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in Gattersorm. — gattern, mit Gatter versehen: gegattertes
thor; gattersörmig machen, in den Zinnhütten
das zinn gattern; — auspassen, spähen: er gattert darauf,
wie ein vogel auf die nusz Stieler, vgl. dazu
aus-, ergattern. .„
Gattin, k. weiblicher Gatte; neneres Wort der gewählten
Spr.: die gattin deiner ch Günther 661; keinem
manne kann ich gattin sein Schiller Junglr. 3, 4.
Gattung, f. eigentlich Handlung des Fügens, Verbindens
und Ordnens, übergegangen in den Begriff des
Verbundenen, Zusammengehörigen; von Lebewefen und
Gegenständen einerlei Beschaffenheit oder Aussehens:
einer gattung fisch kahen Maaler; netze damit
man allerlei gattung febet Matth. 13, 47; haben im
irer länder .frucht, tier, guet und gelt, edelgestain.
allerlai war, allerlai gattung geschickt Aventin 2, 138;
daucrhafte gattung zeug, andere gattung von waren
Adelung; lernt ich eine gattung armer geschöpfe
kenuen ¾ chiller Fiesko 5, 16; (liebenswürdige Züge)
die der groszen und mannigfaltigen gattung (der geistlichen
Personen) unter gewissen himmelsstrichen eigen
sind Heyse 5, 303; im wissenschaftlichen Sinne ist
gattung der Inbegriff der durch gemeinschaftliche Merlmale
zu einer engern Abteilung gehörenden Arten von
Naturkörpern; gröszeres .. als seine (des Menschen)
kattung Schiller 3, 580; gattung selbst geradezu -
Ware: neben der kaufleut gatung Aventin 1, 56; —
Art und Weise: auf die alt gattung, pachb alter
weisz Maaler; in Frankreich hat er bald seiner
gattung scherer funden Wickr am unger. Son B#; noch
bei Adelung auf diese gattung (Art), als Redensart
des gemeinen Lebens; jetzt nicht mehr.
Gau, m. Landschaft, Landbezirk; goth. gavi, ahd. geni,
gowi, mhd. göu, geu, gou, im Sächsischen und Friesischen
als ga, g5 nur in Ortsnamen; duntkler Herkunft; bis
ins 17. Ih. in oberdeutsch gefärbter Schriftspr. in der
umgelauteten Form und als Neutr. lebendig (wie mundartlich
bairisch bis jetzt), in der Bed. Landschaft, Gegend,
besonders Land im Gegensatze zur Stadt: der gemain
man, so auf dem ga und land sitzt Aventin 1, 42;
auf dem geu und felt 1175; das göuw, feld, gegne, rus
Maaler; in unserm gäu Simpl. 3, 245; das umlautlose
gau als Masc. erscheint zuerst im 17. Ih. in der Bed.
einer politisch abpeschlossenen Landschaft: der gau (vom
Rheingau) Opel-Cohn 79; in diesem Sinne in der
gelehrten Litteratur erhalten, bis auf heute: das reioh
in gauo . gegliedert Treitschte 2, 438; in der Spr.
der Turn= und anderer Vereine, die sich in gauverbände
liedern; auch in dichterischer Spr., in der freieren Bed.
ges alten Wortes, hier gern mit dem Plur. gauen:
die grunenden gauen Goethe Idylle; im grunen gau
Keller Werke 1, 182.
Gauch, m. Kuckuck; altnord. gankr, altengl. gecc,
ahd. goub, mhd. gouch; unsicherer Herkunst, die Möglichkeit
einer Verwandtschaft mit lat. ouculus, altind.
kökilas wird Beitr. 12, 424 dargelegt, unser kuckuck
(s. d.) hängt als bloße lautmalende Bildung lose damit
zusammen. Als Vogelname nur bis ins ältere Nhd.:
cuculles gouch, gauch Dies.; wenn der jung gauch
also flyck wurt, so frissct er scin möter Eppendorfs
Plinius 143; bei Stieler gauch, Plur. geuche, euculuus
impiumis, was noch in Wielands kindisch,
wio ein unbekielter gauch (Wasserkufe 441) nachklingt;
sonst übertragen auf den Narren, Thoren, Tropf, in
der Dichterspr. bis heute geblieben: der narre und der
gouch Helmbr. 83; der alte narr und gauch Luther
v. d. Jüden 1543; ich gauch! Lessing Nath. 5, 5; ich
hab nicht viel zu sparen ala wie ein reicher gauch
Geibel 3, 12; dem gauch wäre es lieber, ea bliebe
vom kuchen ein gröszerer reat ubrig Rosegger
Waldheim. 2,116; = Hahnrei: (sie) spricht: mein man
der iat ein gauch; die ander sagt: und meiner auch
galtern — Gauch.
Gauchblume — Gaukler. 1034
Böhm e altd. Liederb. 176, 2; zum gauch machen Simpl.
3, 70; aus Dinge gewendet, — Narrenwerk: ein jauf oder
gauch machen Luther 1, 3915; — Schamhaar: gauch,
der erst gauch, das haar an der scham Maaler; gauch,
gauchkäfer auch die spanische Fliege ebd. — Zusammensetzungen:
Gauchblume, k. Kuckucksblume. — Ganchheil,
o. Name der Frauenblume, anagallis arvensis.
Gaudieb, m. Meisterdieb, aus dem niederd. gaudef
(gebildet mit dem Adj. gau, älter gowe, gauwe, rasch,
scnel, Uug) im 17. Jh. übernommen: gauciebe, apit“-uben
Schuppius 252; eines gchenkten gaudichs
Schiller 2, 350.
Gankelel, k. das Gankeln und das Vorgegaukelte:
behändigkoit ist keine gaunkelei Steinbach, jetzt
hezxerei; mit diesen erbärmlichen gaukeleien . . einen
blauen dunst vorzumachen Schiller Näub. 2, 3. —
ganleln, spielende Bewegungen machen, Possen treiben
und dadurch täuschen; ahd. gougclon, gouggelon, goukelöôn,
mhd. goukeln, mit kurzem Vocale auch gockeln,
gogeln, hin und her fahren; daß das Wort mit seinen
Verwandten eine frühe Entlehnung aus dem Volkslatein
ist und aus die cauculatores, cauelcarli, cacularii,
fabrende Leute, die namenklich mit einem Zauberbecher
(caucus) täuschende Kunststücke machten, zurückgeht, ist
trotz mannigsachen Widerfpruchs das Wohrscheinkichste
Die ursprüngliche Bed. des Zauberns und Berückens
erhellt aus dem ahd. ascindbik pegoukelote, bigougolöta
Gloss. 1, 768 (vgl. dazu Galater 3, 1); auch später
noch gaukeln und zaubern gleichbedeutend: gleich wie
auch der bapst mit seinem chresem, weihwasser und
salz geukelt und zeubert Luther 7, 403b; tranf.: dasz
viel ihren männern hörner auf die köpfe gaukelten
Simpl. 1, 193; auch — Taschenfpielerei treiben: das sie
mit der schrift also gaukelten und narreten Luther
Widerruf vom Icheseuer 1530; tranf.: hat er una pferdsdreck
ine maul gegeukelt wider das Bapstum 1545;
einem etwas aus der tasche, es ihm in die hand gaukeln
Adelung; gaukelt unscrer leichtgläubigkeit seltsame
schatten vor Schiller Räub. 4, 5; — häufig gewendet
zu der Bed. wie ein Narr gebaren: das er mit seinem
volk also gaukele und fasznachtspiel treibe Luther
von weltl. Oberkeit 1523; namenllich springend, herumsahrend:
gaukelten, redleten, burzieten, balleten (eine
muntere Gefellschaft) Garg. 154; auch schankeln, Gleichgewicht
halten, schweben, an die Bed. der Taschenspielerei
noch erinnernd: der staat gaukelt auf einer nadelapitze
Schiller Fiesko 2, 5; in neuerer dichterischer Spr. aber
von den freien, spielenden Bewegungen leichter, schwebender
Wesen: gaukelnd baden sie mit ihm Goethe
Pandora 1; ein . goldgelher achmetterling gaukelte
durch die strasze Gandy Erz. 131; es gaukelt der
schein um bunte gestalten Geibel 1,4; gaukelnde
achatten Freytag Erinn. 297; unter den gaukelnden
bildern der nacht Handschr. 2, 285; Part. auch — unbeständig:
mit der gaukelncken mod Voß Luise 3, 1, 226.
— In Zufammensetzungen: Gaulelbild, n. Bild das vorgegaukelt
wird. — Gaukelbudc, f. Bude eines Ganklers.
— Gautelposse, k. Posse eines Gauklers. — Gaukelspiel,
n. Spiel eines Ganklers, Trugspiel. — Gauleltasche,
k. Tasche für Gaukler. — Gaulelwerk, n. Gaukelei,
Scheinwerk: deinc arbeit ist gankelwert Schiller
Fiesto 2, 17.
Gankler, m. der das Gauleln als Kuust treibt,
Possenreißer, Taschenspieler; ahd. gouggilari, gougulari,
mhd. goukliere; Jocularius, mimus goukeler, gaukeler,
geukeler, jaukeler, gaugler Dies.; verschiedene Arten:
gaukler, ein Darr im apil, gaukler, zauberer, gauklor
der auf dem aail gehet u. s. w. Henisch; weil. dio
gaukler Kunz hinderm ofen rufen Garg. 207; seiltänzer,
apringer und gaukler Goethe W. Meister 2, 1;
pöbel dem der gaukler nur gefällt Schiller M. Stuart
4, 1. gaukler auch Name eincs Käsers und einer ameri-