Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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er  mit  dem  textlich  und  U#lnstratz#  reich  ausgestatteten  ###tselligen
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Mosenheimer

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Rosenheimr  Anzeiger

 

####2  TZeptember  1913

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den  sechs  Fllial-  Ex##btlonen  der  Stadt  entgegengenommen;  außerd

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Die  blutige  engl.  Niederlage  bei  Anaforta  —

Einberufung  des  bayerischen  Landtags.
Die  Russen  bei  der  Festung  Luck  nach  Süden  zurückgeworfen.  —  Die  Kämpfe  an  der  Strypa.  —  Weitere  Verfolgung  der
Rufsen  auf  ihrem  Rückzug.  —  Die  Milderung  der  englischen  Blockade.  —  Die  neue  englische  Arbeiterkrise.  —  Italienische
Kriegsschiffe  in  den  türkischen  Gewässern.

Zeichnet  die  dritte  Kriegsanleihe  !

Abermals  ergeht  an  das  gesamte  deutsche  Volk  die  Llufforderung:
Schafft  die  Mittel  herbei,  deren  das  Vaterland
zur  weiteren  Kriegsführung  notwendig  bedarf!
Seit  mehr  als  Jahresfrist  steht  Deutschland  einer  [Delt  von  Feinden  gegenüber,  die  ihm

Die  Kriegslage.

Der  amtliche  österreichische  Bericht.

WIB.  Wien,  31.  Amtlich  wird  verlautbart:


Rufsischer  Kriegsschauplatg.

Der  nördlich  und  nordöstlich  von  Luck  angetrossene
  Gegner  wurde  gestern  unter  heftigen
Kämpfen  nach  Süden  zurückgeworsen.

Er  ließ  12  Offiziere,  über  1500  Mann,  5
Maschinengewehre,  5  Lokomotiven,  2  Eisenbahnzüge
  und  viel  Kriegsmaterial  in  unserer  Hand.

Auch  bei  Swiniuchy,  Gorochow,  Raziochow
und  Turze  zwangen  unsere  Truppen  die  Russen,
den  Rückzug  fortzusetzen.  Mit  gewohnter  Tapserleit
  erüürmten  im  Raume  südlich  von  Naziochonm
  die  Regimenter  der  Budapester  Heeresdivision
  eine  starl  verschanzte  Linie.

An  der  Strypa  mird  um  die  Uebergänge  gelämpft,
  mobei  die  Russen  unsere  Verfolgung
an  einzelnen  Stellen  durch  heftige  Gegenstöße
anshalten.  Am  Dujestr  und  an  der  bewkarabischen
  Grenze  nichts  Neues.

Unsere  nördlich  Kobrin  lämpfenden
kräste  drangen  bis  Pruszany  am  oberen
wiec  vor.

Italienischer  Kriegsschauplatz.

Auch  gestern  fanden  an  der  Südnesifront  leine
Kämrfe  von  Belang  statt.  Zueci  feindliche  Vor
slöme  bei  San  Martino,  dann  je  ein  Angriff  auf
den  Südteil  des  Tolmeiner  Brückenkopfes  and
auf  unsere  Flitschtalstellung  wurden  abgewiese“l.

Der  Stello.  des  Chefs  des  Generalstabes:

von  Höfer,  Feldmarschalleutnant.
s  s  I

Dleäkiegghäfenvekknssischeu
Flotte.

Von  den  russischen  Ostseehäfen,  die  für  Zwecke
der  russischen  Flotte  entweder  nur  befestigt  sind
oder  als  Seefestungen  zugleich  Kriegehäfen  sind,
wurden  Libau  und  Windau  bereits  von  unbesetzt.
  Von  den  übrigen  Häsen  kommt  zunächtt
das  räumlich  Windau  am  nächen  liegende  2  Dü
namünde  in  Betracht,  das  russische  Ust  Dwins
das  zum  Schutze  Nigas  mit  Batterien  und  ka
versehen  ist,  die  wahrscheinlich  während  der
Kriegszeit  noch  verstärlt  worden  sind.  Alle  übri
gen  Häfen  befinden  sich  auf  der  Nord  u.  Süd
luste  des  Finnischen  Meerbusens,  an  dessen  öst
lichem  Ende  der  stärkste  Kriegshafen  Ruhlands,

Kronstadt,  liegt,  das  den  Schutz  der  russischen
Hauptstadt  Petersburg  von  der  See  her  bildet.
Am  Ausgang  des  Finnischen  Meerbusens  in  die
Ostsee  befinden  sich  die  beiden  befesligten  llei-Aug.



Streit=Mucha-




an  Sahl  weit  überlegen  sind  und  sich  seine  Vernichlung  zum  Giel  gesetzt  haben.

Gewaltige

  affentaten  unseres  Heeres  und  unserer  Slotte.  großartige  wirtschaftlsche  Teistungen
  hennzeichnen  das  abgelaufene  Kriegsjahr  und  geben  Gewähr  für  einen  günstigen

  Ausgang  des  ellkrieges.

den  in  Teutschland  niemand  gewünscht  hat,

auf  dessen  Culfesselung  aber  die  Holitis  unserer  heutigen  Gegner  seit  Jahren  zielbewußt

hingearbeilet  hat.
weil  alles  auf  dem  Spiele  steht.
Söhne  draußen  im

die  Daheimgebliebenen  neue  Geldmitlel  herbeischaffen.
mit  den  zum  Leben  und  Hämpfen  notwendigen

Aber  noch  liegt  schweres  vor  uns,  noch  gilt  es,
Täglich  und  stündlich  wagen  unsere  Brüder  und
Kelde  ihr  Leben  im  Kampf  für  das  baterland.

alles  einzusetzen,

Jetzt  sollen
damit  unsere  Helden  draußen

Dingen  ausgestattet  werden  hönnen.

Chrensache  ist  es  für  jeden,  dem  Vaterland  in  dieser  großen,  über  die  Sukunft  des

deutschen  Volktes  entscheidenden  Seit  mit  allen  Kräften  zu  dienen  und  zu  helfen.
Kriegsanleihe  z

wer  dem  Ruse  Solge  leistet  und  die

Und
bringt  nicht  einmal  ein

zeichnet,

Opfer,  sondern  wahrt  zugleich  sein  eigenes  Interesse,  moem  er  TDertpapiere  von  hervorragender
  Sicherheit  und  glänzender  Verzinsung  erwirbt.

Darum  zeichnel  die  Liriegsanleihe.
aufrütteln!

Auf  jede,  auch  die  khleinste  Jeichnung  hommt  es  an.

Seichnetl  selbst  und  helft  die  Eleichgültigen

Jeder  muß  nach

seinem  besten  siönnen  und  Vermogen  dazu  beitragen,  daß  das  große  Werk  gelingt.
Von  den  beiden  ersten  RKriegsanleihen  hat  man  mit  Recht  gesagt.  daß  sie  gewonnene
Schlachten  bedeuten.  Auch  das  Ergebnis  der  laut  heutiger  Bekanntmachung  des  Reichsbankh-Direhtoriums
  zur  Seichnung  ausgelegten  dritten  Kriegsanleihe  muß  sich  wieder
zu  einem  großen  entscheidenden  Siege  gestalten!

 

neren  Hasenorte  Hangö  an  der  Nordlküste  und
Baltischport  an  der  Südlüste,  das  durch  seine
Monarchenbegegnungen  belannt  geworden  int.
Hangö,  dar  durch  die  Inselsestung  Gustavsvärn
geschünt  wird,  ist  eine  besestigte  Hafenstadt  an
der  Südwestspitze  Finnlands,  während  Baltisch
port  in  der  Bedeniung  gegen  das  nur  zirla  4
Kilometer  öfllich  liegende  RNeval  wesentlich  zurrücktritt.
  iimmersn  aber  starke  Batterien  auf
weist.  Neral,  den  Namen  „Hafen  Peter
des  Großen“  Ken  en  hat,  wird  zurzeit  auege
baut.  Nach  den  russischen  bispositionen  soll  cs
im  Jahre  1913  vollendet  sein.  Der  eigentliche
Ausbau  des  Hasens  betrifft  vor  allem  die  Her
slellung  einer  Riesemmole  sowic  einer  leillunge

fähigen  Staats  erst  und  sonstiger  Hilfemittel
für  die  Flotte.  Der  Verkehr  von  Schiffen  in
dem  Revaler  Lasen  bat  sich  außzerordentlich  lebhaft
  gestaltet,  seitdem  man  den  Handelshafen
erweitert  bai,  der  sich  jetzt  wiederum  als  zu  eng
erweist.  Im  ganzen  sind  40  Millionen  Rubel

 

für  Reval  ausgesetzt,  und  die  Tiefe  des  Hafens
soll  auf  10,5  Meter  gebracht  werden.  Gerade
gegenüber  auf  der  Nordküste  des  Finnischen
Meerbusens  liegt  Helsingsors,  die  160  000  Ein
wohner  zählende  Hauptstadt  Kinnlands,  die  als
Liegehafen  für  Linienschifse  und  Panzerkreuzer
benutzt  wird,  und  einen  seht  itarlen  befestigten
und  sicheren  Hafen  besitzt.  Die  eigentliche  See
sesiung  von  Helji:  Igfors  is.  aber  Sweaborg.
das  als  befeiligter  Hasen  für  leichte  Streitkräfte
und  als  Hilss#stützpunkt  ausgebaut  werden  sollte.
Der  bedeutendste  Kriegshafen  der  russischen  ÖOm
seeslotte  und  gleichzeitig  die  größle  Seefestung  ist
das  tarlbesestigte  Kronnadt  (65  000  Einwoh
ner).  dessen  Lafen  allerdings  nicht  lange  genng
eisfrei  isl.  Die  Befestigungslinie  zwischen  den
beiden  Ufern  des  Finnischen  Meerbusens  ist  24
Kilometer  lang  und  die  südliche  Durchfahrt,  7
allein  für  Schifse  passierbar  ist,  ist  durch  drei
Linien  von  Forts  und  Batterien  besonders  slarl
befestigt.  (Z.)

 

Minstk  als  Waffeuplah.

„Die  bei  Breit-Litousk  geschlagenen  russischen
Truppen  sind  im  vollen  Rücüjzuge  beiderseits
der  nach  Minsk  führenden  Bahn.“  Diese  Mitteilung
  des  österreichischen  Generalstabes  zeigt,  daß
der  bedeutsame  Eisenbahnknotenvuntt  Minsk  in
absehbarer  Zeit  im  Mittelrumt  der  kriegerischen
Ereignisse  siehen  wird.  Das  Gouvern  ement
Minel,  dessen  Hauptstadt  der  gleichnamige  Wai
fenplatz  it,  mird  nun  auch  in  den  ruficichen
Kriegsschauplatz  mit  einbezogen.  Durck  die  gunslige
  Lage  der  Gouvernementshauri'adt  an  der
Kreuzung  mehrerer  großen  Eisenbahmnlinien.  lenn
Minsk  bei  der  Mobilmachung  einen  groren  Te  l
der  Truppen  des  inneren  Rußlands  ver'ammeln.
  Zu  dem  großen  Militarbezir!  Wilng  gehörig,
  bildet  Minsl  nedben  Wilna  ein  meites
Lager  zur  Truppensammlung.  Während  in
Wilna  die  militärischen  Kräfte  ans  den  Landstrichen,
  die  am  Meere  liegen.  mit  Hilie  der
Cisenbahn  Wilna  Petersburg  und  der  dazu  gehörigen
  Querlinien  zusammenstron  nen.  sammelt
Minsl  die  Truppen  derjenigen  Kreidsc.  die  an  der
groseen.  nordoftw  arts  führenden  Balmmutecken
Moslau  liegen.  Der  Sammelraun  Wilna
Minesk  ist  durch  eine  direlte  Elsenbahnein:
schen  den  beiden  Stadien  dure
Linie  führt  über  Wila  nach  #
Minel  nach  Romnp.  Aufß-  erde
Minsk  noch  die  bereits  erwähr:
Vrest  Litomel  her  nach  Mosl
Vedeulung  entirrechend,  die
einer  Mobilmachung  gewinnt,  in  um  die  :
nison  der  Wouvernemenie  ehannnad:  2ech  be

   
 
  
   

 

 
  
 

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führ

Sirede  von

 

trächtlid.  Die  Sladt  in  dör  Sin  der  Komman.
dos  des  1.  rswrsor,  der  2.  *  rerie  divi.
sion  sowie  deren  2.  Brigade.  Au  #  -  liegen
hier  zwei  Jnfankerie  Regimen  ler.  eine  ei  rade
Feldartillerie  und  ein  Bataillon  Train.  Ob  in
jüngiter  Zeit  in  dieser  Zufammensenung  Aenderungen
  vorgenommen  worden  jind,  in  nicht  bekannt

  geworden,  wenn  auch  schon  früher  von
Aenderungen  gesrrochen  wurde.  s*  ist

Minsk  im  Frieden  nicht  gewesen.  Es  in  unbelannt,
  ob  die  Russen  jem  zum  Schuße  dies:s
Waffenplatzes  Feldbefefligungen  angelegt  haben.

  Minsk  ist  an  dem  Flusie  Swislolich.  einem
  Nebenflusse  der  Beresina,  gelegen.  Außer
diesen  beiden  Klüssen  uird  das  Gonvernement
noch  von  den  Laufen  des  Njiemen  und  des
Pririer  durchzogen.  Außer  lleineren  Klussen  ist
noch  ein  umsangreichee  lünüliches  Kanalluuem
zu  erwähnen,  das  Teile  des  Gouverneme  ½2
durchzieht.  Bekannt  ill,  daß  ein  Teil  der  Landes
  von  den  Polichie  Sümufen  ars  jeinlt  wird.
Mine!  bat  einen  großen  Handel  milt  Bodener
zeugnissen,  wie  Flachs.  Hans,  Getreide  sowie
mit  Leder  und  Holz.  Sic  gehort  zu  den  grosiien
Kabrilstädlen  des  inneren  Rußplands.  (/)).