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der Kompanie, sie war unter ihrem früheren Chef, einem der
ritterlichsten und tüchtigsten Offiziere des Regiments, wohl die
beste im Bataillon gewesen, so daß es nur Ernst und guten
Willen bedurfte, um sie wieder in den früheren Stand zu setzen.
Dazu hatten wir in Verneville die beste Gelegenheit, wir lagen
ja in 2ter Linie, also weit vom Schuß, und konnten drillen
und exerzieren wie im Frieden, und das ist bekanntlich das
beste Mittel, die Disziplin zu erhalten. Vor= und Nachmittag
wurde exerziert, auch im Bataillon, und in der Zwischenzeit,
soweit sie nicht durch das Abkochen in Anspruch genommen
war, wurden die Sachen in stand gesetzt, soviel sich das bei
den primitiven zu Gebote stehenden Mitteln und bei dem arg
beschränkten Raume thun ließ. Helme, Knöpfe und Gewehre
wurden geputzt, daß es eine Freude war, und bald zeigten die
Appells, das Entzücken jedes eifrigen Kompaniechefs, ganz das
Bild wie im Kasernenhofe der Garnison, die letzten Schattierungen
des Lehmbodens von Verneville waren verschwunden. So verging
ein Tag wie der andere, eine Abwechselung brachte nur
eine feierliche Verteilung von eisernen Kreuzen und die Ankunft
eines Transports von Rekonvaleszenten und Ersatzmannschaften,
von dem ich auch so viel erhielt, daß meine Kompanie wenigstens
wieder auf die Stärke von 158 Mann kam.
So das äußere Leben, das innere gestaltete sich den Umständen
angemessen auch recht gut. Wie schon gesagt, hatte
ich durch die Verkettung günstiger Umstände ein ganz ausnahmsweise
gutes QOuartier, um das ich sehr beneidet wurde.
Wir lagen zwar zu 5 in einer kleinen Stube, hatten aber den
Vorzug, aus Lazaretbeständen jeder einen Strohsack und ausreichende
Decken zur Disposition zu haben, ferner erfreuten wir
uns einiger Stühle und eines Tisches, alles Luxusgegenstände
die anderwärts nicht vorhanden waren. Dann war es durchaus
nicht zu verachten, daß das ewige Rind= oder Hammelfleisch
mit Reis der Lieferung, das einem bald zuwider wurde
da es heute geschlachtet auch am selben Tage verzehrt wurde,
und die berühmte Erbswurst durch allerhand Liebesgaben aus
Johanniterdepots, als dann und wann einen Schinken, guten
Rotwein 2c. unterbrochen wurde. So lebten wir verhältnismäßig
ganz gut und vertrugen uns prächtig mit den beiden