thumbs : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Dritter Band. (3)

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Die  übrigen  Staaten  und  preußischen  Provinzen  vollends  standen  in  dieser  Beziehung
weit  hinter  den  eben  genannten  zurück.

Der  Zugang  an  Keuchhusten  betrug  für  die  3  Jahre  496  —  510  —  634,  ist
also  stetig  gestiegen.  Den  Krankenhäusern  gehen  offenbar  meist  die  schweren,  mit  Erkrankungen
  der  Luftwege  und  Lungen  verbundenen  Fälle  zu,  wie  die  hohe  Sterblichkeitsziffer
  von  12,0  %  des  Abgangs  beweist.

Von  den  1540  in  Behandlung  gekommenen  Kranken  entfielen  auf  Berlin,  die
Rheinprovinz  und  Hamburg  allein  636,  also  über  40  %.

In  größerer  epidemischer  Verbreitung  scheint  die  Krankheit  u.  a.  im  Jahre  1891
in  Berlin  (108  neu  aufgenommene  Kranke  gegen  37  im  Jahre  1889),  ferner  1889  in
der  Provinz  Sachsen  aufgetreten  zu  sein,  in  welchem  Jahre  der  Zugang  sich  dort
höher  stellte,  wie  in  den  beiden  anderen  Berichtsjahren  zusammen.

Puerperalfieber.  (Vergl.  auch  unter  Entbindungsanstalten.)  Wegen  Erkrankung
an  Kindbettfieber  sind  in  den  allgemeinen  Heilanstalten  1409  Frauen  behandelt
worden.  Der  Zugang  zeigte  in  den  3  Berichtsjahren  eine  stetige  langsame  Steigerung:
420  —  480  —  483.

Die  Sterblichkeit,  welche  in  den  einzelnen  Jahren  nur  unerheblich  schwankte,
betrug  fast  die  Hälfte  des  Gesammtabgangs  —  49,5  %  —.  In  den  Entbindungsanstalten
  sind  19,9  %  der  nach  der  Geburt  erkrankten  Wöchnerinnen  gestorben;  es
scheint  also,  daß  in  den  allgemeinen  Krankenhäusern  hauptsächlich  die  schweren  Fälle
Aufnahme  finden,  oder  daß  rücksichtlich  der  Diagnose  in  beiderlei  Anstalten  nach  verschiedenen
  Grundsätzen  verfahren  wurde;  in  der  Universitäts-Entbindungsanstalt  zu
München  wurde  beispielsweise  jede  Wöchnerin,  deren  Temperatur  einmal  über  38,2°  C
stieg,  als  infizirt  betrachtet.

Von  sämmtlichen  allgemeinen  Heilanstalten  sind  in  denen  von  Berlin,  wo  die
gynäkologische  Klinik  als  allgemeines  Krankenhaus  an  der  Berichterstattung  theilnimmtt),
im  Verhältniß  die  meisten  Fälle  von  Wochenbettfieber  in  Behandlung  gekommen;  ihre
Zahl  betrug  mehr  wie  den  vierten  Theil  des  Gesammtzugangs,  nämlich  27,4  %  desselben
(in  Preußen  insgesammt  67,3  %  in  der  Rheinprovinz  12,3  ½%,  in  Bayern  7,2  0).
Verhältnißmäßig  hohe  Prozentsätze  zeigten  auch  das  Königreich  Sachsen  und  Hamburg
mit  6,3  bezw.  4,2  %  des  Gesammtzugangs.

Unterleibstyphus  und  gastrisches  Fieber  (Tab.  e  und  f).  Von  der  erstgenannten
Krankheit  sind  15  660  —  11  039  —  11789  Fälle  zur  Aufnahme  gekommen,  von  gastrischem
  Fieber  4468  —  4150  —  4282.  Hinsichtlich  der  Unterscheidung  beider  Krankheitsformen
  ist  offenbar  nicht  überall  nach  gleichen  Grundsätzen  verfahren  worden;  in
Bayern  und  Württemberg  übertraf  die  Zahl  der  in  Behandlung  gelangten  Fälle  von
gastrischem  Fieber  die  der  Typhusfälle  —  3388:2311  bezw.  739:639  —,  während  in
den  übrigen  Bundesstaaten  und  in  den  preußischen  Landestheilen  der  Zugang  an  Abdominaltyphus
  stets,  und  theilweise  sehr  bedeutend,  den  an  gastrischem  Fieber  überwog.
In  Berlin  kamen  beispielsweise  auf  2945  Typhuszugänge  nur  215  an  gastrischem
Fieber,  in  Pommern  stellte  sich  dies  Verhältniß  wie  1549:  180,  in  Hamburg  sogar
wie  3594:  179.

Von  den  an  beiden  Krankheiten  insgesammt  zugegangenen  51388  Fällen  kamen
auf  die  Krankenhäuser  von:

Ostpreußen  2s300  Berlin  6,1%
Westpreußggen  3,1  5  Brandenburg  .  .  .  .  2,3,

1)  Vergl.  Arbeiten  aus  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  Bd.  IV,  S.  274.