Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1899. (76)

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eigenthümern  oder  Miterben  erfolgt,  der  Zuschlag  einem  Miteigenthümer  oder  Miterben
ertheilt,  so  bleibt  bei  der  Berechnung  der  Gebühr  der  Werth  des  dem  Ersteher  bereits  zustehenden
  Antheils  an  dem  versteigerten  Gegenstand  außer  Betracht.

F.  110.

Die  nach  §.  108  Abs.  1  Ziff.  1  zu  erhebenden  Gebühren  werden  nach  dem  Betragder
  zu  befriedigenden  Forderungen  zuzüglich  der  miteinzuziehenden  Zinsen,  die  nach  den
§§.  108  Abs.  1  Ziff.  2  bis  5,  Abs.  2,  109  zu  erhebenden  Gebühren  werden  nach  der
Schätzungssumme  berechnet.

Betrifft  das  Verfahren  mehrere  Gegenstände,  so  werden  die  Gebühren  nach  der
Summe  der  für  die  einzelnen  Gegenstände  maßgebenden  Beträge  berechnet.  Werden  durch
den  Zuschlag  mehrere  Gegenstände  einzeln  zugeschlagen,  so  wird  die  in  9.  109  bestimmte
Gebühr  für  jeden  Gegenstand  gesondert  berechnet.

S.  111.

Die  in  §.  108  Abs.  1  Ziff.  1  bezeichneten  Gebühren  werden  mit  der  Erlassung  des
Beschlusses,  die  in  §.  108  Abs.  1  Ziff.  2  bis  5  bezeichneten  Gebühren  werden  mit  der  Feststellung
  des  Theilungsplans,  die  Gebühr  für  den  Beschluß  auf  Ertheilung  des  Zuschlags
(§.  109)  wird  mit  der  Rechtskraft  des  Zuschlags  fällig.

Wird  das  Verfahren  vor  Feststellung  des  Theilungsplans  aufgehoben,  so  werden
die  in  §.  108  Abs.  1  Ziff.  2  bis  5  bezeichneten  Gebühren  mit  der  Aufhebung  des  Verfahrens
  fällig.

Ist  das  Verfahren  eingestellt,  so  werden  mit  dem  Ablauf  eines  Jahrs  seit  Erlassung
des  Beschlusses  auf  Anordnung  der  Zwangsversteigerung  die  bis  dahin  entstandenen  Gebühren
  fällig.

F.  112.

In  dem  Verfahren  der  Zwangsverwaltung  werden  erhoben:

1)  für  die  Anordnung  der  Zwangsverwaltung  oder  für  die  Zulassung  des  Beitritts

eines  Gläubigers  zwei  Zehntheile,  «

2)  für  jedes  Jahr  der  Zwangsverwaltung,  wobei  ein  begonnenes  Jahr  als  voll

gezählt  wird,  fünf  Zehntheile,

3)  für  jedes  Vertheilungsverfahren  fünf  Zehntheile
der  Sätze  des  §.  8  des  deutschen  Gerichtskostengesetzes.