Full text : Staats-Lexikon.

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en  zur  Bestreitung  der  Kosten  der  römichen
  Kurie.
Petition  (lat.),  im  allgemeinen  Beeichnung
  für  Bitte,  Gesuch,  namentlich
solche  Gesuche  und  Anträge,  welche  an
hörden,  an  die  Volksvertretungen  oder
an  den  Regenten  selbst  gerichtet  werden;
daher  petitionieren,  um  etwas  nachsuchen;
  Petitionsrecht,  die  Befugnis
des  Staatsbürgers,  sich  mit  Bitten  und
Gesuchen  an  die  staatlichen  Organe  wenden
  zu  dürfen.  Je  nachdem  es  sich  nun
hierbei  um  die  künftige  Verbesserung  eines
mangelhaften  Zustands  und  eines  zu  besorgenden
  übelstands  oder  um  die  Abstellung
  eines  bereits  eingetretenen  Mißstands
  handelt,  wird  wiischen  P.  und  Petitionsrecht
  im  engern  Sinn  und  zwischen
Beschwerde  und  Beschwerderecht  unterschieden.
  Dies  Beschwerde=  und  Petitionsrecht
  versteht  sich  eigentlich  für  den  modernen
  Rechtsstaat,  welcher  dem  Staatsbürger
  die  persönliche  Frechst  gewährt,
von  selbst;  gleichwohl  ist  dasselbe  in  vielen
  Staaten  verfassungsmäßig  garantiert,
so  z.  B.  in  England  schon  Lunch  die  P.  of
rights  (s.  d.)  und  ebenso  in  den  neuern
deutschen  Verfassungsurkunden,  namentlich
  seitdem  die  deutschen  Grundrechte  von
1848  dieses  Recht  ausdrücklich  und  zwar
sowohl  den  einzelnen  Staatsbürgern  als
auch  den  Korporationen  und  Vereinigungen
  mehrerer  gewährleistet  hatten.  Insesondere
  ist  den  Volksvertretungen  die
Befugnis  eingeräumt,  Petitionen  entegenzunehmen,
  allerbinge  oft  mit  der
eschränkung,  daß  dieselben  nur  schriftlich
  vorgebracht  und  nicht  persönlich  oder
durch  Deputationen  überbracht  werden
dürfen.  So  ist  es  denn  auch  dem  deutschen
Reichstag  nachgelassen,  Petitionen  anzunehmen
  und  solche  dem  Bundesrat  oder
dem  Reichskanzler  zu  überweisen,  wofern
er  dieselben  für  begründet  und  beachtenswert
  hält.  Nach  der  Geschäftsordnung  des
deutschen  Reichstags  (I§§  24,  26)  besteht
für  die  Prüfung  der  eingehenden  Petitionen
  eine  besondere  Petitionskommission;
  doch  ist  es  auch  zulässig,  solche  Petitionen,
  die  mit  einem  Gegenstand  in
Verbindung  stehen,  welcher  bereits  einer
andern  Kommission  überwiesen  ist,  eben-Petition

  —  Petition  of  rights.

falls  an  diese  letztere  Kommission  zu  überweisen.
  Die  Petitionskommission  aber,
deren  Mitglieder  übrigens  nach  achtwöchentlicher
  Amtsführung  ihren  Ersatz  durch
Neuwahlen  beanspruchen  können,  hat  allwöchentlich
  den  Inhalt  der  eingehenden
Petitionen  durch  eine  in  tabellarischer
Form  zu  fertigende  Zusammenstellung
ur  Kenntnis  der  einzelnen  Mitglieder  des
eichstags  zu  bringen.  Zur  Erörterung
im  Reichstag  selbst  gelangen  nur  diejenigen
  Petitionen,  bei  welchen  auf  solche  Erörterung
  entweder  von  der  Kommission
oder  von  15  Mitgliedern  des  Reichstags
angetragen  wird;  im  ersten  Fall  hat  die
Kommission  über  die  P.  einen  Bericht  zu
erstatten.  Unter  allen  Umständen  muß
aber  auf  jede  P.  ein  Bescheid  des  Reichstags
  erfolgen,  und  zwar  werden  nach  der
bezeegenden  Praxis  solche  Petitionen,
welche  wegen  Schlusses  der  Session  keine
Berücksichtigung  finden  konnten,  den  Petenten
  zurückgegeben  mit  der  Anheimgabe,
dieselben  für  die  nächste  Session  zu  erneuern.
  Wie  aber  den  Volksvertretungen
einerseits  das  Recht  zusteht,  Petitionen
entgegenzunehmen,  so  kann  ihnen  auch
auf  der  andern  Seite  die  Befugnis  nicht
abgesprochen  werden,  sich  ihrereits  selbst
mit  Petitionen  an  die  Staatsregierung
zu  wenden.  Doch  ist  es  hier  parlamentarischer
  Brauch,  nicht  die  Form  der  P.,
welche  direkt  etwas  verlangt,  sondern  dienenige
  der  Adresse  zu  wählen,  in  Ss
die  Stände  ihre  Zustimmung  oder  ihre
Mißstimmung  angesichts  gewisser  Maßregeln
  der  Staatsregierung  aussprechen
Ge.  Adresse.
etition  ofrights  (engl.,  Ipr.  pätisch'n
of  reits),  d.  h.  Bittschrift  um  Herstellung
der  Rechte  und  Freiheiten,  die  vom  englischen
  Parlament  1628  dem  König  Karl  I.
überreichte  Beschwerdeschrift,  Die  Forderungen
  derselben:  keine  Abgabe  an  den
König  ohne  Sevilligun  des  Parlaments,
keine  willkürliche  Verhaftung  und  Verurteilung,
  keine  willkürliche  Einquartierung
  und  Exekution,  Aufhebung  der
kriegsrechtlichen  Kommissionen  für  immer,
  wurden  7.  Juni  1628  vom  König
ewährt.  Seitdem  gilt  die  Schrift  als
taatsgrundgesetz,  durch  die  Habeaskor-