machen, konnte kein deutsches Wort. Selbstverständlich
setzt er von seinen elsässischen Verwandten voraus, daß sie
französisch Iönnen, wenn er kommt, und lacht über ihre
Ungebildetheit, wenn sie deutsche Eigennamen nucht wie er
nach französischen Leseregeln aussprechen, z. B. nicht
„Boähr“ für „Bauer“ sagen. Dies Beispiel zeigt deutlich,
wie ernst die Behauptung unserer elsässischen Welschlinge
zu nehmen ist, sie sprächen darum mit ihren Kindern
französisch, weil diese das Deutsche nachher in der Schule
doch lernten. Wenn sie nach Frankreich auswandern, sällt
es ihnen gar nicht ein, zu Hause das Deutsche zu pflegen, weil
ihre Kinder das Französische in der Schule doch lernen.
Die Franzosen, die deutsch lernen, sund meist Stockfranzosen,
leine gewesenen Elsässer. Das beweist, daß das Französeln
der Elsässer nicht aus Deinem Ideal der Doppelkultur
hervorgeht.
Dann fragt es sich serner, ob dieses Ideal psychologisch
und pädagogisch begründet ist, ob es nicht durch Vergeudung
von Newenkrast teuer erkaust werden muß. Newenärzte
bekämpsen die gleichzeitige Erlermung zweier Sprachen
durch die in höchsten Kreisen leider übliche Haltung von
Bonmen. Eine weitere Frage ist, ob sich gerade das weibliche
Geschlecht zur Kulturvermittlung eignet, ob ihm nicht
nützlichere Kemunisse fürs Leben nottäten. Wo keine obere
Schicht, die ein schlechtes Beispiel gibt, vorhanden ist, da
tut man die Töchter, wenn die Mittel es erlauben, in Haushaltungs-,
Koch-, Näh- und dergleichen Schulen und die
Söhne auf Landwirtschaftsschulen. Das führt zu wirklichem
Fortschritt. Andere sehen dann den Fortschritt
und ahmen ihn nach, ohne selbst songewesen zu sein. Wo
dagegen die oberen Schichten welscheln, da schickt man die
Kinder auch ins „Welsche“, aus dem sie dann eben so
gescheit zurückkommen, als sie fortgegangen sind.
Auch ich habe meine Pfingstbetrachtungen. Apostelgeschichte
2,8 hörten die Leute an Mine „alle die
Sprache, darinnen sie geboren waren.“ Das elsässische Volk
hört aber bei den Bildungsschwindlern die Sprache, darinnen
es geboren ist, gerade nicht. Der Bildungsschwindel ist
das Gegenteil von Pfingsten. Ihr macht, daß eure
eigenen Landsleute euch nicht mehr verstehen. Und dann
der andere Pfingstgedanke: Völkerfriede. Wer ist das größte
Hindernis eines guten Einvernehmens der beiden Nachbarvölker?
Niemand als gerade die elsässischen Welschlinge.
Das geben ehrliche Franzosen unsereinem selbst zu. Was
nährt aber das Welschlingstum der Elsässer mehr als gemde