12000 Mann, deren Sold sie tragen wollten, die Rückgabe der Festungen Wesel
md Rees an; doch wies er die Stelle eines Kurfürsten von Cöln und Bischofs
von Münster mit Abscheu von sich, mit dem Bemerken, er wünsche nicht den
Krieg, sondern vielmehr einen allgemeinen und allerseits ehrlich gemeinten Frieden.
Außerdem hatte er mit Abscheu vernommen, mit welcher barbarischen Härte die
französischen Truppen die Länder des Kurfürsten von der Pfalz vernichteten.
Diese grausamen Verletzungen des Reichsgebietes hatten endlich den Reichstag
zu KRegensburg zu einer Kriegserklärung vermocht, was denn auch dem Kurfürsten
die erwünschte Gelegenheit zur neuen Theilnahme am Kriege gab, und
zwar unter günstigeren Verhältmissen als früher (1674 März). Die dazwischen
liegende Zeit friedlichen Vernehmens hatte übrigens große Vortheile gebracht,
denn auch die bisher noch zurückgehaltenen Plätze Wesel, Rees und Schenkenschanz
waren ihm von den Franzosen übergeben worden, damit sie nicht den
Holländern in die Hände fallen sollten. Mit großer Freude nahm Friedrich
Wilhelm Befitz von diesen so sehnlich erwünschten Festungen, und setzte sie unver:
züglich in guten Vertheidigungszustand.
Der Kurfürst begnügte sich nicht mit der Theilnahme am Kriege als Reichsmitglied,
sondern eifersüchtig auf die schon von ihm errungene européische Stellung
handelte er stets, wo es sich nur thun ließ, als souveräner Machthaber.
Von kaiserlicher Seite sah man es nicht einmal sehr gern, daß er in den Bund
der europäischen Mächte eintrat, weil sein emporstrebender Geist Besorgniß
erregte, und überdies unbequeme Forderungen von ihm erwartet wurden; doch
erschien er für den Fortgang des Krieges allerseits zu wichtig, um ihn unberücksichtigt
zu lassen.
Bei den Unterhandlungen ging wirklich Friedrich Wilhelm auf den stets
streitigen Punkt mit Jägerndorf zurück, freilich mehr um für die Zukunft die Ansprüche
seines Hauses zu wahren, als daß er für den Augenblick auf wirkliche
Berücksichtigung gehofft hätte. Nach langen Verhandlungen kam den 1. Juli 1674
zu Cöln an der Spree ein Schutz= und Trutzbündniß mit dem Kaiser, dem Könige
von Spanien und der Republik Holland zu Stande, zufolge dessen Friedrich
Wilhelm die Ausrüstung und den Oberbefehl eines Heeres von 16,000 Mann
(5000 Reiter, 10,000 Mann Fußvolk und 1000 Dragoner) übernahm, von
denen die Hälfte Spanien und Holland nach den im Jahre 1672 festgesetzten
Bedingungen zu besolden versprachen, wogegen sich beide Staaten verpflichteten,
dem Kurfürsten zu Wasser und zu Lande beizustehen, und ihn gegen jeden Feind
zu schützen. Da der Kurfürst das Heer in Person befehligte, so ernannte er
den Fürsten Johann Georg von Anhalt zum Statthalter der Mark mit der
Instruktion, daß er die Garnisonen der Festungen und alle zum Kriegswesen
nöthigen Dinge sorgfältig beachten, vornehmlich aber dahin sehen sollte, daß
die Contibutionsgelder zu ihrem bestimmten Zwecke richtig verwendet würden.
Während der Waffenruhe zwischen Frankreich und dem Kurfürsten war
auch die polnische Thronangelegenheit entschieden worden. Zwei Parteien, die