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Feind schlagen wollten — wohl nur die Absicht, im Süden die eigene
Grenze zu erreichen, dann aber auch das wolhvnische Festungsdreieck,
Luzk, Dubno und Rowno, zu erobern und dadurch ihre gesamte Abwehrstellung
zu befestigen. Dementsprechend wollten sie mit der
zusammengefaßten I. und 4. österreichischen Armee vom linken Flügel
aus etwa über Kowel offensiv werden und die russische Armee von
Norden her aufrollen. In Derfolg dieser Absichten wurde am
23. August Kowel besetzt.
Ein zusammenhängendes Bild der betreffenden Operationen zu
geben ist leider nicht möglich, da es sich hauptsächlich um COsterreicher
handelt und mir die entsprechenden Guellen nicht zur Derfügung
stehen. Einwandfreie Angaben kann ich daher nicht machen.
Immerhin läßt sich der allgemeine Gang der Ereignisse und das
schließliche Ergebnis feststellen.
Dom v. Juli bis 27. August fochten die Deutschen und die
Osterreicher in entsagungsvoller Abwehr in denselben Cinien, die sie
bald nach der Eroberung von Cemberg erreicht hatten. Nur auf
ihrem linken Klügel waren sie, wie das bereits erzählt worden ist,
Anfang August nach Wladimir Wolhynsk und vom 1. August an
bei wlodawa auf das linke Zugufer und gegen die Straße Kowel
Brest-Litowsk vorgegangen. Auch war die Masse der 41. österreichischen
Armee vom linken Flügel der II. Armee nach Süden verschoben
worden, und auch das X. deutsche Korps war an den Bug
zurückgegangen und von dort nach dem Westen befördert worden,
während die Gardekavallerie wieder zum Beskidenkorps zurückkehrte
1). Am 2. August aber gingen die verbündeten Deutschen und
Esterreicher zum Angriff über, dessen Hauptstoß gegen das Festungsdreieck
Luzk—owno—Dubno gerichtet sein sollte, und kamen damit
den Russen zuvor, die ihrerseits mit ihren VDorbereitungen noch nicht
fertig waren.
Schon am 28. abends waren sie auf dem rechten deutschen Flügel
von den Armeen HPflanzer-Baltins und Bothmers auf die Strupa
zurückgeworfen, während am gleichen Tage BZoehm-Ermolli, der
die 2. österreichische Armee führte, das brennende Sloczow nahm,
die Russen auf die Röhen von Hodkamien zurückwarf und mit seinem
linken Flügel vor Brody liegen blieb, um hier die Umfassung des
russischen Festungsdreiecks ausreifen zu lassen. Am 20. August schritten
die Russen zum Gegenstoß und brachten den rechten Flügel der Verbündeten
stark ins Gedränge; trotzdem konnte Boehm-Ermolli am
#. August die Sereth-Linie überschreiten, und Huhallo zwang die
Russen, die Linie Gorochow--Swiniuchy und Lokacy preiszugeben.
Hier reifte zunächst die Entscheidung. Völlig überraschend für die
1) Das X. Korps gelangte nach Zielosiok, von wo es am 20. September abtransportiert
wurde, und am 23. September in Antwerpen ankam, um im Westen
verwendet zu werden.