Abriß der Ortsgeschichte. 1051
Bayern zwischen 1269 und 1278 die Stadtrechte erhalten. Da die Vererbung
dieses Kloster-Fuldaischen Eigenthums und der Schirmvogteirechte daselbst
an das Haus Bayern weder von dem König Rudolf I., noch von Adolf
und Albrecht bestätigt wurde, so suchte Fulda den alten Lehensverband fortwährend
aufrecht zu erhalten, bis Ludwig der Bayer die Ansprüche auf Lauingen
mit den Waffen geltend machte, indem er die Stadt 1324 eroberte und
sie neuerdings den bayerischen Besitzungen einverleibte. König Ludwig gab
hierauf im Jahre 1325 Lauingen pfandweise dem Berthold von Nyffen.
Diese Verpfändung, wie noch mehrere andere, waren nur von kurzer Dauer,
denn Ludwig löste die Stadt bald wieder ein und war hauptsächlich darauf
bedacht, deren Wohlstand zu heben und ihr ihre Rechte und Freiheiten zu
vermehren und zu sichern. Nach Kaifer Ludwigs Tod 1347 befand sich die
Stadt Lauingen bis zum Jahr 1351 im Besitze der Herzoge Ludwigs des
Brandenburgers, Ludwigs des Römers und Ottos; bei der neuen Landestheilung
im Jahre 1351 fiel sie aber Ludwig dem Brandenburger allein zu,
und als dieser 1361 mit Hinterlassung eines einzigen Sohnes Meinhard
starb, kam Lauingen nach des letztern Tode 1363 an Stephan mit der Hafte,
der Bayern Landshut und München wieder zu einem Besitze vereinigte, wo
es bis zur Landestheilung der Söhne Stephans II 1392 verblieb. Bei dieser
Theilung fielen außer Lauingen an die Ingolstädter Linie unter Stephan III.
noch folgende Orte unseres Kreises: Buch, Burghagel, Donsberg, Faimingen,
Graisbach, Gundelfingen, Hütting, der Markt Neuburg an der Kammel, und die
Stadt Neuburg an der Donau, Schwäbischwörth, Staufen und Weißenhorn.
Nach Stephans III. Tode kam Lauingen an Ludwig den Gebarteten, einen
ritterlichen aber streitsüchtigen und prachtliebenden Fürsten, der mit Städten
und Fürsten, ja sogar mit seinem eigenen Sohne Ludwig dem Höckerichten in
offenen Kampf gerieth und von diesem in Neuburg belagert, gefangen genommen
und in des Markgrafen Albrecht Achilles Gewalt gebracht wurde.
In diesem beklagenswerthen Krieg zwischen Vater und Sohn hielt Lauingen
so lange treu und fest zu dem alten Ludwig, bis es gezwungen wurde, dem
Sieger zu huldigen. Im Jahre 1445 starb Ludwig der Höckerichte und zwei
Jahre darauf der gefangen gehaltene Ludwig der Gebartete, und es kam nun
Lauingen an die Landshuter Linie unter den Herzögen Heinrich, Ludwig und
Georg dem Reichen, welche, wie ihre Vorfahren, der Stadt ihre Rechte, Freiheiten,
und Privilegien bestätigten. Nach Georg des Reichen Tod 1503 entstand
zwischen Bayern und Pfalz ein neun Monate dauernder Erbfolgekrieg,
der durch einen vom Könige Maximilian I. vermittelten Vergleich 1505 endete,
wo für die Enkel Georgs des Reichen, Ott-Heinrich und Philipp das Herzogthum
Pfalzneuburg errichtet und diesem die Stadt Lauingen zugetheilt wurde. Im
dreißigjährigen Kriege 1632 nahmen sie die Schweden und machten sie zu
einem festen Platz, indem sie dieselbe mit Wällen und Gräben umgaben. In
den Jahren 1535, 1537 und 1539 wurden hier schwäbische Kreistage ge-