5. 12.
Zu Art. 68.
Wenn bei Unterbrechung der Wahlhandlung die bis dahin abgegebenen Stimm-
zettel einstweilen unter koppelten Siegelverschluß zu legen sind, so ist dieß in der Weise
auszuführen, daß das Behälluiß, in welches die abgegebenen Stimmzettel gelegt worden
sind, im Beisein des Wahluvorstandes vom Vorsitzenden oder dessen Stellvertreter ge-
schlossen und danach mit einer Schnur zusammengebunden, diese aber vom Vorsitenden
oder dessen Verkreter mit dem Gemeindesiegel und von einem dazu aufgeforderten zweilen
Mitgliede des Wahlvorstandes mit seinem Privalpetschaft an das Behältniß festge
siegelt wird.
Sobald die unterbrochene Wahlhandlung ihren Fortgang nehmen soll, ist das
verschlossene Stimmzettelbehältniß vor dessen Wiedereröffnung den anwesenden Mitgliedern
des Wahlvorflandes behufs deren Ueberzeugung von der Unversehrtheit des Siegelver-
schlusses vorzuzeigen.
. 13.
Zu Art. 74.
Der Gemeindebeamte, welcher den die Wahlhandlung leitenden Vorsitzenden bei
Verlesung und Zählung der abgegebenen Stimmen zu vertreten befugt sein soll, ist hierzu
einmal von dem Wahlleiter zu beauftragen, sodann aber auch auf die getreuliche Erfüllung
der von dem Vorsihenden hierbei wahrzunehmenden Obliegenheiten, namentlich auf die
treue Wiedergabe des Inhalts der Stimmzettel und ein gewissenhaftes Verfahren bei der
Entscheidung über die Gültigkeit der Stimnzektel, soweit ihm dieselbe nach den Um-
ständen iält, mittelst an Eidesstatt abzugebenden Handschlags besonders zu verpflichten.
der Bestimmung des Artikels, daß ein also beauftragter und verpflichteter
Gemeindebeamter dem eigentlichen Wahlvorsitenden, wenn thunlich, die über die Gültig-
leit einzelner Stimmzettel im Wahlvorstande auftauchenden Fragen vorlegen solle, ist be-
sonders an den — voraussetzlich meist nur in den Städten vorkommenden — Fall zu
denken, wenn die Verlesung und Zählung der Wahlstimmen ein äußerst zeitraubendes, die
Kräfte des Vorsitzenden selbst übersteigendes, bcziehentlich bei abtheilungsweise von der
Wäheschast erfolgter Süimmabgate gleichzeitig in gelrennten Lokalen auszuführendes Ge-
chäft ist. Es soll jedoch auch der Fall getroffen werden, wenn der Vorsitzende durch
irgend welche rechlfertigende Vorkommnisse von der fortgesetzten Theilnahme an dem Ge-
schäfte des Verlesens und Zählens der Wahlstimmen abgehalten ist.
rt. 83.
Wird in dem Falle des dritten Absates von Art. 83 die Entschliehung der Ge-
meindeversammlung darüber erforderlich, ob die Anstellung eines erst zu wählenden oder
auch eines schon gewähllen Mitgliedes des Gemeindevorstandes auf länger als 6 Jahre
oder auf Lebensdauer erfolgen solle, so ist kas in Betracht kommende Verlangen des zu
Wählenden oder bereits Gewählten in dem zu erlassenden Wahlausschreiben hervorzuheben
und eben darin den Wählern ausdrücklich bemerklich zu machen, daß sie mit der Abgabe
ihrer Stimme für den Betreffenden zugleich das von demselben rücksichtlich Prn Dauer des
ihm zu übertragenden oder bereits übertragenen Amtes erhobene Verlangen bewilligen.