dessen den Benteganziich einstellen mussen
oder doch nur in be chränktem Umfange aufrecht
erhalten können. Die nachteiligen Wirkungen
des sast völligen Darniederliegens des Buchdruckgewerbes
machen sich nun nicht nur bei
den Großbetrieben, in denen bedeutende Kapitalieu
angelegt sind, schwer fühlbar, sondern besonders
bei den zahlreichen Klein= uno Miltelbetrieben,
die meist nur schwach fundiert
sind und deren fernerer Bestand ebenso wie die
Eristenz der darauf angewiesenen Familien von
dem Fortgang der Beschäftigung ganz und
har abhängt. -
CmecvcstcteFolgedIescrfchwckencchick
salsschläge ist, daß in den wenigen Wochen seit
Ausbruch des Krieges unter der Arbeiterschaft
des Buchdruckgewerbes eine so weitgreisende Arbeilelosigleit
eingetreten ist, daß sie trotz der
gewerischaftlichen Hilfe viele in äußerste Notsage
bringen muß, wenn ihr nicht bald gesteuert
werden kann. Zehntausende von gänzlich
Arbeitslosen sind vorhanden, darunter zahl
reiche Familienväter, die in der nächsten Zukunit
keine Aussicht auf Erwerb haben, serner
andere Zehntausende, die auf halbe oder noch
geringere Arbeitszeit gesetzt sind, und infolge
dessen in absehbarer Zeit ebenfalls Mangel
leiden. Diese lief zu bellagenden Zuflände
beziehen sid, nicht nur auf die gelernten Gebiljen,
sondern auch auf das zahlreiche Hilfopersonal,
insbesondere die Arbeiterinnen, von
denen jetzt viele Tausende ohne Arbeit und
auch ohne Aussicht auf solche sind.
Von den deutschen Buchdruckereibesitzern haben
diejenigen, denen es möglich war, nach
Kräften belsend in diesen Notstand eingegrifjen,
indem sie den Familien der Einberufenen
oder Veschäftigungslosen Unterstützungen gewährten
und oft unter den größten Erschwernisen
ihre Betriebe in Tatigkeit zu erhalten
suchten, um keine weiteren Arbeiterentlassungen
vornehmen zu müssen. In der Entlohnung haben
sie an der im Frieden durch Jahrzehnte
blewahrten Tarifgemeinschaft mit de m Lohnlarif
fesigehalten, also keine Abzüge eintreten
lasien.
Aber alle diese Opferwilligkeit kommt nur ei-#nem
lleinen Teil der Arbeiterschaft des Buch-„druckgewerbes
zugute, dem Grundübel des jetzigen
schweren Notstandes, der Gefährdung des
VBestchens zahlreicher Betriebe und der weitgreifenden
Arbeitslosigkeit, vermag sie nicht beizulorimen.
Hier Abhilse zu schaffen, das ist er
worauf es jetzt und in der Zulunft ankommt.
das einzige Mittel, mit dem das Uebel, unter
dem Arbeitgeber wie Arbeitnehmer leiden, belämost
werden kann, ist Arbeit! Dem
Vuchdruckgewerbe müssen wieder Drudaufträge
iugeführt werden, damit es für sich und seine
Arbeiterschaft sorgen kann.
Diese Zuführung von Druckaufträgen ist nicht
so schwer, als es für den ersten Augebblick scheinen
mag, besonders da es unseren tapseren
Armeen gelungen ist, den vaterländischen Boden
von Feinden zu säubern und deren Wider
#lande#lrafte n brechen. Es brauchen zunächst mnn
die vielen Aufträge wieder erneuert zu werden,
die den Diudereien bei Ausbruch des Kriege?s
enlzogen wurden. Es braucht weiter die Geschaflswelt
und insbesondere der Buchhandei
nur in Erwägung zu ziehen, daß die Kaufkraft
und Kauflust des Publilums mit dem Forischreiten
der Siege unserer Heere immer mehr
wacken wird, und daß der zu erwartende geschaftliche
Aufschwung nach Niederwerfung der
Konlurrenz unserer Feinde einen Bedari von
Geiafts und Reklame-Drucksachen mit sich
bringen wird, den man als ganz außrordentlich
einschätzen kann. Die staatlichen und die kominnnalen
Vehörden können zur Neubelebung des
Vuchdrudgewerbes ebenfalls viel beitragen dadurch,
daß sie mit der Deckung ihre- Drucksachenbedarfs
nicht zurüchalten. Das Buchdruckgewerbe
setzt sich zum überwiegenden Teil
aue Mittel= und Kleinbetrieben zusammen, die
alle beschäftigt sein wollen, und es Ist nur 1
1. Stellen suchen
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mit 14 Jahren, aus guter Familie
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dürfte unsere heutige Kartenskitze von Inkeresse
sein. Paris hat drei Festungsgürtel, wovon
der eine keinen militärischen Werl besict, obwohl
er mit ziemlich bohen Manuern uno breilen
Kanälen versehen ist. Der mittlere Feslungs-=gürtel
ist dersenige, von weschem die Deulschen
im Jahre 1871 stlanden, nur zur Jeit etwas madernisiert.
Da der Abstand von der Sladl nur
hat man bereits
1 Kiloetwa
16-—19 Kilometer ist,
1874 eine neue Fortreihe, sec 12
Zu der beverftehenden Belagernung von Paris
meter weiter von der Stadt entfernt, errichtet.
Sie soll nicht nur allein eine direkte Beschießung
von Paris unmöglich machen, sondern ouch eine
Einschließung. verhindern. Die Stellungen, von
welchen die Deutschen früher Paris bombardierten.
liegen jetzt innerhalb des Festungsgürtels.
Man kann dieserhalb nicht mehr von einer besestigten
Stadt, sondern nur von einer „besestigten
Provinz“ sorece
kecht und billig, die behördlichen Drukarbei-=ten
diesen, nicht den gesicherten Reichs= und
Staatsdruckereien zuzuwenden. Nicht zulebt larn
bei der Zuführung von Arbeiten in die Buchdruckereien
auch das große Publitum hilfreiche
Hand anlegen; denn auch dessen Bedarf an
Drucsachen ist im ganzen ein erhehlicher.
Alles in allem gilt es also, dem Buchdruckgewerbe
Arbeit zuzuführen, um di Arbeitsl!-sigleit
einzuschränken, und ein jeder, der für
amtlichen, geschäftlichen oder persöntichen Bedarf
Druckarbeiten zu vergeben hat, sollte nicht
versäumen, den Buchdruckern über die schwersie
Zeit hinwegzuhelfen! .P„V.
Der Weltkrieg.
Umtliche meldungen des WTB.
Englische Lügen.
Berlin, 11. Sept. Die „Times“ vom 3.
Sept. schreiben in einem Bericht uber Lömen,
daß am 29. August in Lüttich 330 englische
Gefangene erschossen wurden, da sie Dum-Dum-Geschosse
besaßen. Die Nachricht ist erlogen
Die japanischen Kriegeklreditc.
Tokio, 11. Sept. Das Oberhaus bewilligte
einstimmig Kriegskredite von 53 Mill. Ven.
Ein gewichtiges Wort aus Italien.
Florenz, 11. Sept. (Nichtamtlich.) Die
Jeitung „La Nazione“ fordert in einem reiartikel
die Leser auf, die Uebertreihungen betref
fend die russischen Siege und die angeb. iten
Grausamleiten der deutschen und der öslerrei—
chisch- ungarischen Truppen mit Vorkehalt aufzunehmen.
Sie protestiert gegen oiesen Verleumdungefeldzug
und bemerlt, daß der Krieg unund
für sich etwas (Grausames sei. erllict e
aber für unbegreiflich, daß der deutie Sian
für Zivilisation und Disziplin sich dazu bergeben
sollte. ihn noch barbarischer iu made.
Was die Siege Nußlands angeht, s% fragt sich
„Nazione“, ob es denn im Interesse Jtalien
gelegen sei, daß die Russen an das Adriatische
Meer kommen. In diesem Fall. gegen den sich
die Zeitung beschwörend wendel, würde der
Slavismus uns traurige Tage bereilen. „La
Nazione“ erklärt sich volllommen heinre rilanden
mit dem Standpunkt, der von dem Fürit en
Bülow dargelegt wurde. Sie erklärt, nientand
luch (7 #e er sscher.
F einen großen, kräftigen. —
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könne ernstlich daran denken, die gegenwärtige
Situalion auszunützen, um Oesterreich in die
Flanke zu fallen und sagt: Wir erllärten die
Neutraliaät. weil wir ein Necht da zu Datten.
aber es int nickt zulässig, r!*½d die an:ideulsch-Koal
tion uns in den Konflikt hinein: iehen will
„La Nar on be bt schließlich oie Vorteil# ervor,
welch: Dreibund Ztalien rerschaffte indem
er 8 patiuh und wirtschaftich: En:--wicklung
begünitigte, und es gegen Gefaähren
sicker#'ltellte. Das Voll Italiens wird in der
jetzigen sehr ernsten Stunde richt seine Gcschichte
von gestern vergessen.
·r zF ½"
(Lichtamtliche Melbungen.)
Die deutsche Kriegsanleihe.
Berlin, 11. Sept. Auf die Kriegdanleihen
sind bereils bei der Reichsbank erhebliche Zeichnungen
eingegangen. Unter den Zeichneen refindet
sich die Familie Krupp mit 30 Millionen
Mark.
Zum Tode Franke.
Karlsruhe, 11. Sept. Der M#onifeer des
Jnnern, v. Vodmann, sprach gestern auf der
Redaltion des sozialdemolratischen „ Volle
freund“ vor, um in seinem Namen und im
Auftrag des Slaatsministeriums dem Chefredakteur
Kolb als Vorsitzenden der sozialdemokratischen
Landtagsfralktion sein Veileid anläßlich
des Hinscheidens Franks auszudrücken.
Bodmann bezeichnete Franks Tod als herben
Verlust für die Sozialdemotkratie, wie für das
Vaierland überhaupt, da Frank bei der nach
dem Kriege notwendig werdenden Neuorganisalion
der Verhältnisse Großes hätte leisten können.
·
Die Furcht vor deutschen Fliegern.
Turin, 11. Sept. Aus Paris wird gemeldet:
Gestern hat ein deutscher Flieger über
Troyes. mehrere Bomben abgeworfen, von denen
eine am Bahnhofs= Kai schweren Schaden
anrichtete und einen Kürassier verlehte. Der
Vevöllerung bemächtigte sich eine große Panik.
Als späler ein französisches Flugzeng über
der Stadt erschien, wurde es von den Bewohnern
beschossen.
Absturzzweier französischer Flieger-Offisiere.
11. Sept. Die Pariser „Liberte“
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stern den Wald von Vincennes. Als die Vlies
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Bomben abstürzten, explodierten die Bomben
glücklicherweise nicht. Die beiden Flieger
wurden so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen
ge zweifelt wird.
Gekapptes Kabek.
Rotterdaom, 11. Sept. Aus Honolulu
wird gedrahtet, daß das KNabel zwischen Hamfield
auf Britisch-Kolumbia und der Fanninginsel
von einem deutschen Kreuzer gekappft
worden ist.
Die „Grande Nation“. s
Rom, 11. Sept. Nach einem Bericht des
Korrespondenten der „Gazetta del Popolo“ gaoben
mehrere französische Verwundete zu, deutsche
BVerwundete gemartert zu haben. um ihre Opfer
an den Deutschen zu rächen. Dem Korrespondenten
wurde beflatigt, daß in der Schlacht bei
Metz große Teile des 15. Armeekorpe deserlierten.
300 Soldaten und eine Anzahl Offijziere
wurden einfach erschofsen.
Die englischen Helden.
Stockholm, 11. Sept. Der engl. Damofer
„Thelma" lief öftllich von Smygeh'ek absichtlich
auf die Kuste auf, weil er sich von einem
deultschen Kriegeschiff verfolgt glaubte. Lettteres
flellte sich als eine Fahre heraus. «
MastntdieTxirkeiP ·«
Rom, 11. Sepl. Die Turiner „Stampa“
meldet: Enver Pascha gewinnt mit seinem kriegerischen
Anhang immer mehr an Voden. Die
Küste Syriens sei von englischen Kriegsschiffen
blockiert.
Für die Zurückgebliebenen find bei der Stadtlämmerei
weiter eingegangen:
Uebertrag: 17955.02 Mark
Ungenannt: 2 Pfandbriese 400. — Mark
Stefan Furk, Schuhwarenlager, 40. — Mark
Sammlung nach dem Gottesdi wenste.
vor der prot. Kirche 23. Murk
Stammtisch Flötzingerbräu 1. Rate 30.. Mar
Reinertrag des Degler-Konzertes 520.05 Mark
Summa: 18993.08 Mark
Weiteren Gaben sehen wir gerne entgegen.
Dergnügungsanzeiger.
Im Stadt- Kinematograph gelanat
Samstag. Sonntag und Montag ein außergewohnliches
Kuni-Programm zur Vorführung.
Der Ausmarsch des kgl. bayer. 2. Juf.-Reg.“
geigt dieser bochintere'sante Film 5. Abholen
der Kriegefahnen in der Kgl. Residen-, den
Abschied des Königs von dem Regiment, den
Anmarsch zum Hauptbahnl;oĩ u. a. m.
ein italienischer Kunstfilm in? Akten:
lerehe“, in der Titelrolle Lida Borellv. Jtaliene
grobße Tragodin. Dieies hochdromatische
Sujet wird Bewunderung bei den Zuschauern
finden. Fur Humor forgt der hmoristische
Film „Wenn ich mal Napolcon wäre“
und als Ertra-Einlage ist eine herrliche Naturaufnahme
„Maria- zell“ dem hochinteressanten
Programm eingesetzt. Siehe Inserat.
Wetterbericht
Für Samstag. den 12. September:
Strichregen.
Neuer
Simsbad — Hefmühle
Wasser 21 — C — Luft 21 Grad C.
Nosenheimer Schranne vom 10. Sept. 1914
ss—iHn
2 " □. —
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Satun.se
75
Rirar Ser #r I# #————
Wehennltt 5o
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Korn 251 26 26 s12 * udcie
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Oater — 2 3 1½| 9 67 0
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Knöhrer-chetiöhereljandelsechule Ea.
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Instit-I blutig-Innllannolsvussuschsmn
shssssslsssssIPIIOJIOIIIOIUIIOIDII
sechsklssäläo Ist-Miso Vorderfüsse-List
M
cost-Inder Bis
punctiticlitspiele
Reliq-Samztag
den 12,
: Nalser:
Sonntag den 13., Montag den 14. September
Hochinteressant Neu!
IEILEILIIIIIIIII
6 Namur. — Lüttich. — Belgische Truppen. — Englische
Gartde. — Häuser aus denen hinterrücks auf unsere
Tiuppen geschossen wurde. — Feldküche in einem belgs##schen
Theater, — Unsere Landwehr im Feinbesland.
Aktnell! Paris vom Luftschiff aus. Aktuelll
Das große Welthäusermeer aus der Vogelperspektive.
In den Reihen der Feinde.
Ergreifend zeitgemäßes Drama in
Großartiges Nebenprogramm.
2 Akten.
(Riesenprogramm)
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Sheme##tilche Fachkurse.
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Blite genaus Adrunse.
Prospekte durch Ok##ter Weler.