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dasselbe, ähnlich wie das Französische in den Gymnasien, als Nebenfach
zu behandeln.
Was die Ausdehnung der lateinischen Lectüre in den Realschulen
betrifft (vgl. S. 56), so fand es bei Mehreren keine Zustimmung,
daß die Grenze nicht über Julius Cäsar hinaus gesetzt
werden solle. Einige erklärten sich auch gegen den Gebrauch von
lateinischen Chrestomathien. Dabei wurde die Ansicht ausgesprochen,
daß das Lateinische als das eigentlich wissenschaftliche Element des
Realschul-Lehrplans, in den oberen Classen keinesfalls an Bedentung
und Umfang verlieren dürfe (Jäger, Meffert); ferner,
daß, sofern man überhaupt das Lateinische treibe, dasselbe auch so
weit getrieben werden müsse, daß die Schüler zur Lectüre der
Historiker bis Livius und Tacitus (Ostendorf), oder doch wenigstens
bis zu Livius (Klix, Schrader, Gandtner) und den
leichteren Reden des Cicero (Schrader) geführt würden.
Hr. Techow äußerte: wolle man nicht über Julius Cäfar
hinausgehen, so könne die Betreibung des Lateinischen in den Realschulen
wohl für grammatische Uebungen Werth haben, gewähre
aber nichts von dem Gehalt des classischen Alterthums, von dem,
was noch jetzt fortlebe; die Schüler würden dann nicht so weit
eführt, daß sie Freude an ihrem Erwerb und Anregung zu weiterer
Arbeit beküämen. Das Lateinische sei dann auf den Aussterbeetat
gesetzt; darum solle man es lieber gleich ganz aufgeben; die logischen
Uebungen, welche man mit der Grammatik erreichen wolle, ließen
sich auch an einem andern Material vornehmen. —
Von anderer Seite wurde betont, daß auch die grammatische
Seite nicht zu vernachlässigen und namentlich in der Prima eingehender
beachtet werden müsse als bisher (Meffert). Hr. Osten-—
dorf war der Ansicht, daß man das von ihm für den lateinischen
Unterricht bezeichnete Ziel (Livius und Tacitus) erreichen könne,
wenn man das Lateinische von Tertia an mit 6 Stunden wöchentlich
betreibe. Aus den unteren Classen wünschte er das Lateinische
verbannt zu sehen, um Raum für andere Lehrgegenstände zu
gewinnen.
Von einer Seite (Fritsche) wurde beantragt, den deutschen
grammatischen Unterricht erheblich zu verkürzen, und im Ganzen
diesem Fach nur den Umfang zuzubilligen, der ihm auf den Gymnasien
zugestanden sei. Von derselben Seite wurde der Wunsch
ausgesprochen, daß die philosophische Propädentik in den Unterrichtsplan
der Realschule aufgenommen werde. · «
Für das Rechnen wünschte Hr. Gallenkamp in Serta und
Quinta der Realschule den Unterricht auf 6 Stunden woöchentlich
ausgedehnt und dafür die häuslichen Rechenaufgaben befeitigt zu
sehen. Er wünschte ferner, ebenso wie der Referent fär den Gymnasial-Lehrplan
es beantragt hatte, auch für die Realschule, daß im