Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1883. (74)

erhobenen  Widerspruche  stattzugeben  sei,  die  Entscheidung  der  zuständigen  Bezirkssynode
  herbeizuführen.
Bis  zur  Abgabe  der  Entscheidung  wird  an  dem  bestehenden  Zustande  nichts

geändert.

Gegen  die  Entscheidung  der  Bezirkssynode  findet  eine  Berufung  an  eine
höhere  Instanz  nicht  statt.

Dem  Kirchenvorstande  bleibt  es  unbenommen,  den  aufgehobenen  Beschluß
wegen  Einführung  des  Gesangbuchs  später  zu  wiederholen.

G.  5.

Falls  Widerspruch  von  mehr  als  einem  Zehntel  der  wahlberechtigten
Gemeindeglieder  nicht  erhoben  wird,  tritt  der  Beschluß  des  Kirchenvorstandes
ohne  Weiteres  in  Geltung.

S.  6.

In  Gemeinden,  welche  keinen  Kirchenvorstand  haben,  geschieht  die  Einführung
durch  Verfügung  der  Kirchenregierung,  zu  welcher  in  unterer  Instanz  die  Zustimmung
  des  Ausschusses  der  Bezirkssynode,  in  der  oberen  Instanz  desenige
des  ständigen  Ausschusses  der  Landessynode  arforderlich  ist.

S.  7.

Schon  vor  Einführung  des  neuen  Gesangbuchs  sind  in  den  öffentlichen
Gottesdiensten  neben  den  Liedernummern  des  im  Gebrauch  befindlichen  Gesangbuchs
  auch  die  entsprechenden  Liedernummern  des  neuen  Gesangbuchs,  soweit  die
ausgewählten  Lieder  in  demselben  enthalten  sind,  ersichtlich  zu  machen.  Die
Kirchenregierung  kann  von  dieser  Vorschrift  dispensiren.

Die  Nummern  des  bisher  gebrauchten  Gesangbuchs  sind  auch  nach  Einführung
  des  neuen  so  lange  ersichtlich  zu  machen,  bis  der  Kirchenvorstand  mit
Genehmigung  der  Kirchenregierung  dies  für  ferner  unnöthig  erklärt.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Königlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  12.  Februar  1883.

(I.  S§.)  Wilhelm.
v.  Goßler.

Redigirt  im  Bureau  des  Staateministeriums.
Berlin,  gedrucke  in  der  Reichsdruckerei.

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