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muͤthig scheinend, ihnen ins Antlilz sagen koͤnne — sie seyen
die Unfreien, der Adel aber allein frei geboren. Und doch
so ungefaͤhr kam's jetzt. Der gute Mann, der sich so vergaß,
mochte vielleicht kaum argwohnen, daß man das Wort,
das er doch ehedem oft und viel brauchen gehoͤrt hatte, gar
übel nun deuten werde *).
Die städtischen Deputirten und die Deputirten der Geistlichkeit
begegneten einander in Blicken, halb lachend und
halb aufgebracht, wie schwer doch manche Menschen sich
begreifen lernten. Bischof Suane aber, der seine gute Laune
nic verlor, schien mit der Gegenrede so anzufangen, als ob
er den Entschluß des Adels, diese und jene Prioilegien nicht
aufgeben zu wollen, gar nicht unvernünftig finde; nur setzte
er am Ende hinzu: wir alle, Geistliche, Bürger und Bauern,
wollen uns eben dieselben Rechte vom König erbitten. Ein
milder Spott, der aber doch wohl verständlich war.
Was die Coppenhagenschen Stadtdeputirten sagten, klang
heftiger, und Thuresen schlug zuletzt auf seinen Degen, und
fragte den Cavallerie-Obristen Hanns Friis, „ob auch er in
») Der Ausdruck unfrei, die un freien Stände, hat bekanntlich
wohl seine, ganz gute Erklärung. Es heißt: die
Stiände, die sich zu gewissen Taren, verstanden
haben, im Gegensatz gegen andere, die dieselbe noch nicht
übernommen. Aber das Wort hatte nun einmal etwas
Aufyallendes, so daß sich auch die Kundigeren immer mit einiger
Mühe der gebörigen Erklärung erinnern mußten, und wle
es vollends mit dem zahlreichen Haufen war, versteht sich von
selbst.
Ueberdieß hieß es oft nicht blos: wir find die freien,
sondern wir sind die freigeborenen. Auch das ließ sich
noch wohl am Ende erklären. Nur die Geschichte hat mehr als
ein Beispiel, wie so manches mit Auodrücken angekangen hat,
die sich wohl noch gut erklären ließen, aber einmal doch ihre
bestimmte Ideen-Association hatten.