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Ankunftsstelle einer Depesche aufgestellte Magnetnadel genötigt
wird, nach links oder nach rechts von ihrer normalen Stellung
abzuweichen, je nachdem man an der Abgangsstelle der Depesche
den positiven oder den negativen Strom durch die Leitungsdrähte
ehen läßt. Das zweimalige Ausweichen der Magnetnadel nach
inks bedeutet z. B. den Buchstaben a, das dreimalige b, das einmalige
nach rechts m, das zweimalige n, das einmalige links und
einmalige rechts zusammen d usw. So lassen sich alle Buchstaben
andeuten, also auch allerlei in Worte gefaßte Nachrichten mitteilen.
Der Nadeltelegraph wie auch der später erfundene Zeichentelegraph
leiden beide an demselben großen Ubelstande. Sie geben
keine bleibenden Zeichen und lassen deshalb leicht Irrtümer entstehen.
Daher ging bald das Streben dahin, einen Telegraphen zu
erfinnen, der die übermittelten Zeichen niederschreibt. Diese Forderung
erfüllen am zweckmäßigsten der Schreibtelegraph von Morse und
der Typentelegraph von Hughes (spr. Juhs). Letzterer schreibt ein
Telegramm sofort in Druckschrift nieder und hat außerdem noch
den Vorzug, daß man mit ihm fünfmal so schnell arbeiten kann
wie mit einem Schreibtelegraphen. Da der Hughessche Apparat
sehr schwer zu beschreiben ist, beschränken wir uns auf die Erklärung
des im Jahre 1835 von dem Amerikaner Morse erfundenen Fernschreibers
oder Schreibtelegraphen, der aus 4 Hauptteilen
besteht: dem Stromerreger, der Stromleitung, dem Zeichengeber und
dem Zeichenempfänger oder Zeichenbringer.
Zwei entfernte Orte sind durch einen verzinnten Eisendraht
verbunden. Dieser läuft über Stangen, ist durch Porzellanglocken
isoliert, leitet den elektrischen Strom und befördert Depeschen. An
jeder Stelle befinden sich außer der galvanischen Batterie ein
Zeichengeber oder Drücker und ein Zeichenbringer. Durch den Druck
eines Knopfes schließt der Zeichengeber die Metalleitung und damit
den elektrischen Strom. Läßt er den Knopf des Drückers los, so
schnellt ihn eine Feder wieder in seine ursprüngliche Lage zurück
und unterbricht die Metallverbindung und damit den Strom. Der
auptteil des Zeichenbringers ist ein Elektromagnet, das ist weiches
isen in Hufeisenform, das in einer hölzernen Spule ruht und
von Kupferdraht in einer Richtung umsponnen ist. Durch eine
Schraube wird dieser Draht mit dem Leitungsdraht zusammengeklemmt.
Um die Verbindung kreisförmig zu schließen, wäre noch
ein zweiter Leitungsdraht erforderlich. Dieser wird jedoch dadurch
ersetzt, daß man von dem Elektromagneten Drähte in die Erde bis
l einer eingegrabenen Kupferplatte leitet. Dadurch wird die
lektrizität abgeleitet und die Bildung neuer Ströme ermöglicht.