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Uummer 32
Mosensieiimer Anzeiher
Fonntäg, 14. Februar 10918
Grenzlande.
Innsbruck. 12. .Auf die großen
Schneefälle der letzten Tage in Südtirol ist
jetzt Tauwetter gefolgt, das zahlreiche Lawinenstürze
versckuldet. So gingen am Brenner und
un Pustertal Schneelawinen nieder, welche die
Bahngeleise verschütteten und bedeutende Verkehrsstörungen
und Zugsverspätungen verurlachten.
Heute Mittag ging am Brenner abermals
eine große Schneelawine nieder, welche die
Bahngeleise verschüttete, so daß der Zugverkehr
von abends 7 Uhr an eingestellt ist. Bei Windischmatrei
wurde ein Bauernknecht samt einem
mit Pferden bespannten Heuschlitten 50 Meter
in einen Abgrund geschleudert und blieb sofort
tot.
□U— ——
7#4% Nibling, 12. Febr. Gestern fand im
Sebastiansbräu die Verlosung von 7 kriegstauglichen,
trächtigen Stuten statt, welche seitens
der Behörden der Pferdezucktgenossenschaft für
den Bezirk -ibling zur Verfügung gestellt worden
waren. Bedingung für den Gewinner war,
daß die Pferde 16 Wochen nach dem Abfohlen
von der Militärbehörde im Bedarfssalle jederzeit
zum Verlosungspreis zurückgekauft werden
können, wogegen die Fohlen Eigentum der
Gewinner bleiben.
WMaxlrain, 12. Febr. Nack Vorschlägen und
Plänen des Generalkonservatoriums wird gegenwärtig
die Schloßkapelle in Marlrain, auf
dem Besitztum des Grafen Arco-Zinneberg, restauriert.
Hier kamen zum großen Teil jalte
Wandmalereien zum Vorschein, die aber durch
frühere Renovationen schon gelitten haben. Sie
follen indessen erhalten bleiben.
Schliersce, 12. Febr. Die Gemeindeumlagen
in Schliersee wurden für 1915 wieder auf 100%6
festgesetzt.
Wiesbach, 12. Febr. Die Gesamtsumme der
Entschädigungen, welche seit Kriegsausbruch für
zu Mobilmachungszweden ausgehobene Pferde
im Amtsbezirk Miesbach-Tegernsee eingewiesen
und ausbezahlt wurden, beziffert sich auf
890 385 Mark. Dieser ansehnliche Betrag bleibt
in drr Hauptsache im Bezirk.
Bausham, 12. Febr. In Hausham wird
die Fortbildungsschule zu einer gemeindlichen
Unterrichtsanstalt (Berufssortbildungsschule)
umgewandelt.
Inzell,. 12. Febr. Gestern früh brach in dem
Anwesen des Bauern Oettl in Sulzbach ein
Brand aus, welcher das Wohnhaus und die
Nebengebäude in Asche legte. Der Brandleider
ist versickert. Die von dem Feuer bedrohten beiden
Nachbaranwesen konnten gerettet werden.
Wichlige Beschlüsse des bayerischen
Landwielschafksrales.
mühnchen, 12. Febr.
Der bayerische Landwirtschaftsrat hat in seiner
Vollsitzung vom 11. Febmar sehr wichtige
Beschlüsse gefaßt. Zunächit berichtete der
1. Präsident Dr. Frhr. v. Cetto über die am
vorigen Tag in der Geschäftsabteilung stattgefundene
Beratung über die Bundesrats-Verordnung
rom 25. Jannar 1915 betr. die Regelung
des Verlehrs mit Brotgetreide und
Mehl. Er wies darauf hin, daß die der Landwirtsckaft
eugewiesene Brotgetreidemenge von
9 Kilogramm für den Korf und Monat viel
zu gering bemessen sei. Dieses Quantum ergebe
die geringe Menge von 300 Gramm Brot
für den Tag. Dabei bleibe aber nichte mehr
für die übrige, großenteils aus Mehllost bestehende
Ernährung der ländlichen Bevölkerung
vorhanden. Wenn auch an der Bestimmung der
Bundesrats-Verordnung wohl nichts mehr zu
ändern sei. müsse doch darauf hingewirkt werden,
daß die Kommunalverbände bei der Verteilung
der Mehlvorräte diesen größeren Mehlbedarf
der Landbevölkerung möglichst berücksichtigen.
Auch die großen Leistungen, welche
angesichts des M den Zugtieren, insbesondere
den Pferden #mutet werden müssen,
lassen die der Haferverfütterung gezogenen
Erenzen, welche schon in normalen Zeiten völlig
unzureichende Nationen vorstellen würden,
um so mehr jehzt als viel zu eng und schädlich
erscheinen. Nach eingehender Diskussion sand
nachstehender Beschluß einstimmige Annahme:
1
Der Bayerische Landwirtschaftsrat erkennt die
Notwendigkeit einer einheitlichen Durchführung
in Beschlagnahme und Enteignung des Brotgetreiodes
für das Reichsgebiet durch die
Kriegs-Getreide-Gesellschaft an, erblickt jedoch
in der Versorgung der Bevölkerung mit Mehl
aus den Getreidevorräten des Bezirkes durch
die Kommunalverbände und Abführung der
überschüssigen Mengen an die Kriegs-Getreide-Cesellschaft
ein wesentlich vereinfachtes und der
Landbevölkerung zusagendes Verfahren. Er ersucht
daher, besonders auch im Hinblick auf
eine weitergehende Berücksichtigung der Kleinmühlen
nachdrücklichst dahin zu wirken, daß seitens
der K.-G. das durch die Kgl. Bayer.
Staatsregierung vorgeschlagene Verfahren Platz
reift.
8 Der Landwirtschaftsrat erwartet in Anlehnung
an diesen Antrag zuversichtlich, daß die
Bestellung der Kommissionäre durch die Kommunalverbände
unwerzüglich erfolgk.
I
II.
Der Bayerische Landwirtschaftsrat erklärt:
Die nach § An der Bundesrats-Verordnung
von der Beschlagnahme ausgenommenen Vorräte
von Brotgetreide sind unrichtig bemessen,
da bei den „Angehörigen der Wirtschaft“ wwischen
jugendlichen und erwachsenen Personen
nicht unterschieden wird, außerdem die Ernährungsweise
des Landvolkes, welche den Getreide-
bzw. Mehlverbrauch in den einzelnen
Gegenden außerordentlich verschieden gestaltet,
nicht berüdsichtigt wird.
Die Kal. Staatereglerung wird deshalb ersucht,
durch die Kommunalverbände unter Berücksichtigung
der örtlichen Verhältnisse und des
Alters der Wirtschaftsangehörigen einen Ausgleich
herbeizuführen.
Der Bayerische Landwirtschaftsrat ersucht die
Kgl. Staatsregierung, darauf hin'uwirken, daß
eine Erweiterung der Reichsverteilungsstelle
durch Beiriehung von Vertretern der Landwirtschaft
für die Bundesstaaten eintritt.
III.
Da die nach Ministerial-Entschließung vom
30. Januar 1915 zulässige Verwendung von
300 Kilo Hafer für ein in schwerer Arbeit stehendes
Pferd auf 7 Monate absclut ungenügend
ist, um die Pferde in leiftungssähigem Zustande
zu erhalten, auch die ausgiebige Fütterung
der vielfach zum Ersatz für die Pferde zu
verwertenden Zugochsen unumgänglich nötig ist,
wird die Kgl. Staatsregierung weiterhin erucht:
1. eine Erhöhung des Futterquantums für
Arbeitspferde vorzunehmen und die Verwendung
von Haber auch für Zugochsen zuzulassen,
2. die Verwendung von Getreide als Kraftfutter
auch für wertvolle Zuchttierbestände möglich
zu machen, deren ungenügende Ernährung
eine nachhaltige Schädigung des Vollsvermö-=gens
bedeuten würde,
J. die anstandslore Verwendung zum mindesten
von Abfallgetreide für die Nutzgeflügelhaltung
sicherzustellen,
4. das bieher zugelassene Aussaatquantum
von 1 Zentner Hafer für das Tagwerk für
einzelne Gegenden je nach den klimatischen und
Bodenverhältnissen zu erhöhen.
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Die Sicherung der Frühjahrsbestellung 1915
bildete einen weiteren wichtigen Beratungsgegenstand.
Der Neserent, Generalsekretär Ockonomierat
Luschla, erörterte auf Grund der Berickte
sämtlicher landwirtschaftlicher Kreisausschüsse
die einzelnen in Betracht kommenden
Mahnahmen, deren wichtigste in den nachstehenden
Leitsätzen enthalten sind. Es solle jetzt
nicht zu viel von Kultivierung der Oedländeteien
und Moore gesprochen werden, da hiezu
vor allem Arbeitskräfte, Gespanne, Düngemitiel
und Saatgut nötig sind, an welchen aber kein
Ueberfluß bestehe. Das Hauptgewicht sci darauf
z legen, daß die bisherigen Anbauflächen
möglickst ungeschmälert erhalten bleiben und
insbesondere auch die Brache nicht ungenützt
bleibt. Vor allem handle es sich darum, die
nkligen landwirtschastlichen Arbeitskräfte zu erhalten
und den angel an Gespannen nach
Kräften zu beheben. Im Laufe der Debatte
gab der Vertreter des Kgl. Kriegsministeriums
die Erklärung ab, daß die Militlärverwaltung
die Verwendung von Kriegsgesangenen zu den
in Frage stehenden Arbeiten eifrig fördern
werde.
Die nachstehenden Leitsähee fanden einstimmige
Annahme:
1. Der Bayerische Landwirtschaftsrat wendet
sik wiederholt an die Landwirte und die landwirtschaftlichen
Körperschaften mit der dringenden
Bitte, alles im Interesse des Vaterlandes
anseubieten, um unsere Frühjahrsbestellung und
daemit unsere Ernte im heurigen Jahre sicherzustellen.
Alle landwirtschaftlichen Kreise müssen
hier opferbereit zusammen= und dafür cinstehen,
daß zum mindesten die dem Anbau bisher
schon zugeführten Flächen wieder gehörig
bestellt und, wo die Verhältnisse es irgend
gestatlen, geeignete weitere Gründe dem Anbau
zugeführt werden.
Zum Ersatz der fehlenden, aber zu den
Bestellarbeiten überaus notwendigen Arbeitskräfte
erachtet es der Bayerische Landwirtschaftsrat
als dringend notwendig, daß alle mit den
landwirtschaftlichen Arbeiten vertrauten Kräfte
in Stadt und Land insbesondere aber solche
in Staatsbetrieben beschäftigte zur Bestellzeit
freigegeben werden.
3. Der Bayerische Landwirtschaftsrat richtet
in völliger Uebereinstimmung mit den landwirtschaftlichen
Kreisausschüssen an die Heeresverwaltung
die Bitte, zur Bestellzeit weitestgehende
Veurlaubungen besonders von Landsturmleuten,
Betriebsleitern und von in den Garnisonen befindlichen,
vom Lande stammenden Mannschaften
eintreten zu lassen. Im besonderen richtet
sich der Wunsch auf eine möglichste Hinausschiebung
des Zeitpumtes der Einberufung des
ungedienten Landsturmes.
4. Ferner wird die von allen Seiten genünschte
Berwendung der mit landwirtschaftichen
auch vom Landwirtschaftsrat wiederholt wärmsiens
befürwortet.
5. Eine werkvolle Mithilfe bei den Frühjahrsarbeiten
können die Schüler und Schületinnen
wenigstens des lehten Jahrganges der
Arbeiten vertrauten Kriegsgefangenen
Voneschulen, ferner diefenlgen der Fortbildungsschulen
sowie der Mittelschulen in den Städten
— soweit die Schüler aus der Landwirtschaft
stammen bilden. Der Bayerische Landwirtschaftsrat
befürm ortet auch heute weitgehende
Freigebung dieser Kräfte zu den für die verschiedenen
Bedürfnisse geeigneten Zeitpunkten.
6. Bei dem Mangel an Gespanntieren wäre
eine möglichst zahlreiche Abgabe von kriegsunbranchbaren
und Beutepferden an die Lanowirtschast
dringend notwendig. Auch bei weilgehende:
Verwendung ron Rindviehgespannen
wird dieser Mangel sich schrer fühlbar machen.
7. Außer den oden angeführten ist eine Anzahl
weiterer Wänsche und Anregungen, so betressend
Gesuche um Juschüsie zur Beschaffung
von Saatgut, Dungemittel. Maschinen usw.,
Ansucken an die Hagelversicherungsanstalt um
Erleickterung bei Beitrags-ahlung, ferner betrefsend
möglichst milde Handhabung der veterinär-polizeinchen
Mahnahmen bei Maulund
Klauenseuche während der Bestellzeit u. a. m.
gleick-eitig mit den Orizinalberichten der landwirtcchaftlichen
Kreisausschüsse dem Kgl. Staatsministerium
des Innern zur möglichsten Berücksichtigung
bereits Zugeleilet worden.
· ·
Berüglich des letzten Punktes der Tagesordnung:
Höchstrreise für Fütt#r- und Düngemittel
(Referent Gutsbesitzer Riemerschmied) wurde
folgender Beschluß gefaht: Der Banerische
Landwirtschaftsrat sieht sich nicht in der Sage,
die Anträge auf Festsetzung von Höchstpreisen
für alle möglichen Materialien, hier im beson.
deren für Futter= und Düngemittel zu unterstützen,
denn es besteht erstens sehr wenig Aussicht,
daß der Bundesrat ein geschlossenes System
von Höckstpreisen für alle Materialien zu
schaffen bereit ist, nachdem diese nicht lückenlos
sich bewährt haben; außerdem ist. längst der
weitaus größte Teil aller künstlichen Futterund
Düngemittel in den Händen der Verbraucher,
so daß eine Verfügung über die kleineren
Restbestände die Verteilung ungünstig beeinflussen
würde.
Colalnachrichlen.
Reichewellwome.
Die Reichswollsammlung für die Landgemeinden,
veranlaßt durch Herren Regierungsrat
Baur, ist beendet und brachte großen Ertrag.
Allein durch die Eisenkahn wurden 450 große
Säcke, Kisten und Fässer abgeliefert, außer den
vielen Fuhren, die auf dem Landweg von den
Rackbargemeinden zahlreiche Bündel und Sacke
hereinbrackten. Es war eine Freude die Säcke
auszuleeren, denn jeder barg neben den alten
Wolllumren meist eine Ueberraschung für Soldaten
oder Flüchtlinge. So irennten sich die
Bäucrinnen von manckem schönen, großen Stück
Leinen, neuen Decken, neuen Unterröcken, warmen
schönen Tüchern, Kleidern und Wäsche, die
sie selbst noch lange hälten tragen und gebrauchen
können. Auch Geld wurde vron# einigen Gemeinden
zum Zweck der Wollwoche abgegeben,
so daß das Erträgnis auf dem Lande der
Stadt nicht nachsteht. Wieder ein neuer Beweis,
welche Orferwilligkeit auf dem Lande
für unser Vaterland herrscht. Zetzt sind fleihige
Hände beim Nähen der Decken und MWesien
beschäftigt. Von dem Erlös der Lumxen lönnen
ungesähr 25 Frauen gegen einen lleinen
Verdienst mitarbeiten. Allieferungstermin für
die Militärgegenstände ist der 25. Februar. Darum
gilt es noch fleißig mitzuhelfen. Um leere
Kisten bitten wir im (#renzschlachthof.
4 1 s
Rosenheim, 13. Febr.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Kriegofreiwilliger Sebastian Tiesenbacher, Buchhalter
aus Bad Aibling, Korporalschaftsfühh
rek im 16. Juf.-Reg.:, Georg Huber, Banerssoln
in Vogl, zuletzt Bahnarbeiter in Ostermünchen,
Landwehrman im 1. Juf.-Reg.: Ullric
Wellnhofer, Gerbermeisterssolhn aus Grassan,
Soldat im 1. Landwehr-Juf.-Reg.; Georg
Bre#ner, Malermeislerssohn aus Ruhpolding,
Gefreiter (Hornist: im 1. Res.-Inf.-Neg.,
Inhaber des Verdienstkreuzes mit Schwertern;
Gärtnergehilfe Georg Brunner (Stadler) aus
Traunstein.
Auszeichnungen im Felde. Der
Schulverweser Hans Offwanger in Schlohberg
ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.
Gleichzeitig wurde er zum Unteroffizier
lesördert. Er üeht als Ersatz-Reservist im 17.
Res.-Zuf.-Reg. Auch der Bahnarbeiter Josef
Thaltzammer in Traunstein hat sich das Eiserne
Kreuz erworben, ebenso der Gastwirtssohn
Paul Lautenbacher von Attenham (Endihausen),
welcher als Gefreiter beim 2. Res.-Inf.=Reg.
steht. Der Gefreite d. R. Simon Lunzer
aus Sonnenham wurde mit dem Militärverdienstkreuz
mit Schwertern ausgezeichnet.
Beförderung. Der Zementarbeiter Josef
Wieser bei der Firma Bernrieder steht im
2. Landwehr= Inf.-Reg. im Feld. Er ist jetzt
zum Unteroffizier befördert worden. Wieser.
welcher ein langjähriges Mitglied der hiesigen
freiwilligen Sanitätskolonne ist, weilt zurzeit
in Urlaub in Rosenheim.
Eine Dankeskundgebung aus dem
Felde. Auf ein vom Magistratsvorstand namens
des Magistrates an Herrn Oberstleutnant
taillons Nosen abgesandtes Glückwunschschreiben
zur rleihung des Eisernen Kreuzes
ist folgendes Dankschreiben eingelausen, das
in der letzten Magistratssitzung belannt gege·
ben wurde und das auch für die Allgemeinheit!
von Interesse sein dürfte: „Sehr verehrter
Herr Hofrat! Euer Hockwohlgeboren wollen!)
meinen verbindlichsten Dank für das mich sot
überaus ehrende Glückwunschschreiben entgegen
nehmen, in welckem Euer Hochuo#blgeboren und
das gesamte Magistratskolleglum der Freude
über die mir gewordene Kaiserliche Auszeichnung
Ausdruck verleihen. Ich erblicke in der
hohen Auszeichnung, die mir als dem Kommandeur
des Landsturm-Batailtons Nosenheim)
geworden ist, nicht eine Belohnung meiner bescheidenen
persönlichen Verdienste, sondern eine)
die Leistungen meiner braven Landsturmmän-)
ner voll und ganz bewertende Anerlennung unserer
hohen Vorgesehzten. Die Leistungen der
Landsturm-Bataillone reihen sich würdig an die
jenigen der ebenso wie wir in vorderster Linie
sterenden altiven Truppen und der Landwehr.)
Tron der großen Anforderungen an die Tüch- (
tigkeit und Ausdauer der braven Landstürmer
ist der Geist in der Truppe ein vorzüg.
licher. Der Mühen und Anstrengungen sind
nic t wenige, aber in opfervoller und opferfreudiger
Tätigkeit im Vorpostendienst und in
den Schützengräben sucht der Landsturm der
ihm gestellten Aufgabe gerecht zu werden. Bei
den vielerlei Gesahren, die der schwere Dienst
mit sich bringt, geht es dem Bataillon gut:
der Gesundheitszustand ist in Anbetracht der
ungewöhnlichen Anstrengungen ein sehr güunstiger.
Wir alle sind von der selsenfesten Zuversicht
beseelt, daß der Kampf, in dem es
sich um Sein oder Nichtsein handelt, siegreich
zum Heile Deutschlands und unseres bayerischen
Vaterlandes zum Abschluß gebracht wird.)
Daran knüpfen wir die Hoffnung, daß, so Golt##
wil:, der Rosenheimer Landsturm nach Abschlußf
D
3
seiner kriegeriscken Tätigkeit sieggekrönt in die
Heimat zurückkehren wird, um sich wieder den
Werken des Friedens midmen zu können. Genel
migen Euer Hochwohlgeb###en den Ausdruck
vo züglichster Hochachtung, wamit ich die Bitte
verlnüpfe, die besten Grüße für Sie, verehrter
Herr Hofrat, das gesamte Magistrats-Kolle.
gium und die Einwohnerschaft Rosenheims vom
Landsturm-Bataillon Rosenheim und seinem
Ko umandeur entgegennehmen zu wollen, und
zeic’'ne als Euer HochwohlgebLoren ganz ergelenster:
gez. Körle, Oberstleutnant und Kommandeur
des Landsturm-Bataillons Nosenheim.“
]) ·
Dornen-cSicgsHlndcnbvtsggbrachte
freudige Erregung in unsere Stadt. Verschiedene
Anzeichen deuteten darauf hin, daß „e###
was in der Luft liegt“. Am Freitag, abends
126 Uhr, kam dann die Gewißheit. Um diese
Zeit konnten wir den amtlichen Bericht aus
dem Großen Hauxtquartier in Empfang nehmen.
ric ten vom Kriegeschauplatz. In großer Zahl
sammelte sich sofort vor unserer Erperition die;
Menge, der wir den inhaltsrollen Bericht als.
bald bekanntgaben.
die Anschläge an unseren Telegrammtafeln die
Kunde in der Stadt, auch daes Ertrablatt
solgte sofort. Ueberall zeigte sich große Jueube
üler Hindenburg und seine Ersolge. Der Sieg
belerrschte das Gespräch an allen Stammz
tiscten und im Familienkreise. Ueberall freute
man sich, daß Hindenburg den Lügen in der
rustischen Duma eine starle deutsche Tat ent
gesensethte. Heute tragen viele Häuser Flaggen
schmuck.
Ist eine Erhöhung der Kartofselhöchstpreise
zu erwarten? Mie verlautet.
gedachte der Bundesrat am Donnerstag
Stellung zu nehmen zu der Frage einer Erhöhung
der Hoöchstpreise für Kartoffeln. Die
Maßregel solite die Wirlung haben, die Land!
wirte und Kartoffelhändler zu bemegen, zu *
in Aussicht genommenen höheren Preise die
vo!„ ihnen etwa zurüdgehaltenen Kartoffelvorrate
nunmehr an den Markt zu bringen, wodurch
der augenblickliche Kartoffelmangel moglichst
beseitigt werden sollte. In den Bundesratsausschüssen
konnte aber eine Einigung über
die geplante Verordnung nicht erielt werden.“
insolgedessen hat dann der Bundesrat die Beschlußfassung
einstweilen ausgesetzt. Es besleht
eben auch in manchen Regierungstlreisen die
Unmittelbar darauf verkündete unsere)
Fahne der Stadt das Eintreffen freuriger Nach=Kurz
darauf verbreiteten?
4
Auffassung, daß, sofern das milde Wetler anhält,
die Zufuhren an den Marlt von selbst
stärker werden dürften, ohne daß es einer Erhöhung
der Höchstpreise bedürfe, die zweifellos
zu einer allgemeinen
seln führen würde.
Landsturm-Musterung.
Verteuerung der Kartof-Das
Lend--b
4
sturm-Geschäst keginnt im Bereich des 1. Armeelerps
ab 1. März; es klommen hiebei zur
Musterung und Aushebung die Landsturm Angehörigen
gänge.
Freundestreue von der Schulbank
her. Still und bescheiden wie die
neuen Kirchenfürsten von Gurk, des
der noch nicht gemusterlen Jahr-Fürstbisckofs
Dr. Adam Hefter selbst ist, hat
Person des „
1
!
1
1T
1
sich auch sein Aufenthalt in der Heimat Rosen-:
heim gestaltet. Gleichwohl ließen es sich seine
ehemaligen Schulkameraden nicht nehmen, dem 1
Oberhirten anläßlich der Bischofsweihe ein
prachtvolles, künstlerisch ausgestattetes Glück-Körle,
den Kommandeur des Landsturm-Ba, wunschschreiben in der Form eines Albums als