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und so viele andere Helden hervorgingen. — Indessen ein Privilegium ist
immer bei der süßen Gewohnheit des Daseins eine schöne Sache, und wer es
einmal besitzt oder auch nur besaß, giebt es so leicht nicht wieder auf, von
der Erlaucht bis zum Nachtwächter. — Und ist denn das Bürgerthum, das
kein Privilegium des Abels anerkennen will und sich dadurch verletzt
fühlt, um ein Haar anders? Haben wir nicht noch in neuester Zeit erleben
müssen, daß aus ihm Leute für Zunft= und Gewerbezwang sprachen,
welche ihren Wohlstand selbst nur der Gewerbefreiheit danken, die aber
nun alt und träge geworden, die Concurrenz und Rührigkeit der neu
herangewachsenen Jugend scheuen und deshalb jetzt um Erneuerung des
verrotteten Privilegiums betteln, dem Publicum wieder schlechte Waare
für hohe Preise aufnöthigen zu können?
Wie dem nun auch sei, die preußische Armee erhielt durch den angeführten
Umstand im Laufe des vorigen Jahrhunderts immer mehr eine
andere Gestalt, und zwar nicht zu ihrem Vortheil. Das intelligente
Bürgerthum und der freie Bauernstand dankten natürlich für die Ehre, ihre
Söhne nur zu den niedrigen Stellen im Heere herzugeben, Stellen, die ihnen
für die Zukunft nichts weiter boten, als Mangel, Elend, Mißhandlung,
Verkrüppelung und Tod. Dadurch wurde der freiwillige Eintritt in die
Armee immer seltener und fand nur noch von Subjecten statt, welche
Noth, Verzweiflung oder Verbrechen dazu führten. Um so eifriger
mußten die Werbebüreaus für Ergänzung der Armee sorgen, und da das
Inland in den zur Vermeidung von Collisionen der Werber abgetheilten
Bezirken (Cantons) nicht hinreichendes Material darbot, so wurden die
Werbungen im Auslande oft in einer Art betrieben, welche die Achtung
vor Preußen im „Reiche“ eben nicht erhöhte. Eine Abhülfe war dabei
schwer zu treffen, denn, gewann auch zuletzt die sogenannte Cantonpflichtigkeit
eine größere Ausdehnung, sie erstreckte sich doch nur auf den ärmeren,
unfreien, rechts= und hülfsloseren Theil des Volkes; der frühere väterliche
Absolutismus in Preußen hatte eine viel zu hohe Achtung vor dem Recht
jedes Unterthanen, um auch nur an eine allgemeine Dienst= oder Wehrpflicht
unter den damaligen Umständen zu denken. — So war die Armee,
was Unteroffiziere und Gemeine betraf, bald aus den wunderlichsten
Elementen zusammengesetzt. Neben dem durch Hinterlist der Werber
verlockten, aus Noth und Verzweiflung eingetretenen oder durch mehr
oder weniger Zwang aufgegriffenen Handwerksburschen rc., dem leibeigenen
Bauernknecht befand sich in derselben das liederlichste Gesindel aus aller
Herren Länder. Zur Handhabung von Ordnung und Disciplin mußten
hier Stock, Fuchteln und Spießruthen das Meiste thun; aber eben damit