24 Französische Ausrüstung.
Ausstattung und mit der Anweisung, ihren Hunger in Feindesland
zu stillen, ins Feld geschickt wurde. Zur nähern Beleuchtung der
französischen Ausrüstung mögen folgende Depeschen dienen, deren
Originale während der Belagerung von Paris von deutschen Truppen
in St. Cloud aufgefunden wurden.
„Metz, 24. Juli. Der Intendant des dritten Korps an den
Kriegsminister in Paris:
Das gesammte 3. Korps verläßt morgen Metz. Ich habe keine
Lazarethgehülfen, keine Verwaltungsarbeiter, keine Ambulanzen, keine
Feldbacköfen, keinen Train, keine Wägeinstrumente, und bei der
4. Division und bei der Kavalleriedivision habe ich nicht einmal
einen Beamten. Ich bitte Ew. Ercellenz, mich aus der Verlegenheit
zu ziehen, in welcher ich mich befinde."“
Eine andere Depesche lautet:
„Der Generalintendant an den Kriegsminister in Paris:
„Es giebt in Metz weder Zucker noch Kaffee, keinen Reis,
keinen Branntwein, kein Salz, wenig Mehl und Zwieback. Senden
Sie schleunigst wenigstens eine Million Razionen nach Thionville.“ —
Und doch war der Kriegsminister Le Boeuf dreist und gewissenlos
genug, in der Sitzung des gesetzgebenden Körpers vom 15. Juli
auf die Anfrage: „Sind wir zum Kriege bereit?“ die Antwort zu
geben: „Wir sind völlig bereit", und diese Antwort noch zu erläutern
durch die Worte: „So bereit, daß auch nicht einmal ein
Nagel fehlt!“
Wenn sogar der Kriegsminister in der verhängnißvollsten Stunde
seines Vaterlandes eine solche wissentliche Lüge auszusprechen sich nicht
scheute, dann kann es uns nicht wundern, wenn die französischen
Zeitungen von ungezählten, unwiderstehlichen Regimentern sprachen
und mit Emfase ausriefen: „Wir werden siegen, denn wir
haben mehr als eine Million Soldaten, wir haben Chassepots und
Mitrailleusen, wir haben Zuaven und Turkos, und alles ist für den
Krieg bereit!“
In dieser „kriegsbereiten“ Armee wurden noch im letzten Augenblicke
viele Ernennungen und Beförderungen vorgenommen. Ihre
Stärke beziffert sich wie folgt: