verpachtet. Einigen Gefangenen, die nicht einmal ein Hemd
besaßen, wurde von den anderen wenigstens mit einer Weste
und einer Hose ausgeholfen. Viele gehen noch jetzt barfuß.
Das aus Deutschland gestiftete Geld zur Verpflegung der
Gefangenen hat die Militaͤrverwaltung zwar zum Ankauf
von Stiefeln und Wollzeug verwendet, doch muͤssen die
Gefangenen diese Stiefel fuͤr 12½ Schilling das Paar
sich erst wieder kaufen. Erkaͤltungen machen sich fast allge—
mein geltend.
Wegen der mangelhaften Ernährung befurchten die
deutschen Arzte außerdem das Ausbrechen von Hungertyphus,
zumal den Gefangenen zum Feuermachen nur frisches
Holz aus dem Walde geliefert wird, das sie nicht in
den Stall nehmen dürfen, und das daher, abgesehen von
dem Qualm, der den Aufenthalt an den Feuerstätten fast
unmoglich macht, so schlecht brennt, daß es an einzelnen
Tagen erst gelang, das Feuer für das Mittagessen abends
um 8 Uhr in Gang zu bringen. Beschwerden darüber wurden
mit Arrest bestraft, und mit dem Bemerken, daß auf
Revolten der Tod durch Erschießen stände. Einige Tage
blieb man ganz ohne Holz. Auf alle Beschwerden antworten
die aufsichtfuhrenden Subaltern-Offiziere mit Achselzucken.
Erwähnt sei noch, daß alle Gefangenen sich auf dem Hof an
zwei Pumpen waschen mussen.
An besonderen Ereignissen sind zwei Vorfälle charakteristisch.
Ein mitinternierter Pastor aus Magdeburg hielt
eines Sonntags im Stall eine Predigt über das Thema:
„Gott helfe den Deutschen zum Siege“ (das stetige Thema).
Als es ruchbar wurde, wurde er deportiert nach der Insel
„Man“ (westlich von England), auf der sich etwa 6000 un-8