Full text : Archiv für öffentliches Recht. Band 43 (43)

nummer  61

Frau  nie  vorbei,  ohne  dort  ein  Gebet  zu  vervickten.
  Auch  diesmal  scheint  dies  der  Fall  gewesen
  zu  sein,  denn  man  sand  die  Bäuerin  unter
  dem  K  u  leblos  liegen.  Ein  Sclagankal!
hatte  ihrem  Leden  ein  Ende  bereitet.

len  —

München.  13.  Neue  Bierverordnun  ·
*v  stellt  die  .  A.“  in  Sicht.

latt  schreibt:  4##  Minsster  des  Innern,  Dr.
von  Brettreich,  erklärte  vereits  im  Landtag,
Daß  die  Behörden  um  die  Einführung  der  Bierkarte
  nicht  herumkommen  werden.  Wir  kömnen
als  Ergebnis  der  Beratungen,  die  am  letzten
Samstag  über  die  neuen  Bierverordnungen  geoflogen
  wurden,  mitteilen,  dat  zunächst  wenigstens
  keine  Bierkarten  in  Bayern  eingeführt
werden.  Die  in  der  Presse  verbreitete  Meldung,
  daß  in  Norddeutsckland  ab  1.  Apr.  die  Bierproduktion
  cingestellt  werden  muß,  ist  den  amtlichen
  bayerischen  Stellen  noch  nirgends  bestätigt
worden  .  Es  scheint  46  hier  um  ein  Gerücht  zu
handeln,  das  darauf  zurückzuführen  ist,  daj  6
norddeutschen  Brauereien  zuletzt  nur  16  Proz.
des  ren  Gerstenverbrauches  erhalten

 

haben.  Eine  volkständige  Stillegung  der  norodeutschen
  Bierindustrie  ist  wohl  kaum  anzunehmen.
  a#  Bapyern  anlangt,  komen  wir  auf
das  bestimmreste  versichern,  daß  keine  Siillegung
  der  bayer.  Bierproduktion  zu  erwarten  ist.
Die  maßgebenden  Stelien  sind  der  begründeten
Meinung,  daß  die  Bierkarte  nur  das  legtzte
Aushilfemittel  darstellt  und  daß  man  zu  die#em

ittel  erit  greifen  sol.te,  wenn  es  ieinen  anderen
  Ausweg  mehr  gibt.  Aber  soweit  sind  wir  in
Bayern  noch  nichti  Freilich  müfsen  wit  uns  tlar
werden,  daß  dee  Zeii  der  ewig  vollen  Bierbanzen
  vord  i  in.  Bei  der  Einführung  der
Bierkarte,  al'o  bei  gieschmäßiger  Rationierung
durch  das  Karleniyi#tem.  würde  auf  jeden  erwachtenen
  Mann  laum  eine  Halbe  Bier  im  Tag
kommen.  Das  wärde  in  der  Tat  als  eine  harte
Entbebrung  empfunden,  da  hier  das  Bier  oft
als  haupt#üäckliches,  ja  einziges  Genuß=  und
Anregungsmittel  gill.  Um  uns  den  Eintritt
dieser  größeren  Entbehrung  möglichst  lange  vom
Leibe  zu  halten,  ist  alletdings  eine  neue  Einsckränkung
  der  Bierlieferung  notwendig  geworden.
  In  melchen  Grenzen  sich  diese  Einschränkung
  bewegen  wird,  dürfte  wohl  in  den
nächsten  Tagen  amtlich  belanntgegeben  werden.
  An  den  maßgebenden  Stellen  sind  unjeres
  Wissens  die  Meinungen  und  Ansichten
über  die  Notwendigkeit  und  Nützlichkeit  der
Bierlarte  geteilt.  Der  Minister  des  Innern
sckeint,  seinen  Acußerungen  im  Landtag  nach  zu
schlieben,  dafür  zu  sein.  Daß  aber  infolge  dieier
  Anordnung  ein  übler  Vierkartenschacher  einrleißen
  wurde,  ist  sicher  vorauszusehen.  Jedenfalls
  dürfte  die  Bielkarte  nur  an  solche  Lente
gegeden  werden,  welche  diese  Karte  ausdrücklich
verlangen.  Solange  man  ohne  Bierkarte  durchkommen
  kann,  soll  man  es  versuchen.  Man  kann
durchkkommen,  wenn  die  Behörden  eine  streng
durchgeführte  Verteilung  des  Vieres  über  ganz
Bayern  rornehmen.  Damn  ist  auch  die  Gewähr
gegeben,  daß  in  Banern  nach  menschlickem  Ermessen
  jeder  täglich  eine  besceiden  Menge  Vier
erhalt.  Bei  der  Gerstemmnarphein  kann  die  unter
  dieser  Vorausĩsekzung  notwendige  Biermenge
  nur  daun  erzielt  werden,  wenn  eine  neue
Verringerung  der  Siammwürze  rorgenommen
wird.  Ueber  die  Verringerung  dieser  Stammminz:
  nerden  gegenwärtig  Verbundlungen  gepflogen.
  die  noch  nicht  zum  Abschlus  gelangt
find.  Ol  man  bi  auf  5  Prozent  oder  nur  auf
6  Prozent  des  Stammwürzegehaltes  zurüdgehen
  soll,  darüber  ist  man  sich  noch  nicht  schlüssig
  geworden.

 

 

Wer  keine  Kriegsasleibe  zeichnet,
blift  unseren  Feinden.

Rosenheim,  14.  März.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Dionys  Boierl,  Exziehungslohn  beim  Sonnen
maierbauern  in  Innerthann,  und  Joh.  Vapt.
Baierl.  Söhne  der  Webereheleute  Joseph  und
Johanna  erl,,  in  Benharting,  Soldaten
im  Inf.-Leid.-Reg

Auszeichnung  im  Felde.  Der  Feldpoistschaffner
  Hans  Krueger  wurde  mit  dem  Militärverdienstkreuz
  1.  Klasse  mit  Schwertern  am  Bande
  für  Kriegsverdienst  ausgezeich  net.

Todesfall.  Das  Bädcergewerbe  der  Sltadt
Rosenheim  hat  einen  schmerzlichen  Vertuft  zu
bellagen.  Wie  wir  versahen3  ist  Herr  Bäckermeister
  Häusler  in  nchenerstraße  an  den
Folgen  einer  Blu  istung  gestorben.  Er
6  seinerzeit  an  sn  0  an  einem  -

t  zu,  der  er  wenig  Beachtung  schentte.

Sigt  war  eine  Slutgrsifu,  rel  welche  einen
rativen  Singriff  in  !4  *  4.
Die  .  Nuqu  meispt
  arch  dewesen  zu  *  es  slellte  sich  ein  Rud

E  Hausier  betzt  erlegen  ist.  KuW
lhm  in  ein  angesehener  Handwerlsmeilter  unleper
  Sladt  aus  dem  Leb###geschie##en.  Im  Jult

 

 

 

 

Rosenheimer  Anzeisen

 

J.  =

 

 

1916  ist  ihm  seine  Gattin  bereits  im  Tode  vorausgegangen
  Sie  sind  aus  dem  Leben  geschieden,
  ohne  dir'te  Nachkommen  zu  hinterlassen,
sodaß  Herrn  Häuslers  Betrieb  jetzt  verwaist  ist.
dDer  Todesfall  rust  allgemeine  Teilnahme  herror.


Der  Wasse  rrerbrauch  aus  der  städt.
Wasserleitung  muß  in  den  kommenden  drei  Tagen
  Eingeschränkt  werden.  Verschiedene  Arbeiten,
die  in  der  GZeit  rom  Donnerstag  bis  zum  Samstag
  ausgeführt  werden  müssen,  machen  eine  möglichst
  geringe  Wasserentnahme  aus  der  städt.
Geitung  erferderlich.  Wir  machen  alle  #
lichen  Betriebe  und  Haushaltungen  auf  die  B

launtmachung  des  Stadimagistrates  Vierüber
aufmertsam.
Vom  Sommerfahrplan.  Der  bayerische

  Landeseisenbahnrat  wird  in  diesem  Frühjahr,
  wie  die  „Donau-  Zeitung“  mitteilen  zu
können  glaubt.  voraussichtlich  keine  Sitzung  abhalten.
  Der  Fahrplan  wird  für  den  Sommer
ungefähr  in  derielben  Weise  durchgeführt  werden
  wie  bisher.  Eine  Neuaufstellung  ist  nicht
möglich,  da  die  weitestgehende  Rücksicht  auf
die  mi  flitärischen  Anforderungen  genommen  werden
  muß.

Schlachtverbot  für  Leghennen  und
Höckstpreise  fur  Schlachthe  unen.  Nach
einer  sefort  in  Kraft  tretenden  Belanntmachung
der  Baner.  Fleischrersorgungsftelle  vom  13.  ds.
Mts.  iit  das  Schlachten  und  der  Verkauf  zum
Scd.lachten  von  Leghennen  für  die  Monate
Mätz  mit  Juni  1917  rerboten.  Weiter  werden
für  Slochthennen  folgende  Höchstpreise  festgesetzt:
  beim  Verkauf  lebender  Scklachthennen
(Brai=  und  Suppenhennen)  oder  geschlachieter,
unausgenommener  Hennen  im  Federkleid  an
Verbraucker  1.070.  Mark  für  das  Pfund;  beim
Verlauf  von  Hennen  (Brat-  und  Surpenhennen)
  in  küchenfertigem  Zustand  (gerupft  und
nack  Entiernung  des  Darmes  und  des  Kropfes)
an  Verbraucher,  Gastwirte  usw.  2.20  Mark  für
das  Pfund.  Geschlachtete  Hennen  dürfen  entweder
  nur  unausgenommen  im  Federkleid  oder
küchenfertig  verkauft  werden.

Eine  neue  Bekanntmac#ung.  Am  12.
Matz  1917  ist  eine  Bekanntmachung  betr.  Bestandserhebung
  von  landwirtschaftlichen  Maschinen
  und  (Heräten  reröffentlicht  worden,  nach
welcher  alle  landwir  heitühten  Maschinen  und
Geräte,  die  sich  am  12.  März  1917  in  Fabriken,
  Werkstätten,  nantsan  und  bei  gewerbsmäßigen
  Vermietern  zum  Zuecke  des
Verkaufs  und  der  Verleihung  befinden,  zu
melden  sind.  Es  sind  dies  alle  Maschinen:  zur
Bodenbearbeitung  und  Düngung,  zum  Säen  u.
Pflanzen,  zur  Ernte,  zur  Trescharbeit  (Dreschmaschine
  und  zugehörige  Geräte),  zur  Vearbeitung
  von  Samen,  Körner,  Hülsen-,  Knollenfrüchten
  und  Eespinstpflanzen,  zur  Futterbereitung
  (Häcksel-Futterschneidmaschinen  u.  dgl.),
zur  Obstverwertung,  zur  Milchgen  innung  und
rrrarbeitung,  Schädlin  iikamefang,  zum
Antrieb  landwirtschaftlicher  hien.  Die  von
der  Bekamtmachung  betroffenen  Personen  haben
die  Maschinen  und  Geräte  bis  längitens  25.  ds.
Mts.  durch  Meldekarten  und  Sammelliste  an
die  Landwirtschaftliche  Maschinen-Versorgungs-=stelle
  des  Waffen-  uno  Munitions  HBeschaffungsamtes,
  Berlin  W.  15,  Kürfürstendamm
193·194,  zu  melden.

r  8
Standmusik  im  Salingarten.
Donnerstag,  den  15.  Mänz  1917,
nachmittags  3  bis  4  Uhr.

1.  Unter  der  Friedenssonne,  *83  F
2.  Nato  2  #  ,
zum-www  Izu
4.  o  en  Kigs:  Vet
voutri  oon  EGattner

 

5.  Follies  Bergere,  Aus  pan  in

dem  Geschäfisführer  einer  anderen  Gesellschaft,

nund  diese  Werte  als  Primaware  unter  seiner

 

Dee  Schwester  vom  Nolen  Reenz.

(Im  Namen  eines  Verwundeten.)

Der  Feind  schlug  mir  dort  eine  böse  Wunde;
Ich  kam  hierher  voll  Schmerzen  und  voll  Leio,
Auf  daß  allhier  ich  wiederum  gesunde,

Auf  daß  zu  neuem  Kamopf  ich  bin  bereit.

Nun  muß  ich  fort.  Drum  will  ich  niederschreiben,
Wie  ich  dir  danken  möchte  früh  und  spät:

Für  alle  Liebe,  Sorgfalt,  treues  Bleiben,
Fur  jeden  Dienst,  für  jede  kleine  Tat.

Dem  Vaterlande  dientest  als  Gehilfin

Du  unentwegt  rom  Morgen  bis  zur  Nacht,
Hast  manches  Leid  und  manche  Trän'  gelindert,
Hast  manche  Stunde  treu  für  mich  gewacht.

Fast  schäm'  ich  mich,  weil  ich  nur  Worte  habe
Für  deine  Güte,  die  du  mir  geschenkt;

Doch  nimm  vorlieb;  sie  kommen  aus  dem  Herzen,
Das  beiner  stets  in  Dankbarkeit  gedenkt.

Kufstein.  August  Siegbardt.

s  dem  Gerichkssase.

Der  Prozeß  gegen  einen  Grundstucko-Spelulanten.


Köln,  10.  März.  In  Berlin  ist  ein  Grundstückspelulant
  namens  Schisfmann  zu  10  Jahren
Zuchihaus  rerurteilt  worden.  Der  Prozeß  hat
eine  ganze  Reihe  von  Jahren  die  Gerichte  in
Anspruch  genommen,  bio  endlich  ein  Ur:eil  erging.
  Bis  in  die  Parlamente  hat  er  seine  Wellen
  geschlagen,  weil  man  sich  mit  Recht  fragie,
ob  der  Gegenstand  des  Prozesses  soviel  Arbeits
aufwand  wirllich  lohne.  Jedenfalle  hat  der
Prozeß  Schiffmann  reichlich  lange  gedauert.
Die  Frage,  wie  es  möglich  war,  daß  Schiffmann
  fortgesetzt  Betrügereien  großen  Stils  verüben
  kon,  wird  von  einem  Berliner  Juristen
im  Verliner  „Lokalanzeiger“  auf  die  Lücken  des
G.  m.  b.  H.-Gesetzes  zurückgeführt.  Schiffmann
hat  nicht  weniger  als  80  Gesellschaften  gegrundet,
  jede  mit  einem  Barlapital  ron  etwa  Mk.
20½00.  Das  wäre  also  ein  Grundungslapital
von  etwa  anderthalb  Millionen  gewesen;  ooch
niemals  wurde  ein  Pfennig  bar  eingezahlt.  Das
ist  nur  möglich,  weil  im  G.  m.  b.  H.-Gese
und  das  ist  ein  Gewinn  dieses  Prozesses,  daß
daß  er  das  klar  erwiesen  hat  —  nicht  ausreichend
  dafür  vorgesorgt  worden  ist,  daß  die
Erllärung  des  anmeldenden  Gründers  und  Geschäflsführers,
  das  Stammkapital  sei  eingezahlt.
auf  ihre  Richligkeit  durch  die  Revisoren  nachzuprüfen
  ist.  Schiffnam  hat  mit  sich  selbst  und

 

der  er  wiederum  selbst  war,  Werträge  aller  Ari
abschließen  können.  So  lonnte  er  auch  auf  den
Gesellschaftegrundstücken  für  sich  selbst  Hypotheten
  Hintragen  lassen.  Diese  Ausnutzung  des
167  6B.  gab  ihm  die  Möglichkeit,  unvalu-Rein!!
  26  Motteken  märchenhaften  Umfangs  auf
den  Gesellschaftsgrundftücken  für  sich  zu  bestellen

persönlichen  Bürgschaft  auf  den  Grundstücksmartt
  zu  werfen,  obwohl  weder  er  noch  die  Gesellschaft
  eiwas  besaß.  Freilich  halfen  ihm  dabei
zwei  Banten  die  ihn  finanzierten,  und  einige

Biedermänner  des  Mittelstandes  bilden  mit
ihnen  heute  eine  große  Gemeinde  Leidtragen--der,
  und  ihre  einzigen  Undenken  an  den  Ge

zigen
schaltsfreund  sind  ne  3rofpetenl  t
stattlichnJ—  und  nut  i
tur#ert.  Die  r4  Hypothet
tind  Marttes,  ib,  S
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*  *  in  Verruf-  27

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Uhern  auch  a
gefundigt.  3  Mrc

 

 

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Keschäfte  hat  einige  Jahre  im  Vorpyerfahren

Donnerstag,  16.  Mäsz  1012

und  mehrere  Monate  in  der  —
in  an  m  genommen,  dennoch  ist  die

der  Fal  9u  erl
lri  4  wird  der  —
zu  Und  sicheriich  ist  anch  die
läfsigkeit  prozessuarer  Maßnahmenrecht
bar.  Es  fragt  sich  nun,  wie  sich  das  2
richt  zu  der  Sache  steslen  wird.

Der  Weltkrieg.
¶Drahtbericht.
Erfolgreicher  kustaner
Huf  russische  Zerstlörer.
WTB.  S##  un  14.  März.  (Amtlich.)  Deutsche
Seeflugzeuge  grissen  am  12.  Mälz  zwei  russische
  Zerstörer  der  Bistuy-Klasse,  die  sich  im
Anmarsch  auf  Konstanza  besanden,  mit  Bomben
an  und  zwangen  sie  zur  Umkehr.  Zwei  Bom
bentreffer  auf  dem  Vor-  und  Hinterschiff  eines
Zerstörers  wurden  einwandfrei  beobachtet.

Ein  amerikanisches  Weiß  buch.
Genf,  14.  März.  Laur  „Temps“  wird  das
amerilanische  Weißbuch,  dessen  Veröffentlichunn
berorstehe,  eine  Darstellung  der  beutsch-ameri
kanischen  Angelegenheit  und  Dokumente  bber
die  angebliche  Verschwörung  gegen  den  Panama-Kanal
  und  die  Versuche  zur  Bestechung  der  prruanischen
  Marine  enthallen.  Die  beigegebenen
amtlichen  Erläuterungen  lenken  die  Aufmerl
samkeit  der  Republiken  des  lateinischen  Ameri
kas  auf  das  deutsche  Vorgehen.  Das  soll

wohl  der  Hauptzweck  des  Weißzbuches  sein.

DNer  Aufruhr  in  Petersburg.

Stockholm,  14.  März.  Reisende,  die  aus
Rußland  eingetroffen  sind,  schildern  die  Stei
gerung  der  Erregung  der  Massen  in  Peters
burg,  welche  sast  als  offene  Revolution  anzusehen
  ist.  In  der  ganzen  vergangenen  Woche
herrschten  in  der  Mehrzahl  der  Fabriken  Aus
stände.  Die  Arbeiter  begaben  sich  zwar  in  die
Fabriken,  nahmen  jedoch  die  Arbeit  nicht  auf.
Ueberall  fanden  geheime  Arbeiterrersammlun
gen  statt.  Außerdem  wurden  allenthalben  die
Lebensmittelgeschäfte  in  der  Stadt  geplüundert.
was  die  Polizei  stillichweigend  duldete.  Nur  in
einigen  Vierteln  schritt  sie  ein,  wobei  die  Maisen
  sich  auf  die  Schußleute  stürzten.  Am  Donnerstag
  verließen  die  streikenden  Arbeiler  die
Fabrilen  und  strebten  in  dichten  Massen  unter
den  Rusen:  „Nieder  mit  dem  Zaren!  Gebt  und
i#chen!“  deimn  Eendtzmitrum  und  andem
Hauptstraßen  zu.  Sie  wurden  dorl  von  schießen
den  Polizisten  in  gröteren  Mossen  empkangen.
Zahlreiche  Arbester  wurden  dabei  getötet.  Die:
war  das  Signal  zum  allgemeinen  Aufruhr.  Die
Negicrung  ver'uchte  zuerst  eine  Beruhigung  durch
die  Duma:  auch  wurde  eine  offentliche  Erklärunz
an  die  Einuchnerschafl  gerichtet.  Gleichwobl
flogen  bereits  in  der  Nacht  vom  Freitag  zum
Samotag  große  Speicher  und  Fabtiken  in  die
Luft.  Am  nächsten  Morgen  war  in  der  Haupt
stadt  allgemeiner  Aufruhr.  Petersburg  gleicht
nach  übereinstimmenden  Schilderungen  aus  meh
reren  Quellen  seitdem  einem  Kriegsschauplatz.
Das  Vrll  #slürmt  die  Läden  und  die  öffentlichen
Gebäude,  die  Polizei  schießt.  In  den  Straßen
sind  Masckinengewehre  aufgeslellt.  Die  Atbeit
hat  überoll  aufgehört.  Vor  dem  Betreten  der
Straßen  wird  gewarnt;  große  Anschläge  ermah
nen  die  Bevöllerung,  zuhause  zu  bleiben.

Carranzoa  wiedergewählt.

Geunf,  14.  März.  In  Meriko  ist  Carran##
obhne  nemenswerten  Zwischenfall  zum  Präfidenten
  wiedergewählt  worden.

Streik  in  Spanien.

Bern,  14.  März.  „Nouvelliste  de  Lyon“  berichtet
  aus  »  Madrid  vaß  in  Valentia,  in  Sara  ·

gossa  und  in  Barcelona  unter  den  Metall-  und
Kohlenarbeitern  ein  Streik  ausgebrochen  sei.

Dasr  Unwetter  in  Spanien.

Madrid,  13.  März.  Naßz  einent  #Wull.  Bericht
  stellen  sich  die  Sturm-=  und  *
der  letzten  [Inge  in  Spanien  als  bepe#n
Habßer  hrra#us,  mie  ursprunglich  angenomnen
n“—“  mu#de  düsch-ee  n
GS  *
Mm###  —  ##rson  von  eineme  1
Haus  erschlagen,  mebwre  verwundet.
rol  erttaulen  ·  fünf  .  Besonders  W
don#a  lauten  die  Nachrichten  sehr  ernk.  Hü#r