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Ignoranz in den ersten Elementen der Kirchengeschlchte, daß
ein Mensch eristiren kann, der Untrüglichkeit des Pabstes annimmt.
Jeder Pabst mußte bei seinem Regierungsantritt seinem
Vorgänger das Anathema zurufen, wenn er sich in
Rücksicht auf Orthodorie geirrt hatte. Ueberhaupt, wie wenig
man ihn für einen ehrlichen Mann gehalten hat, sieht man
daraus: man ließ ihn erwas mit Tinte unterschreiben, worin
Abendmahlwein vermischt war, damit man seines gegebenen
Worts desio mehr versichert seyn moͤchte.
Stand es mit dem päbstlichen Ansehen so schlecht, wie
vollends mit dem Patrimonium Petri! An Oberherrschaft
über Rom war wohl nicht zu denken; aber auch die Einkünfte
vom Zehnten, versprochene jährliche Gelder, die hie und
da aus den Provinzen eingehen sollten, blieben aus. Was
sollten die fränkischen Koͤnige dafür sorgen, daß Geld nach
Italien geschickt würde! Der Name: Patrimonium Petri
klingt prächtig jetzt in unserm Ohr, aber nicht im Ohr der
Menschen des sechsten und siebenten Jahrhunderts. Es hieß:
Eigenthum der rdmischen Kirche, von der man glaubte, daß
sie Petrus gestistet habe. 3. B. Patrimonium larci hieß
die venetianische Kirche, weil man glaubte, daß sie Marcus
gestifter habe. Nach und nach aber hat es sich eingeschlichen,
es werde Alles dem heiligen Petrus geschenkt, was man der
Kirche von Rom schenke, weil das Patrimonium Petri damit
vermehrt werde.
Eo war im sechsten und siebenten Jahrhundert bis in's
aaste und zwolfte gewöhnlich, daß, wenn ein römischer Bischof
starb, seine ganze Hinterlassenschaft den Armen Preis gegeben
werden mußte. Der Ursprung dieser Gewohnheit kam daher:
Allis, wovon der Bischof lebte, war gewoͤhnlich aus der Ar-Moankasse#
Waner also sich erspatte, hatte er kigentlich den
Ahen#z viel entzogen. Daher vindicirten es die Armen