— 144 —
von ihm bekleideten Stelle des Staatssecretairs der inneren Angelegenheiten
nachsuchen möchte. Des Grafen Antwort, in welcher er seine
Stelle in die Hände des Königs niederlegte, war bereits nach
Pillnitz abgegangen, als die Geheimen Räthe ihn von dem, mit
jeder Stunde lauter werdenden Wunsch der Bürgerschaft, daß der
Prinz Friedrich in die Mitregentschaft aufgenommen werde, in
Kenntniß setzten und ihn ersuchten, den König davon zu unterrichten
und sich nach Pillnitz zu begeben. Nach der dem Grafen von
Einsiedel vom König geschehenen Eröffnung war derselbe nicht mehr
in der Lage, dem Verlangen der Geheimen Räthe zu willfahren,
daher diese es über sich nahmen, sich sogleich nach Pillnitz zu verfügen;
von dort kehrten sie mit den Nachrichten von der Ernennung
des Prinzen Friedrich zum Mitregenten und von der Wahl des
neuen Cabinetsministers zurück.“
Der Jubel, mit welchem die Ereignisse des 13. September
von der Bevölkerung aufgenommen wurden, und der sich bei der
am 14. September stattgefundenen Revue der Dresdener Communal—
garde in begeisterten Kundgebungen manifestirte, wurde erhöht durch
die Anordnung, daß die Grundzüge einer neuen Städteordnung
unverzüglich ausgearbeitet werden sollten und durch die Antwort,
welche die Immediatcommission am 18. September auf die bei ihr
eingereichten Petitionen ertheilte. Außer dem wiederholten Ver—
sprechen einer Städteordnung wurde darin namentlich auch die
Bereitwilligkeit der Regierung zu einer Reform der
Verfassung durch Uebereinkunft mit den Ständen zugesagt.
Die Beruhigung des Landes schritt demzufolge derart rasch
vor, daß die Immediatcommission bereits am 7. November wieder
aufgelöst werden konnte.