Full text : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

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Spanien  zu.  Bei  der  Bewerbung  um  die
deutsche  Krone  siegte  er  über  6.  nen  Nebenbuhler
  Franz  I.  von  Frankreich  und
wurde  28.  Juni  1519  nach  dem  Tod  seines
Großvaters  Maximilian  I.  zum  König  erwählt
  und  22.  Okt.  1520  in  Aachen  gekrönt.
  Auf  dem  Reichsta  -  Worms
(1521),  dem  K.  persi  nlsc  iwohnte,
wurde  Luther  als  Ketzer  in  die  Acht  gethan
und  durch  das  Wormser  Edikt  Unterdrückung
  seiner  Lehre  befohlen.  Diese
Entscheidung  gegen  die  Reformation  war
Karls  eigenstes  Werk,  der,  obgleich  er
die  Schäden  der  Kirche  nicht  verkannte,
einer  durchgreifenden  Reform  abhold  war.
Auf  demselben  Reichstag  wurde  der  Krieg
gegen  Franz  I.  von  Frankreich  erklärt,
weil  K.  diesem  Mailand  und  Genua,  alte
deutsche  Reichslehen,  entreißen  wollte.
Der  Papst  Leo  X.,  fast  alle  Staaten  Italiens
  und  selbst  Heinrich  VIII.  von  England
  waren  auf  Karls  Seite.  Nachmehreren
  glücklichen  Feldzügen  in  Oberitalien.
ließ  K.  ein  Heer  unter  dem  Connétable
von  Bourbon,  der  zu  ihm  abgefallen  war,
1524  in  die  Provence  einrücken.  Fut  J.
zwang  diesen  zum  Rückzug  nach  Oberitalien,
  wurde  aber  24.  Febr.  1525  von
den  vereinigten  Deutschen  und  Spaniern
unter  Bourbon,  Frundsberg  und  Pescara
  bei  Pavia  geschlagen  und  gefangen.
Bald  nach  seiner  Freilassung,  die  er  dem
ungünstigen  Frieden  von  Madrid  (1526)
verdankte,  schloß  Franz  ein  Bündnis  mit
Papst  Clemens  .  und  mehreren  italienischen
  Staaten.  Die  kaiserlichen  Truppen
  drangen  hierauf  in  Italien  ein,  zogen
gegen  Rom  und  erstürmten  und  plünderten
  dasselbe  im  Mai  1527;  der  Papft
hielt  sich  in  der  Engelsburg  eingeschlossen
und  entkam  erst  1528  aus  Rom.  Nun  erklärte
  Frankreich  im  Bund  mit  England
an  K.  den  Krieg,  führte  denselben  aber
in  Italien  so  unglücklich,  daß  es  1529
wieder  einen  ungünstigen  Frieden  in  Cambrai
  schließen  mußte.  K.  erschien  1530
wieder  in  Deutschland,  nachdem  er  sich  in
Bologna  24.  Febr.  von  Clemens  VII.  hatte
mum  Kaiser  krönen  lassen.  Er  berief  einen

eichstag  nach  Augsburg  und  empfing
hier  aus  den  Händen  der  Protestanten
die  Augsburgische  Konfession  (s.  d.).

Karl  (Kaiser).

Die  äußern  Verhältnisse  gestatteten  K.
nicht,  wie  er  wohl  gewünscht  hätte,  die  Protestanten
  mit  Gewalt  zur  Unterwerfung  zu
bringenzer  mußteihnen  vielmehr  im  Nürnberger
  Religionsfrieden  (1532)  einige  Zueständnisse
  machen,  nur  um  ihre  Unterfne
  gegen  die  Türken  zu  gewinnen.
och  in  demselben  Jahr  brach  er  mit
80,000  Mann  nach  Ungern  auf  und  nstigte
  die  Türken  zum  Rückzug.  1535  unternahm
  er  einen  Zug  wider  die  unter
dem  Schutz  der  Pforte  an  der  afrikanischen
Küste  sich  bildenden  Raubstaaten  und
setzte  den  veriagten  Dei  Mulei  Hassan  in
Tunis  als  spanischen  Vasallen  ein.  1536
begann  ein  neuer  Krieg  mit  Frankreich,
weil  Franz  I.  Ansprüche  auf  Teile  von
Savoyen  erhob  und  dem  Kaiser  das  1535
erledigte  Herzogtum  Mailand  nicht  gönnte.
Der  Papst  vermittelte  1538  einen  zehnjährigen
  Waffenstillstand  in  Nizza,  und
15.  Juli  d.  J.  fand  zwischen  dem  Kaiser
und  dem  König  von  Frankreich  eine  vertrauliche
  Besprechung  zu  Aigues-Mortes
statt,  welche  zu  einer  Verlängerung  des
Waffenstillstands  führte.  Nachdem  K.
1540  einen  Aufstand  in  den  Niederlanden
unterdrückt  hatte,  unternahm  er  1541
einen  J#  ge#en  Algier,  der  völlig  mißlang.
  Dieser  Unfall  gab  dem  König  Franz
den  Mut,  1542  einen  vierten  Krieg  gegen
den  Kaiser  zu  beginnen.  K.  brachte  1543
den  Herzog  von  Kleve  zur  Unterwerfung,
der  sich  Frankreich  hatteanschließen  wollen,
verband  sich  dann  mit  Heinrich  VIII.  von
England  und  vermochte  die  deutschen  Protestanten,
  denen  er  (1544)  auf  dem  Reichstag
  zu  Speier  einige  Zugeständnisse  machte,
zur  Unterstützung  gegen  Frankreich.  1
drang  ein  deutsches  Heer  unter  Graf  Wilhelm
  von  Fürstenberg  und  Sebastian
Schärtlin  bis  in  die  Nähe  von  Paris  vor,
und  Franz  beeilte  sich,  mit  dem  Kaiser  18.
Sept.  1544  den  Frieden  zu  Crépy  (Crespy)
zu  4hleßen,  durch  welchen  das  Übergewicht
  der  Habsburger  in  Oberitalien  entschieden
  wurde.  Nun  traf  K.  Vorbereitungen
  zur  Unterwerfung  der  Protestanten.
  Auf  dem  Reichstag  zu  Regensbur
1546  erklärte  er  die  Führer  des  Schmalkal-=dischen
  Bundes,  Philipp  von  Hessen  und
Johann  Friedrich  von  Sachsen,  in  die  Acht,