzig  Minnten,  bis  sie  wieder  ein
Lebenszeichen  aus  dem  Kloster  vernehmen  konnten.
Dann  hörten  sie,  wie  drinnen  Rieg  el  zurückeschoben
  wurden.  Die  Torflügel  gingen  -al  und
7  **i  den  Oberpriester  des  Klosters  und
hinter  ihm  stand  in  feierzicher  Aufstellung  dicht
gedrängt  eine  Anzahl  von  Mäönchen.

.Wir  sind  da,  um  *⅜l¾  um  den  Leichnam  des
Engländers  zu  ersuchen,  d  er  in  der  vergangenen
Nacht  hier  seinen  Tod  gefunden  hat,“  sprach
Charters.  „Ich  biete  Ihnen  diese  kostbare  Steine,

 

wenn  Sie  uns  den  Leichnam  meines  Freundes
ausfolgen.“

Worten  hatte  Charters  die

46n  „Fucher  trat  vor  und  schaute  sie  gierig  an.

bin  damit  einverstanden,“  sagte  er

seniss  „der  Tole  soll  Ihnen  überbeben  werden.“

„Die  Achtung,  die  den  Toten  gebührt,  ist,  wie
ich  hosse,  doch  nicht  verleut  worden!?“

„M.  arum  sollte  der  Sahib  vermuten,  daß  es
anders  sei?

Nun,  es  ist  gestern  nacht  hier  nicht  gerade
ruhig  zugegangen.  Emige  von  den  Mönchen
wurden  verietzt?“

rei  sind  tot.“

Ich  fürchtete,  daß  Sie  dies  dem  Toten  entgelten
  Fe  würden.“

„Unsere  Brüder  sind  nur  zur  Volllommenheit
  binitbergewandel..

citer  wurden  zwei  ihrer  Priester  —  nun,
wir  haben  sie  in  einiger  Entsernung  von  hier
zuruchgelafsen.  Sind  sie  heimgekehrt?

t  Priester  lächelte.

*  war  unser  Vruder,  der  das  Alarmzeichen
  .  Wir  wollen  die  Leiden  unserer
Brüder  ##ht  ahnden,  da  Sie  dafür  belohnt  werden.
  Ls  war-  süc  den  Altar  unserer  Götter.“

werden  Sie  uns  also  den  Leichnam

auslitfern  und  diese  Edelsteine  ientgegennehmen.
gem  Sahib  den  Leichnam
übergeben.  Wenn  der  Sahib  5  die  Edelsteine
bun  resche  machen  will,  so  werden  wir  dankbar

5Gewiß  Eie  können  die  Steine  haben.“

Der#  riester  gab  ein  Zeichen  und  fast  in
selben  Augenblicke  brachten  vier  Mönche  a
einem  Maume  in  der  Nähe  des  Tores

—  ——  —  —

 

Vahre,  die  mit  einem  weißen,  goldbestickten  uuche
bedcckt  wa
Crauers  schlug  die  Decke  am  Kopfende  zu.
rück.  Es  war  Turand.  Selbst  im  Tode  no#
waren  seine  Züge  ruhig,  hart,  zuversichtlich  und
lächelnd.
Charters  Oberpriester  die
Opale.  Tie  Zeremonie  war  zu  Ende  und  der
Zug  lehrte  nach  Colombo  zurück.
er  Fremde,  der  jen  den  englischen  Fih
bof  dort  besucht,  wird  ein  Grab  sinden,  das  d
Juschrift  kragt:
l  arles  Duraud

übergab  dem

ee
Nach  der  an  Jagd  des
Leb
Auf  der  Heimreise  q  England  erst  ersuhr
Eslelle  die  Geschichte  von  dem  Kloster  und  seinen
Abentenern.  Der  auf  der  Stelle  gesable  Entschluß,
nie  einen  von  den  Edelsteinen  zu  tragen,  mag
nur  natürlich  erscheinen.  Sie  wollte  in  der  Ehe
nicht  an  die  Gefahren  erinnert  lein.  die  damit
verbunden  waren,  um  sich  ren  Besitz  zu
setzen,  und  durch  die  sie  0  ien  Vater  oder
ihren  Gatten  verloren  häit
Opale,  die,  wie  allgemein  ugegeben
wurde,  die  schönsten  waren,  die  je  engusubd  g
welieren  vorgelommen,  Wellen  einen  hohen

reis.  So  war  es  möglich,  daß  das  sernere
Leben  Mulerer  8  in  Frieden  und  behaglicher
  Ruhe  d
Ende.
—————..  [  —.—d—.n———

 

Dieñstaã,  17.  Februär  1914

Jahr  1914  sind  bereits  wieder  eine  große  Anebl

  Pilgerzüge  aus  allen  Ländern  angemel-51%%

  ow,  15.  Febr.  Die  Schuhfabrik  der
schotusschen  Schuhmachergenossenschaft  ist  durch
Feuer  zerstört  worden.  Der  Schaden  bettägt
30  000  Pfund  Sterling.  1500  Arbeiler  verlieren
ihre  Beschäftigung.

Newyorl,  15.  Febr.  Els  Todesopfer  find
allein  in  Newyork  infolge  der  furchtbaren  Kälte
zu  verzeichnen.  Die  Bevölkerung  leidet  furchtbar
unter  der  Unbill  der  Witterung.  In  den  Krankenhäusern
  werden  Hunderte  von  Personen  behandelt,
  denen  einzelne  Gliedmaßen  ersfroren
sind.  Durch  die  Eisbildung  ist  die  Schissahrt
schwer  behindert.  Eisbrecher  sind  unausgesett  ir
Tätigleit,  um  wenigstens  den  Ambroie-Kanal,
der  die  Bucht  von  Newyork  mit  dem  offenen
Meere  verbindet,  freizuhalten.

Münchener  Neuigkeilen.

Künchen,  15.  Febr.  Ein  in  der  kriminellen
Abteilung  der  Pflegeanstalt  Haar  in  einer  Fsolierzelle
  untergebrachter  gemeingesährlicher  Geisteskranker.
  der  wegen  schwerer  Körperrerletzung
zu  vier  Jahren  Zuchthaue  verurteilt,  dann  aber
nach  Haar  überwiesen  worden  war,  überfiel

vorgestern  vormittag  einen  Wärter  und  brachte
ihm  mit  einem  Messer  acht  Stiche  am  Oberkörper
  bei.  Auf  die  Hilferufe  des  Uebersallenen.
eilten  andere  Wärter  herbei,  denen  es  gelang,
den  Nasenden  zu  überwälligen.  Das  Messer
will  der  Kranle  im  Garken  der  Anstalt  unter
einem  Schutthaufen  gefunden  haben.  Der  Wärter,
  dessen  Verletzungen  glücklicherweisenichtschwer
sind,  wurde  in  das  Krankenhaus  r.  d.  J.  gebracht.


 

 

Bayerische  Nacheichlen.

Augsburg,  15.  Febr.  Gestern  Abend  murde
der  Privatier  Kasper  Mülrer  von  einem  Miekautomobil
  in  dem  Augenblick  überfahren,  als
er  die  Straße  überqueren  wollte.  Der  Mann
rannte  direkt  im  den  Kraftwagen  hinein  und
war  sofort  tot.

Füssen,  15.  Febr.  Die  Vuchdruereiresitzerogaltin
  Emma  Gniers,  die  belannttich  den
kürzlich  verstorbenen  Redalkteur  Rerhöufer  auf
seiner  Flucht  begleitete,  isl  kurz  nach  der  bereits
gemeldeten  Amputation  der  beiden  Füß:  in
hiesigen  Distrilte  trankenhause  gestorben.

Regensburg,  15.  Febr.  In  der  vorgestern
abgebranmte:  1  Scheune  wurde,  wie  bereils  gemeldet,
  die  vollständig  verlohlte  Leiche  eines  Maunes
  gesunden;  sie  wurde  nunmehr  als  die  des
Infanteristen  Josef  Heh  der  11.  Kompagnie
des  hiesigen  11.  Infanterie-Regiments  agnin
ziert.  Wie  der  Soldat  in  die  Scheune  lam  und
zugrunde  ging.  ist  noch  nicht  ausgellärt.

Swicsel,  15.  Febr.  Die  Glocken  verkünde,
ten  in  vergangener  Nacht  Großseuer,  und  gleichzeitig
  sah  man  von  hier  aus  im  Südosten  eine
Brandröte  aussteigen.  In  der  zum  Schlobgute
  Oberwwieselau  des  Herin  v.  Poschinger
gehöriten  Dampfsäge  „wieseluu  war  wahrich  inlich
  infolge  Heihlausens  von  Mas  inenlcilen
Feuer  ausgebrochen,  welches  so  rasch  um  sich
griff,  daß  das  ganze  Gebäude  mit  der  jämtlichen
  Einrichtung  abbrannte.  Die  zahlreich  und
rasch  erschienenen  Feuerwehren  von  hier  und
Umgebung  konnten  sich  nur  darauf  beschranken,
die  Bretlerlager  zu  rellen,  was  auch  geiang.
Gastwirt  Häusler  hatte  rechtzeit  ig  den  Einfal,
aus  dem  Dampflessel  den  Dampf  auszulassen.
Er  verbrühte  sich  hierbei  zwar  die  Hand,  beseitigte
  jedoch  die  Explosionsgesahr.

Kürnberg,  15.  Febr.  Am  Donnerstag  wurde
  ein  25jähriger  Konkorist,  namens  Bau,
mann,  wegen  Trunkenheit  auf  eine  Polizeiwa  b
geschafft,  wo  man  ihn  zum  Ausschlafen  in  den
Haftraum  verbrachte.  Der  Angetrumene  wat
anfänglich  noch  lustig  und  sang,  schliej  abet
dann  ein.  Als  nach  einiger  Zeit  ein  Schutzmann
sii  nach  Baumann  umsah,  war  dieser  tot.  Die
stattgehabte  Seltion  der  Leiche  ergab  als  Todesursache
  Herzlähmung  insolge  Alloholvergiftung.


Weiden,  15.  Febr.  In  den  lehten  Tagen
sind  neun  Mäbdchen  aus  der  Umgebung  von
Vilzing  den  Lockungen  eines  fremden  Mannes
gefolgt  und  angeblich  zu  Weinbergarbeiten  nach
Hessen  abgereist.  Sie  erhielken  einen  Vorschuß
von  10  Mark  für  Fahrgeld.  Abgeiehen  davon.
daß  es  sehr  schwer  kontrollierbar  ist,  ob  die
Mädchen  nicht  einem  Mädchenhändler  in  die
Hände  gefallen  sind,  wäre  es  auch  sehr  zu  bedauern,
  wenn  unsere  heimischen  Arbeitekräfte
in  anderen  Staaten  Arbeit  suchen,  wo  doch  gerade
  in  Bayern  mehr  denn  je  Klage  über  den
Dienstbotenmangel  auf  dem  Lande  geführt

—  Ingbert  i.  Pf.,  15.  Febr.  In  St.  Ingbert
  i.  Pf.  war  vor  kurzem  die  Stelle  eines
Totengräbers  und  Friedhofwärters  ausgeschrieben.
  Ein  wie  begehrter  Posten  das  Ul,  geht
aus  der  Tatsache  hervor,  daß  sich  75  Bewerber
  aus  ellen  möglichen  Schichten  der  Bevöllerung
  meldeten.  Da  gab  es  denn  ouck  recht
interessant  abgefaßte  Bewerbungen.  Einer  z.
B.  bemerlte  ausdrücklich,  daß  er  surchllose
was  ihm  seine  Frau  bestätigen  könne.  Den
gel  abgeschossen  hat  aber  ein  anderer,  der  in
seinem  Gesuch  an  den  Stadtrat  diesen  eindringlich
  b  bittet,  doch  leine  #  Stimmen  auf  ihn  zu  ver  ver-