Abriß der Ortsgeschichte. 1099
Eilstes Kapitel.
Bezirksamt Memmingen mit den Landgerichten Memmingen, Grönenbach und
Ottobenern.
Der Verwaltungsbezirk Memmingen ist zusammengesetzt aus den Gebieten
der ehemaligen Reichsstadt Memmingen und Reichsabtei Ottobeuern,
aus den vormaligen Reichsherrschaften Rettenbach und Gottenau
und den reichsritterschaftlichen Herrschaften Eisenburg, Trunkelsberg,
Wespach, aus den zur gefürsteten Abtei Kempten gehörigen Pflegämtern
Grönenbach, Hohenthann und Falken, aus dem der Herrschaft
Marstetten zugehörigen Dorfe Ferthofen und aus dem adeligen
Gut Illerfelr, ferner aus der Ritterherrschaft Kronburg und aus den
zum ehemaligen Reichsstift Roth gehörigen Orten Engelharz, Kardorf
und Steinbach und endlich aus der ehemaligen Probstei seit 1402 Karthause
später Waldbott-Bassenheimische Besitzung Buxheim mit Westerhart.
Hier folgen die historisch wichtigern Orte des Amtsbezirkes: Memmingen
sieh Seite 1026—1037 dieses Bandes. Altisried, Dorf im Landkapitel
Ottobeuern, gehörte diesem Reichsstifte und bildete im 12. Jahrhundert
eine eigene dem Kloster gehörige Pfarrei, welche jedoch schon im fünfzehnten
Jahrhundert mit Frechenrieden vereinigt wurde.
Altusried, Markt im Landkapitel Legau, war ein Lehn des Reichsstiftes
Kempten, welches zuerst milites de Lutcrach, dann 1350 die Herren
von Schellenberg, 1357 die von Hattenberg und durch Heirath die von Rottenstein
und von Pappenheim bis 1692 innehatten, wo dasselbe wieder an
das Stift zurückfiel und bei ihm bis zur Säkularisation verblieb. Amendingen,
Pfarrdorf im Landkapitel Ottobeuern, erscheint schon 972 uud 1171
mit der Filiale Trunkelsberg urkundlich"!) als eine dem Stifte Ottobeuern
zugehörige Besitzung, welche gegen Verleihung freier Abtswahl und Bestätigung
alter Rechte und Privilegien in lehnbaren Besitz der Herzoge von
Schwaben überging. Im Jahre 1341 kam der Ort mit Zehnten und Kirchensatz
an das Kloster Roth, welches 1642 das ganze Besitzthum an die
Karthause Buxheim verkaufte. Arlesried, protestantisches Pfarrdorf, war
zuerst mit dem Patronatsrechte in den Händen der Herren von Schellenberg,
von welchen es mit Zustimmung des Königs Rudolf I. im J. 1291
an das Hochstift Augsburg gelangte, dann später an das Spital zu Memmingen
kam und mit diesem sich Luthers Lehre zuwandte. Attenhausen,
Pfarrdorf im Landkapitel Ottobeuern, gehörte zum Gebiete des Reichsstiftes
Ottobeuern, welches auch den Kirchensatz besaß und von dem Fürst-Abte
Friederich von Kempten, als päbstlichem Bevollmächtigten den 9. Juni
1421 in den Besitz der hiesigen Kirche unter dem Abte Johann feierlich ein-)
Mon. B. XXIX, P. I. p. 400 u. Mon. B. XXXI. p. 212 u. 214.