Full text : Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 2; Jahrgang 1891. (2)

Pastoral

P.  löci,  Ortspfarrer;  P.  priwärius  od.  suprẽmus
(Toroinus  Born  1,  102),  Ober-Pfarrer,  Haupt-P.,
Ggstz:  secundärius,  der  2te  Pfarrer  2c.;  Die  lutherischen
  Pastöres.  Gutzkow  Z.  5,  41;  Dem  Herrn
Pastöri.  v.  4,  125  te.;  deutsch  gw.  trochäisch;
doch  auch  jamb.:  Wenn's  der  P.  (——)  erführe.  Bürger
23b;  Göchingk  3,  128;  Immermann  M.  1,  376;  3,
31;  Wh##nsen  Erica  31  2c.;  Gen.:  Die  Hände  des
Ps.  Erbth.  272  r2c.,  daneben:  Die  Hand  des  P-en.
262;  264;  11  2c.;  Einen  wirklichen  Dorf-Pen
78  ½.;  Mz.  —  neben  dem  gw.:  Pastören,  —  auch:
Pastore.  Kinkei  Erz.  411;  Casch  (Nodenberg  DMag.
1861)  297  2c.  —  u.  :  Ich  kenne  die  Pastöre.  ürger
23b;  Coroinus  Born  1,  265;  Heine  17,  220;  Lindner
Schop.  115;  DAus.  2,  371;  v.  4,  133;  Ven
Reich  srasiören.  Scherr  Mir.  18  2c.;  vgl.  als  Brkl.
—  neben  Pästorchen,  s.  Ss.  Progr.  71b  —:  Pafüörchen.
  B.  4,  122  1c.;  Zsstgn  z.  B.:  Dorf-;
Haupt-;  Land-;  Mit-,  Neben-ss.  Compastorl;
Ober-;  Orts-;  Reichs-;  Unter-P.  2c.  Als
Bstw.  z.  B.:  P.-Frau;  Stelle;  =  Wittwe;
Wohnung:c.;  Einen  guten  P-en--Appetit.  Wh#enlen
  Erbth.  9.  oräl:  1)  a.:  a)  hirtlich,  schäferlich,
idyllisch,  in  der  Poesie,  Musik  2c.:  In  den  p-en  Gedichten.
  Solon  2,  657  2c.;  Das  p.  gefärbte  Trio.
Nei.  21,  175;  22,  77;  Gutzbow  Schön.  Stund.
184  2c.;  P.-Musik.  G.  23,  190  2c.;  Diese  P.=Opern
  sind  veraltet,  wie  die  Idylle  überhaupt  2c.
Büringer  84  8  2c.;  Eine  theatralisch  angeordnete  P.=Scene.
  Gutzkow  Schön.  Stund.  119;  Becthoven's  P.=Symphonie
  #c.  —  b)  auf  das  Amt  eines  Seelenhirten,
  auf  das  Pfarramt  bezüuglich,  pfarramtliche:
Mit  p-er  Salbung  sprechen  2c.;  P.-Bericht;
Briefe,  Hirtenbriefe,  bes.:  die  Episteln  Pauli
an  Timotheus  u.  Titus,  Anweisung  zur  Amtsführung
  enthaltend;  „Geschäfte;  Klugheit,
s.  u.:  -Wissenschaft;-Rin  3,  den  Abte  u.  Bischöfe
beim  Amtsantritt  erhalten  als  Symbol  der  Vermählung
  mit  den  ihrer  Seelsorge  Untergebenen,
wie  den  Stab  als  Zeichen  der  Macht  über  dieselben;
Relation,  «Bericht;  -Schreiben;  -Brief;  In
salbungsvollem  P.-Ton.  Wyzensen  Erbth.  214;
.-Theologie;  --  Weisheit,  =  Wissenschaft,
die  Vorschriften  für  den  Geistlichen  als  Seelsorger
seiner  Gemeinde  enthaltend  c.  —  2)  n.,  -(e)s6;
e,  —en:  Pastorale  (s.  d.  1).  Sulzer  3,  660b.
oräle:  1)n.,  —S;  —,  —n:  eine  pastorale  (s.  d.  13)
Dichtung  od.  Tonschöpfung,  z.  B.  der  Musette
ähnliches  Tonstück  zum  Tanz;  Schäferoper  rc.;
Die  cethische  Bed.  des  italiänischen  P.  [Hirtendramasl.
Uat.  .  21,  243;  Die  provengalischen  Dichter  bringen
mit  Vorliebe  Pu  hervor,  Dialoge  zw.  Rittern  u.  HDirtinnen
  2c.  Nosen#ranz  PGsch.  748  2c.  —  2)  18  24,
n.,  ãlis,  Mz.  älial:  etwas  Pfarramtliches:  Die  Pastoralia,
  Pfarramtsgeschäfte  2c.  -orälisch,  a.:  pastoral
  (10):  Frei  v.  dem  p-en  Druck  seines  Vorgesetzten.
  GGtorgens  Max.  Cas.  1.  orät,  n.,  -(e)s;  -e:
Stelle  u.  Amtswohnung  eines  Pastors:  Auf  der
Pfarrei,  hler  P.  genannt.  Sutzkon  Z.  1,  89;  Jensen
Erbth.  25  „c.;  P—s-Garten.  1;  115;  276;-Gebäude.
  260.  öre  (it.),  m.,  -6;  öri:  1)  Hirt,

Pätak  199
Schaͤfer,  z.  B.  mit  Wegfall  der  End-e:  Guarini
ahmie  den  Aminta  in  seinem  Pastor  fido  nach  2c
Rosenkranz  PGsch.  571  u.  danach  sprchw.  als  Bez.
eines  schmachtenden  Liebhabers  2c.,  s.  Sandtts  Kutr.
159;  Ihr  Hirt  war  kein  Seladon,  kein  Pastorftdo.
w.  3,  90;  10,  106;  Das  Pastorsidos.  132  :2c.  —
2)  selten  st.  Pastor,  Seelsorger:  Herr  P.!  Coroinus
Born  1,  233  2c.  Jorei,  f.;  —en:  Pastorat,  Pfarrei:
  Die  Urkunden  u.  Kirchenbücher  der  P.  Gutzho#  3.
5,  18;  2,  67.  Torella  (provenz.  2c.),  f.;  —:
(vgl.  Pastorale  1):  P.,  pastorsta  waren  Dialoge
mit  Graserinnen,  Schäferinnen  2c.  Rosenkranz  469,
ähnl.:  Pastoreéell-To  (it.),  m.,  —#8;  -,  vgl.
Pastourelle.  örenhafst,  a.:  in  der  Weise  eines
Pastors.  frenzel  Auf  heim.  Erde  176.  orkta,  (.;
—6:  (s.  Pastorella)  P—§,  Schäferlieder.  DMus.  15,  2,
244.  -örin  (—  .  fichtenberg  4,  397  rc.),  f.;  —nen:
Pastorfrau.  orile,  f.;  —:  Hirten-Flöte,-Horn,
.Schalmei.  oritium,  n.,  -s;  ken  [8  24,  2,  n.1:
Hirtengesang.  orlich,  a.:  pastorenhaft,  Pastoren
eignend  2c.:  Im  p-en  Wohnzimmer.  Srachvogel  Falst.
1,  36;  38  Kichoelis  90  (s.  Elenchus)  2c.;  Glück  eines
dorf-pen  Daseins.  Sche#r  Stud.  2,  104.—  Pastös
  (it.),  à.:  teigig,  z.  B.  v.  nicht  garem  (klitschigem)
  Brot  2c.;  danach  in  d.  Malerei:  mit  vollen,
markigen  Farben  aufgetragen,  kräftig  im  Kolorit
(s.  Impasto,  vgl.  morbid  2  2c.).  Aag.  d.  Ausld.  35,
341b;  U##  3.  22,  248  2c.;  danach  verallgemeint,
bes.  v.  einer  vollen,  markigen,  kräftigen  Gesangstimme.
  11;  Ihr  p-er  Alt.  21,  99;  103  1c.;  seltner:

  Trotz  ihrer  kleinen,  p-en  Figur.  -erl.  Montagsz.

,  3  2½cc.  ös,  a.:  pastos.  osität,  f.;  0:  das
Pastos-Sein.  —  Pastourelle  (frz.  pasturäl),  f.;
—6:  (s.  Pastorale  1)  Art  Kontretanz  nach  Art  der
Villanellen  (s.  d.).  Westermann  3,  549a;  IKohl  Par.
1,  203  2c.  —  Häflr-#  (engl.),  n.,  —##;  zies:
Pastete  (s.  d.):  P.-cook  stut],  Pasteten-Bäcker
(Koch).  2,  28.  —  Hafstuch  (russ.),  m.,  —;  —6:
P.  heißt  ein  Hirt  im  Allgemeinen,  insbesondre  aber  der
Hirt  einer  gemischten  Herde.  Kohl  Südr.  2,  111.  —
Pasture  (engl.  pästtschur),  n.,  —§;  —#:  Weire,
Weideplatz,  bes.  in  Nordamerika  ein  eingesenzter
Raum  in  der  Nähe  des  Hofs  für  Vieh  u.  Pferde.

Pãt:  1)  (altägypt.)  n.,  —s;  —#:  Die  dem  König
  zunächst  stehenden  männl.  Anrerwandten  trugen
  ..  als  besondres  Zeichen  ihrer  Würde,  das  königliche,
s.  9.  Weihezepter,  P.  Weiss  Kost.  1,  49.  —  2)  (erz.
pät):  s.  patt.

Patache  (frz.  —äsch';  span.,  port.  -ätsche),  f.;
—8,  —n:  s.  Patasche.  —  Vatagarang,  n.,  —#;  —:
Känguru  (s.  d.).  Olen  7,  902.  —  Tatagi-um
(gr.,  lat.),  n.,  —#z;  -zen  [8  21,  2,  n.]:  eine  dem
Clavus  (s.  d.)  entsprechende  Bordure  an  der  Tunika
der  Matronen  2c.  Böniger  Sab.  377;  Weiss  Kost.  1,
973.  —  Datagon  (irz.  —geng),  m.,  —#;  —:
Name  v.  Münzen  (Thaler)  in  Lüttich,  Genf  2c.,  s.
Encyhl.  f.  Kaufl.  635b,  vgl.  Patacon.  —  DLatagön-e,
m.,  —n;  —;  -ier,  m.,  —s;  uv.:  Bewohner  Patagonkens,
  der  Südspitze  des  amerikan.  Kontinents,
—  nach  ältern  Berichten  v.  riesenhaftem  Wuchs.
—  Pätak  (russ.),  m.,  —#;  —#,  —i:  „Fünfer“,  ein