Der Obstbau im Kleingartenbetrieb. 71
fahrungsgemäß als die besten Obstgebiete angesprochen werden,
die auch den Anbau edler Sorten gestatten.
Ost- und Westlagen haben gute Lichtverhältnisse. Erstere
weisen oft die eingangs erwähnten Frostlagen auf, letztere
erhalten größere Windmengen, die austrocknend wirken; doch
wird dies durch stärkere Niederschläge, die die Westseite
empfängt, wett gemacht. Nordlagen sind am ungünstigsten,
weil kalt und feucht; sie sind nur bei flachgründigen, leichten
Böden verwendbar.
Die jeweils beste örtliche Lage wird später bei den einzelnen
Fruchtarten angegeben werden.
Der Boden erfordert naturgemäß die größte Aufmerksamkeit.
Zwar gestatten es die besonderen Verhältnisse des
Kleingartenbaues, noch Böden zu kultivieren, die man für
Großkultur nicht wählen dürfte, doch sind auch hier ausgesprochen
schlechte Bedingungen, wie sie Geröll-, Schutttote
Sand= und Tonböden, sowie solche mit undurchlässigem
Untergrund bieten, von vornherein auszuschließen. Außerhalb
der eben genannten ist aber jede andere Bodenart vermöge
der intensiveren Spatenkultur und der unterstützenden örtlichen
Tätigkeit des Kleingartenbaues zu nutzen.
Wichtig ist eine ausgiebige Bodenlockerung. Bei Neuanlage
ist das Rigolen, d. h. das Tiefgraben des Bodens
mittels Spaten auf 80 bis 100 cm, unerläßlich, zum mindesten
für Kern= und Steinobstarten.
Hand in Hand mit der Bearbeitung muß das Düngen
des Bodens gehen. Ohne planmäßige entsprechende Düngung
ist auch unter sonst günstigen Verhältnissen auf dauernden
Erfolg nicht zu rechnen. Bäume in ausgehungertem, ungepflegtem
Boden bringen schlechte Ernten und sind überdies
für pflanzliche und tierische Feinde viel anfälliger als guternährte.
Bei vorbereitender Bearbeitung für Neupflanzungen ist
eine der Bodenart entsprechende Düngung geboten. Das
will sagen, der Boden erhält die Nährstoffe, die ihm fehlen,
als Ergänzung zugeführt. Z. B. müssen trockene, warme