Full text : Lehrbuch der Geburtshülfe für die Preußischen Hebammen.

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840,  Abs.  1,  842  und  405  des  Hebammen-Lehrbuchs  angeordneten
Ausspülungen  der  Scheide  und  Einspritzungen  in  die  Gebärmutter.

8.  11.

Die  Hebamme  vermeide  jede  unnöthige  Berührung  der  Geschlechtstheile
  einer  Wöchnerin  oder  eines  mit  Wochenfluß  verunreinigten  oder
irgend  eines  übelriechenden,  fauligen  oder  eiterigen  Körpertheils  oder
sonstigen  Gegenstandes  von  solcher  Beschaffenheit  (Geschwür,  ausgestoßene
  todte  Frucht,  Wochenbett-Unterlage  u.  a.  m.)  und  enthalte
sich  so  viel,  als  nur  möglich,  jeden  Verkehrs  mit  Personen,  welche
an  einer  ansteckenden  oder  als  solche  verdächtigen  Krankheit,  namentlich
  Kindbett-,  Faul=  oder  Eiter-Fieber,  Gebärmutter=  oder  Unterleibs-Entzündung,
  Rose,  Diphtherie,  Scharlach,  Pocken,  Syphilis,  Schanker,
Tripper,  Unterleibs=  oder  Feccken-Typhus,  Cholera  oder  Ruhr  leiden.

8.  12.

Hat  die  Hebamme  mit  ihren  Händen  oder  Geräthschaften  die
Geschlechtstheile  einer  Wöchnerin  oder  einen  mit  Wochenfluß  verunreinigten
  Gegenstand  berührt,  so  soll  sie  jedesmal  sofort  sich  selbst
in  derselben  Weise,  wie  sie  es  vor  der  ersten  Untersuchung  einer
Kreißenden  zu  thun  hat  (5.  6),  und  zwar  unter  Anwendung  der
Hand-  und  Nagelbürste,  die  Geräthschaften  aber  eine  Stunde  hindurch,
  wie  bei  der  Geburt  (F.  8),  reinigen  und  desinficiren.

8.  13.

Ist  der  Wochenfluß  übelriechend,  faulig  oder  eiterig  oder  hat
die  Berührung  mit  einem  Gegenstande  dieser  Beschaffenheit  stattgehabt
  oder  leidet  die  Person,  welche  die  Hebamme  mit  ihren  Händen
oder  Geräthschaften  berührt  hat,  an  einer  der  in  8.  11  bezeichneten
Krankheiten,  so  soll  die  Hebamme  die  Reinigung,  wie  in  5.  12  vorgeschrieben
  ist,  ausführen  und  ihre  Hände  und  Arme  schließlich
mindestens  fünf  Minuten  lang  mit  der  Karbolverdünnung  sorgfältig
waschen,  die  benutzten  Geräthschaften  aber  vor  dem  Einlegen  in  die
Karbolverdünnung  eine  Stunde  lang  auskochen.