Aupissier 227 -
Das deutsch-schweizerische 771 ½
Ablommen.
Zürich, 26. Sept. In der heutigen Sitzung
des schweizerischen Ständerates teilte Bundesrat
Hoffmann mit, daß das Ablommen mit Deutschland
gestern abend zum Abschluß gelangt sei,
und sügte bei, das Ergebnis sei für die Schweiz
befriedigend. Die Schweiz habe dadurch dasjenige
erreicht, was sie für die Vollsernährung
und für den Betrieb von Industrie und Gewerbe
zu beziehen genötigt ilt. Jeder beteiligte
Staat gibt, was er nicht dringend für seine
eigenen Wanppratedrsnit notwendig hat und
soweit er nicht durch anderweitige Verpflichtung
gen gehindert ist. In diesem Nahmen werden
Aussuhrbewilligungen erleilt. Die für deutsche
Rechnung in (ier Schweiz liegenden Waren
sollen bis zum Friedensschluß im Lande aufbewahrt
und dann ohne Entschädigung abgeliefert
werden. Die schwarzen Listen sollen mit
Ausnahme der von Munitions= und Wassensabrilen
verschwinden.
4 —0
Der Laftteieg.
Fliegerleutnant Mulzer?
Berlin, 28. Sept. Fliegerleutnant Mulizer,
Ritter des Ordens Pour le merite und des
bayer. Max-Joseph-Ordens, ist auf dem westlchen
Kriegsschauplatz mit seinem Flugzeug
tlödlich abgestürzt.
Mit Leumnant Mulzer hat wieder einer unserer
bewöhrten Kampfflieger den Tod füur das
Vaterland erlinten. Trotz seiner Jugend war
Leutnant Multer einer der verdientesten und
erfolgreichsien Fliegerosfizkere, die auf dem westlichen
Kri. g# schauzlac lälig sind. Leuinant
Mulzer war ein Sohn des Allgäues; sein
Vater ist Arzt in Memmingen, sleht aber zurzeit
im Feld. Die Stadt Memmingen hat dem
verdienten Fliegeroffizier zablreiche Ehrungen zuteil
werden lassen. Leutnant Muljer ist auch em
Nesse des Kommerzienrat? Zillibiller in Niederaschau
und ein Schuler des Prof. Landgraf am
Gymnasium Nojenheim.
Die Bestattung der Zeppelin-Besatzung.
London. 28. Sept. Renter meldet: 22 Mit.
glieder der Besatzung des am 24. Sept. zerflörten
deutschen Luftschisfes wurden mit mi
litärisch en Ehren begraben sechs Offiziere des
Fliegerlorpe trlugen den Sarg des Kommandanten.
Die Ossfizzer e und die Mannschaft des an
deren Luftschiffes, das in der Nähe der Küste
von Esser landete, befinden sich zurzeit in ei
nem Militärgrfangnis (military detention barracke),
von wo sie später in ein Internierungs
lager uberführt werden. Einer von ihnen erlitt
einen Nippenbruch und befindet sich im
Hospital.
der Kampf zue Ler.
Italienische Schiffsverlusie.
Bern, 28. Sept. Nach einer im „Corriere
della Sera“ veröffentlichten Statistil verlor
Italien im Juli 5 Dampfer, 2 Segelschiffe mit
zusammen 16 871 Tonnen durch den Unterseebootekrieg,
im August mehr alo das Dreifache,
nämlich sieben D Dampfer und 39 Segler mit zusammen
54 135 Tonnen. Die italienischen Verluste
im August übersleigen die englischen um
rund 3000 Tonnen.
4 n
Auhland.
Die russische Verblutung.
Berlin, 26. Sept. Der zur Ostarmee ent
sandte Kriegsberichterstatter Kurt Frhr. von
Reden schreibt über die russischen Verluste bei
ihrer großen Offensive: Ueber 3½ Monate hat
nun die große Russenoffensire anzudauern ver.
mocht, lange vorbereitet und weitergenährt
durch die ungeheuren Machtmittel, wie sie nur
Rußland aufbringen und verschwenden kann;
nun scheint die geslaute Flut abgelaufen, uno
die Zuflüsse sind kleiner als der Verbrauch, oer
alles in diesem Kriege Gehörte weit ubertrifft.
Saffstag, 30. September 1916
Opyfertag für die Deutsche Nottel
1. Oktober 1916.
ilte Dankbarkelt des deutschen volkes gegen felne Streiter, dte schon so überwältigender
bewelse feiner Opferwilliqkelt gelielert bat, will auch geiner flolie
nicht vergessen, dte in mehr als zweljäheigem, zähem Kampfe auf allen will“
meeren sich so glänzend bewährte.
Die lungsie der groben curopälsschen Marinen bat gegen die verelnigien
flotten von Fünf alten Seenolhkern sch nicht nur bebauptet, sondern unvergängliche
lorbeeren sich erworben.
Ohne Stützpunkt haben ihre Kreuzerbefabungen Monaie
lang den fseindilchen Randel schwer geschä4lg#t und in den Schlachten von Santa
Marla und den Falklandsinfeln ruhmreich zu siegen und zu nerben gewußt
Im
mittelmeer, im Schwarzen Meer, in der noru· und in der osset haden ihre Linienschiffe
und Kreuzer dem feinde unerschrochen die Stirn geboten, und am 31. Mat
hat unfere hochfeefionnc vor dem Skagerrak der närh#len Flotte der welt einen
Schlag versetzt, wie sie lba felt mehr als hundert Jahren nicht verlpürt pat.
ber auch der kühnen fabrien der deuischen „1U/-Bocote, Lorpedobootc, der
Marne-Tufschifle und „Flugacupe, der aullen opfermutlgen Taligkeit#der mineuund
vorpoffenschifle und nicht zuiett der Talen des lapferen Marinekorps in
flandern will das deutsche volk gedenken, die so vilel dazu beltragen, den ge-Iäbrilichten
unferer feinde, Öroßbritannten, zu bezningen.
Ihnen allen, den Hdmpfern zur 52c in Jeglicher Welle zu helfen und ihnen
zugleich ein Jelchen heien Dankes darzubringen, dazn foll der Opferiag des
Deuischen Flotten vereins, des Flottenbundes beutscher frauen und der Deutschen
Marinevereine diencu, dellen ergebuis von der zentralficlle für freimumige Gaben
an die Marine unter leltung des öroadmwals von HKoester in lachgemäßer weise
verteilt werden goll.
An alle Deutschen gebt daher die blttc:
Gebt und gebt reichlich für die deutsche Flotte!
Während man die russischen Verluste an der
Nordostfront, also von Riga öbis zur Beresina,
in nuhigen Zeiten auf bloß etwa tansend Mann
taglich schätt, haben sie in dem leßten Sta.
dium der politisch notmendig gewordenen Ueberanstrengung
im Südosten cinen Tagewdurchschuin
von 60.—70 0000 Mann erreicht; das
sind schanderregende Zahlen. di#: vom Kilmer
Erlennungsamte wohl nie zugegeben werden
durften, insoweit es die Mannschaftsverlune be
trisft. Wie wenig richtig diese offizielle Juell#-meldet,
mag bloß aus der Verhalinistahl der
Offiziere zu den Mannschaften erlanm werden,
die für den Südabschnitt der H#ere Bruss lein
dre: Monaten auf 54 1100 Offizier# und die
zwölffache Zisser an Mammschaften zugibl. Es
ist allerdings mit dem fruheren Synem der an
leichlenen Offi i#. sschon. 1g gr. ndlich gebronen
worden, da man die Truppen sount nicht mehr
zum Siurme vorgebracht hätte, sodaß tat'ich
lich eine Rielenzayl der immer seilener werden
der Offiniere fiel. Es ist aber unmoglich, daß
das offiziersärmste Heer drei bis viermal mehr
Ofsßiere unter gleichen Verhältnissen verlie
ren laun wie das offiziersreichste, das enagit
sche. Die amtlicken Meldungen scheinen eben
ihren Wahrheitsausgleich darin u suchen. o#ß
sie Gejangenenziffern in gleichem Mate ubertrei
ben, wie sie di: in der Heimat schwerer zu
prusenden Man schafteverluste ver.ingern. Das
rerzweiselte Beureben, die militarische Ernle
noch vor dem Winier unter Dach zu beingen,
hat einen ##urchteriichen Preis gelostet. Wieder
ist eine groste, vielleicht die gröte Lofinung
unserer Feinde, in rinem Meer von Blut unter—
gegangen.
Ruisische Einberufungen.
Pelersburg, 28. Sept. Am 25. November
rücken 1 20000 Landsturmpflichtige iu den
Fahnen ein. Diese neuen Truppen sollen schon
nach vierwöchiger Auebildung an die Front ge#
schickt werden.
EGriechenland.
Border Kriegserklärung
Griechenlands.
Zürich, 28. Sept. Eine übereinstimmende
Meldung dee „Secolo“ und der „Tribuna“
lündigt die hrie chische Kriegserklärung an Bul.
garien und Teutschland als bevorstehend an.
Venizelos am Werk.
28. Sept. (Reuter.) Der griechl.
*c. Krenzer , Oydra“ hat gestern abends die
Neede vetiglen und sich mit der Flotte der
Alliierten veteinigt.
Athen,
Sandung von Bierverbandstruppen
ini Riräus.
Mailand. 28. Sert. Der „Secolo“ beriäthe!
La#s Athen: Im Piräus sind funftau—
end Mann Cutentetruppen an Land gegangen.
(Z.)
die grlech Teoppen in Görliz
Der erile Transport
bher griechischen Gane traf hleule nachmittag 3
Uhr am Haupthahn hof ein. Er Uesiand aus
RK7Fzieren. 37 Mann und 15 Geeirgelano
u Regleinne#g der Oiffziele detanden sich
und Kinder. Las Kommando
ces Transportes hatte Obernn Kargalailos, der
Komma ** * uon Kba !’ Emufan! 7
Lauc sick eint sein der Flũugelad imtant
#Z Sreint Extorff, der aur dern E
Hcaubtquat is eine: roffen war, *
„u. da. M. jr v. Unrul ale Vertreter des Garnisonlommandor,
von der -Stad! Oberb######
neister Si#nnP Kngermein ier Maß, Siadtrat
Vielen, Bal noftommandam Schaper und die
O ffiziere der Gncnion- Beim Einlaufen des
Zuges pielte die Kapelle des Ersatzbataillons
des Ins Reg. die griechisckte National
lymne. Oberit Eforsf wandle sich an Karalallos,
dem er Gruße des Kaisers 5 für die griech.
Turpen überbrachte. Oberburgermeister Sman
hieß diese im Namen der Stadt willkommen.
Görlin, 23. Sert.
einige Frauen
MNr.7
Die Ausladung der Mannschaften erfolgte unter
Musik. Die Leute empfingen ihre Gewehre
aus einem mitgesommenen Güterwagen. Hie
rauf wurden die O firicre und Mannischaften in
der Kriegsverpflegungamstalt des Bahnhos#e#=mit
warmer Koft gespeist. Den Frauen und
Kindern waren Sthwene ern des Roten Kreuze?
bebilflich. Wahren## der Speisung tonzertrierle
die Kapelle. UUm : Ulr teai der zweite Trans
port mit 27 COfsizieren und 513 Mann ein, der
wiederunt mit der Zriec ischen Narionalhomne
emufangen wurde. Die Anlue'mt weilerer Transporte
iis noch unieilmmt. Nach der Speifuna;
jormerten sicn die Uruppen zu einem Zuge
#uno marschierten unler Vorantritt der den:
seu Muii in k Stadt ein. Hinter der
Musii schritt Oberit RKaratallos mit seinem
Stale, lepleile: bon deuischen C ffizieren, ihm
solaten die griechische Regememefahne und die
Truppen mit auspepflaunem Seilengewehr. Der
Marick ging nad, dem Bardeniager, das eine
Vierieliunte vor der z-il di liegi. Die Oür
ziete werben in der Siadl leils in Hotels.
leilo in moblierten Zimmern untergebracht, so
baß in jeder Weise fur einen lameradschaftlich-.
Empfang der griechischen Gasle vorgesorgt i#"-Chterü##
Flügeladintahl v. Eslorff lehrie in den
laiserliche Daurluartier zuruck. Wie wir Bören,
Lahen sidh #ie Griechen uber die Aufnahme, d.:
ihnen auf ihrer lungen Reise in Bulgarien wie
in OesierceiczUngarn und D eutschland zutctl
geworden ist, sel: erfreut qusgesprchen.
bauerisches obrrland.
Prien, 23. Sert. In Greimharring beg
gen heule Lerr und Frau DLauptlehrer Rieger
dar Zeit er sübernen Hockheit. Lem Jube.--#na
ginacn aus weiten Krei en zohlreiche Gluc
wunsche zu.
Bad Aibling, 23. Sert. Dahier wurden
die Gemeindeumlagen auf 18, Prozent feugesetzt.
Sauerlach, 23. Sert. Beim Baumf illen
umde bie Sägereftau Maria Dorfler von
Oterfing von einem sturzenden Baum erschl#.
gen. Der Mann steht im Felde.
Künchener Reulgleiien.
: Mutter des Vzzedie
Kaufnannswilwe Fran
im 32. Lebenejahre dahier
Mläünchen. 23. Sert. Di
admirals Hipper,
Anna Huper, ist
verschieden.
Ba##eische Nachrichken.
Hfaffenhofen a. d. J. 25. Sep:. Der Fliegerleulmant
Georg Schmu ite trmayr vor hier,
Filfslenrer in Baur ischen, in auf einem
Krieges auplau mit seinem Fiun zeug aus 90
Meier Söhe abgeitürzt. Während sein Flag
wenqgführer. ein Chev. Leutnant, tot am Plat
blieb. lam Leuinant Schmunneemayr. 11—..5
ler schon biermal verwundet wurde, mit schwe
ren Verlepungen davon.
Kauseur: n. 23. Set. Ein schweres Un
EAn id erteignete ich bei Beckheltren. Alr deer
Jadre olle Landwirt Mcchael Frank von dort
ras lenmte Fuder Grummet nach Hause feh
ren wolsic, begegnete ihm ein Anto. vor dem
seine Psere schenien. Frank geriet dabei so
aluckiich „ Fall., daß die Rader des sh#e#-
irladenen Wagens-Leule
herbriculen.
Triche. *
Felde.
Aichach, 28. Senz. Ein
un ihn hinweggie #gen. 1
ar de: Mann bereit: eire
der Gamilie flehen im
To
Lamsterlager, das
einem Aurgburger Londlfsor gehôtl, hat d#
mMendarmerie in Aicach aguegehelem. Le#
Mann Fate in Aickuch, sage und ichreibr.
16 000 Eier liegen. Bei der Bestandsanme
dung hat er nur einen Vesitz bon 0.0 Siern.
„egeben. Zeibiwetirandlich wurden die Techtenn
laujend 8 bechlangnahmt und obenodrein
bluht dem Vesitzer empfindliche Strafe.
Welltzericht fur Samstag, den 30. Seplember:
Weit-#ie unsicher, stärkere Beu ölkung, ve.
einr zet: Kii de tschläge.
Der siegreiche Frieden
ist das Ziel der Kriegsanleihe. Deshalb muß jeder zeichnen, soviel er
kann. Dasister seinem Vaterlande, seiner Familie und sich selbstschuldig.