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Nachtrag
vom 20. Dezember 1880
zu den Verordnungen vom 27. Dezember 1870 und vom 17. Juni
1871 und zu dem Nachtrage dazu vom 22. Februar 1879, den Schutz
der Holzungen, Baumpflanzungen, Wiesen, Felder und Gärten
betreffend.
Wir Heinrich der Vierzehnte von Golles Gnaden Jüngerer Linie regierender Fürst Reuß,
Graf und Herr von Plauen, herr zu Ereiz, Kranichseld, Gera, Schleiz und Lobenstein
etc. etr.
verordnen nachträglich zu den Verordnungen vom 27. Dezember 1870 und 17. Juni
1871 und zu dem Nachtrage dazu vom 22. Febrnar 1879, den Schuß der Holzungen,
Baumpflanzungen, Wiesen, Felder und Gärten betreffend, mit Zustimmung des Land-
tags, was folgt:
65 1.
In Forst= und Feldrügesachen (6 4 des Nachtragsgesetzes vom 22. Februar
1879) ist in dem richterlichen Strafbefehle oder Urtheile neben der Strafe zugleich
die Verpflichtung des Schuldigen zum vollen Ersatze des durch die strafbare Handlung
gestifteten Schadens (86 2 und 3 der Verordnung vom 27. Dezember 1870) aus-
zusprechen, dafern der Beschädigte nicht vor Erlaß des Strafbefehles oder Urtheiles
erklärt hat, auf Schadenersatz verzichten, oder den Anspruch auf solchen im Wege des
Civilprozesses verfolgen zu wollen.