Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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Uummer  32

Mosensieiimer  Anzeiher

Fonntäg,  14.  Februar  10918

 

Grenzlande.

Innsbruck.  12.  .Auf  die  großen
Schneefälle  der  letzten  Tage  in  Südtirol  ist
jetzt  Tauwetter  gefolgt,  das  zahlreiche  Lawinenstürze
  versckuldet.  So  gingen  am  Brenner  und
un  Pustertal  Schneelawinen  nieder,  welche  die
Bahngeleise  verschütteten  und  bedeutende  Verkehrsstörungen
  und  Zugsverspätungen  verurlachten.
  Heute  Mittag  ging  am  Brenner  abermals
  eine  große  Schneelawine  nieder,  welche  die
Bahngeleise  verschüttete,  so  daß  der  Zugverkehr
von  abends  7  Uhr  an  eingestellt  ist.  Bei  Windischmatrei
  wurde  ein  Bauernknecht  samt  einem
mit  Pferden  bespannten  Heuschlitten  50  Meter
in  einen  Abgrund  geschleudert  und  blieb  sofort
tot.

 

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7#4%  Nibling,  12.  Febr.  Gestern  fand  im
Sebastiansbräu  die  Verlosung  von  7  kriegstauglichen,
  trächtigen  Stuten  statt,  welche  seitens
der  Behörden  der  Pferdezucktgenossenschaft  für
den  Bezirk  -ibling  zur  Verfügung  gestellt  worden
  waren.  Bedingung  für  den  Gewinner  war,
daß  die  Pferde  16  Wochen  nach  dem  Abfohlen
von  der  Militärbehörde  im  Bedarfssalle  jederzeit
  zum  Verlosungspreis  zurückgekauft  werden
  können,  wogegen  die  Fohlen  Eigentum  der
Gewinner  bleiben.

WMaxlrain,  12.  Febr.  Nack  Vorschlägen  und
Plänen  des  Generalkonservatoriums  wird  gegenwärtig
  die  Schloßkapelle  in  Marlrain,  auf
dem  Besitztum  des  Grafen  Arco-Zinneberg,  restauriert.
  Hier  kamen  zum  großen  Teil  jalte
Wandmalereien  zum  Vorschein,  die  aber  durch
frühere  Renovationen  schon  gelitten  haben.  Sie
follen  indessen  erhalten  bleiben.

Schliersce,  12.  Febr.  Die  Gemeindeumlagen
in  Schliersee  wurden  für  1915  wieder  auf  100%6
festgesetzt.

Wiesbach,  12.  Febr.  Die  Gesamtsumme  der
Entschädigungen,  welche  seit  Kriegsausbruch  für
zu  Mobilmachungszweden  ausgehobene  Pferde
im  Amtsbezirk  Miesbach-Tegernsee  eingewiesen
und  ausbezahlt  wurden,  beziffert  sich  auf
890  385  Mark.  Dieser  ansehnliche  Betrag  bleibt
in  drr  Hauptsache  im  Bezirk.

Bausham,  12.  Febr.  In  Hausham  wird
die  Fortbildungsschule  zu  einer  gemeindlichen
Unterrichtsanstalt  (Berufssortbildungsschule)
umgewandelt.

Inzell,.  12.  Febr.  Gestern  früh  brach  in  dem
Anwesen  des  Bauern  Oettl  in  Sulzbach  ein
Brand  aus,  welcher  das  Wohnhaus  und  die
Nebengebäude  in  Asche  legte.  Der  Brandleider
ist  versickert.  Die  von  dem  Feuer  bedrohten  beiden
  Nachbaranwesen  konnten  gerettet  werden.

Wichlige  Beschlüsse  des  bayerischen
Landwielschafksrales.
mühnchen,  12.  Febr.

Der  bayerische  Landwirtschaftsrat  hat  in  seiner
  Vollsitzung  vom  11.  Febmar  sehr  wichtige
  Beschlüsse  gefaßt.  Zunächit  berichtete  der
1.  Präsident  Dr.  Frhr.  v.  Cetto  über  die  am
vorigen  Tag  in  der  Geschäftsabteilung  stattgefundene
  Beratung  über  die  Bundesrats-Verordnung
  rom  25.  Jannar  1915  betr.  die  Regelung
  des  Verlehrs  mit  Brotgetreide  und
Mehl.  Er  wies  darauf  hin,  daß  die  der  Landwirtsckaft
  eugewiesene  Brotgetreidemenge  von
9  Kilogramm  für  den  Korf  und  Monat  viel
zu  gering  bemessen  sei.  Dieses  Quantum  ergebe
  die  geringe  Menge  von  300  Gramm  Brot
für  den  Tag.  Dabei  bleibe  aber  nichte  mehr
für  die  übrige,  großenteils  aus  Mehllost  bestehende
  Ernährung  der  ländlichen  Bevölkerung
vorhanden.  Wenn  auch  an  der  Bestimmung  der
Bundesrats-Verordnung  wohl  nichts  mehr  zu
ändern  sei.  müsse  doch  darauf  hingewirkt  werden,
  daß  die  Kommunalverbände  bei  der  Verteilung
  der  Mehlvorräte  diesen  größeren  Mehlbedarf
  der  Landbevölkerung  möglichst  berücksichtigen.
  Auch  die  großen  Leistungen,  welche
angesichts  des  M  den  Zugtieren,  insbesondere
  den  Pferden  #mutet  werden  müssen,
lassen  die  der  Haferverfütterung  gezogenen
Erenzen,  welche  schon  in  normalen  Zeiten  völlig
  unzureichende  Nationen  vorstellen  würden,
um  so  mehr  jehzt  als  viel  zu  eng  und  schädlich
erscheinen.  Nach  eingehender  Diskussion  sand
nachstehender  Beschluß  einstimmige  Annahme:

1

 

Der  Bayerische  Landwirtschaftsrat  erkennt  die
Notwendigkeit  einer  einheitlichen  Durchführung
in  Beschlagnahme  und  Enteignung  des  Brotgetreiodes
  für  das  Reichsgebiet  durch  die
Kriegs-Getreide-Gesellschaft  an,  erblickt  jedoch
in  der  Versorgung  der  Bevölkerung  mit  Mehl
aus  den  Getreidevorräten  des  Bezirkes  durch
die  Kommunalverbände  und  Abführung  der
überschüssigen  Mengen  an  die  Kriegs-Getreide-Cesellschaft
  ein  wesentlich  vereinfachtes  und  der
Landbevölkerung  zusagendes  Verfahren.  Er  ersucht
  daher,  besonders  auch  im  Hinblick  auf
eine  weitergehende  Berücksichtigung  der  Kleinmühlen
  nachdrücklichst  dahin  zu  wirken,  daß  seitens
  der  K.-G.  das  durch  die  Kgl.  Bayer.
Staatsregierung  vorgeschlagene  Verfahren  Platz

reift.

8  Der  Landwirtschaftsrat  erwartet  in  Anlehnung
  an  diesen  Antrag  zuversichtlich,  daß  die
Bestellung  der  Kommissionäre  durch  die  Kommunalverbände
  unwerzüglich  erfolgk.

 

I

II.

Der  Bayerische  Landwirtschaftsrat  erklärt:

Die  nach  §  An  der  Bundesrats-Verordnung
von  der  Beschlagnahme  ausgenommenen  Vorräte
  von  Brotgetreide  sind  unrichtig  bemessen,
da  bei  den  „Angehörigen  der  Wirtschaft“  wwischen
  jugendlichen  und  erwachsenen  Personen
nicht  unterschieden  wird,  außerdem  die  Ernährungsweise
  des  Landvolkes,  welche  den  Getreide-
  bzw.  Mehlverbrauch  in  den  einzelnen
Gegenden  außerordentlich  verschieden  gestaltet,
nicht  berüdsichtigt  wird.

Die  Kal.  Staatereglerung  wird  deshalb  ersucht,
  durch  die  Kommunalverbände  unter  Berücksichtigung
  der  örtlichen  Verhältnisse  und  des
Alters  der  Wirtschaftsangehörigen  einen  Ausgleich
  herbeizuführen.

Der  Bayerische  Landwirtschaftsrat  ersucht  die
Kgl.  Staatsregierung,  darauf  hin'uwirken,  daß
eine  Erweiterung  der  Reichsverteilungsstelle
durch  Beiriehung  von  Vertretern  der  Landwirtschaft
  für  die  Bundesstaaten  eintritt.

III.

Da  die  nach  Ministerial-Entschließung  vom
30.  Januar  1915  zulässige  Verwendung  von
300  Kilo  Hafer  für  ein  in  schwerer  Arbeit  stehendes
  Pferd  auf  7  Monate  absclut  ungenügend
ist,  um  die  Pferde  in  leiftungssähigem  Zustande
  zu  erhalten,  auch  die  ausgiebige  Fütterung
  der  vielfach  zum  Ersatz  für  die  Pferde  zu
verwertenden  Zugochsen  unumgänglich  nötig  ist,
wird  die  Kgl.  Staatsregierung  weiterhin  erucht:

1.  eine  Erhöhung  des  Futterquantums  für
Arbeitspferde  vorzunehmen  und  die  Verwendung
  von  Haber  auch  für  Zugochsen  zuzulassen,

2.  die  Verwendung  von  Getreide  als  Kraftfutter
  auch  für  wertvolle  Zuchttierbestände  möglich
  zu  machen,  deren  ungenügende  Ernährung
eine  nachhaltige  Schädigung  des  Vollsvermö-=gens
  bedeuten  würde,

J.  die  anstandslore  Verwendung  zum  mindesten
  von  Abfallgetreide  für  die  Nutzgeflügelhaltung
  sicherzustellen,

4.  das  bieher  zugelassene  Aussaatquantum
von  1  Zentner  Hafer  für  das  Tagwerk  für
einzelne  Gegenden  je  nach  den  klimatischen  und
Bodenverhältnissen  zu  erhöhen.

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Die  Sicherung  der  Frühjahrsbestellung  1915
bildete  einen  weiteren  wichtigen  Beratungsgegenstand.

  Der  Neserent,  Generalsekretär  Ockonomierat
  Luschla,  erörterte  auf  Grund  der  Berickte

  sämtlicher  landwirtschaftlicher  Kreisausschüsse
  die  einzelnen  in  Betracht  kommenden
Mahnahmen,  deren  wichtigste  in  den  nachstehenden
  Leitsätzen  enthalten  sind.  Es  solle  jetzt
nicht  zu  viel  von  Kultivierung  der  Oedländeteien
  und  Moore  gesprochen  werden,  da  hiezu
vor  allem  Arbeitskräfte,  Gespanne,  Düngemitiel
und  Saatgut  nötig  sind,  an  welchen  aber  kein
Ueberfluß  bestehe.  Das  Hauptgewicht  sci  darauf
  z  legen,  daß  die  bisherigen  Anbauflächen
möglickst  ungeschmälert  erhalten  bleiben  und
insbesondere  auch  die  Brache  nicht  ungenützt
bleibt.  Vor  allem  handle  es  sich  darum,  die
nkligen  landwirtschastlichen  Arbeitskräfte  zu  erhalten
  und  den  angel  an  Gespannen  nach
Kräften  zu  beheben.  Im  Laufe  der  Debatte
gab  der  Vertreter  des  Kgl.  Kriegsministeriums
die  Erklärung  ab,  daß  die  Militlärverwaltung
die  Verwendung  von  Kriegsgesangenen  zu  den
in  Frage  stehenden  Arbeiten  eifrig  fördern
werde.

Die  nachstehenden  Leitsähee  fanden  einstimmige
  Annahme:

1.  Der  Bayerische  Landwirtschaftsrat  wendet
sik  wiederholt  an  die  Landwirte  und  die  landwirtschaftlichen
  Körperschaften  mit  der  dringenden
  Bitte,  alles  im  Interesse  des  Vaterlandes
anseubieten,  um  unsere  Frühjahrsbestellung  und
daemit  unsere  Ernte  im  heurigen  Jahre  sicherzustellen.
  Alle  landwirtschaftlichen  Kreise  müssen
  hier  opferbereit  zusammen=  und  dafür  cinstehen,
  daß  zum  mindesten  die  dem  Anbau  bisher
  schon  zugeführten  Flächen  wieder  gehörig
bestellt  und,  wo  die  Verhältnisse  es  irgend
gestatlen,  geeignete  weitere  Gründe  dem  Anbau
  zugeführt  werden.

Zum  Ersatz  der  fehlenden,  aber  zu  den
Bestellarbeiten  überaus  notwendigen  Arbeitskräfte
  erachtet  es  der  Bayerische  Landwirtschaftsrat
  als  dringend  notwendig,  daß  alle  mit  den
landwirtschaftlichen  Arbeiten  vertrauten  Kräfte
in  Stadt  und  Land  insbesondere  aber  solche
in  Staatsbetrieben  beschäftigte  zur  Bestellzeit
  freigegeben  werden.

3.  Der  Bayerische  Landwirtschaftsrat  richtet
in  völliger  Uebereinstimmung  mit  den  landwirtschaftlichen
  Kreisausschüssen  an  die  Heeresverwaltung
  die  Bitte,  zur  Bestellzeit  weitestgehende
Veurlaubungen  besonders  von  Landsturmleuten,
Betriebsleitern  und  von  in  den  Garnisonen  befindlichen,
  vom  Lande  stammenden  Mannschaften
  eintreten  zu  lassen.  Im  besonderen  richtet
sich  der  Wunsch  auf  eine  möglichste  Hinausschiebung
  des  Zeitpumtes  der  Einberufung  des
ungedienten  Landsturmes.

4.  Ferner  wird  die  von  allen  Seiten  genünschte
  Berwendung  der  mit  landwirtschaftichen

auch  vom  Landwirtschaftsrat  wiederholt  wärmsiens
  befürwortet.

5.  Eine  werkvolle  Mithilfe  bei  den  Frühjahrsarbeiten
  können  die  Schüler  und  Schületinnen
  wenigstens  des  lehten  Jahrganges  der

Arbeiten  vertrauten  Kriegsgefangenen

 

Voneschulen,  ferner  diefenlgen  der  Fortbildungsschulen
  sowie  der  Mittelschulen  in  den  Städten
—  soweit  die  Schüler  aus  der  Landwirtschaft
stammen  bilden.  Der  Bayerische  Landwirtschaftsrat
  befürm  ortet  auch  heute  weitgehende
Freigebung  dieser  Kräfte  zu  den  für  die  verschiedenen
  Bedürfnisse  geeigneten  Zeitpunkten.

6.  Bei  dem  Mangel  an  Gespanntieren  wäre
eine  möglichst  zahlreiche  Abgabe  von  kriegsunbranchbaren
  und  Beutepferden  an  die  Lanowirtschast
  dringend  notwendig.  Auch  bei  weilgehende:
  Verwendung  ron  Rindviehgespannen
wird  dieser  Mangel  sich  schrer  fühlbar  machen.

7.  Außer  den  oden  angeführten  ist  eine  Anzahl
  weiterer  Wänsche  und  Anregungen,  so  betressend
  Gesuche  um  Juschüsie  zur  Beschaffung
von  Saatgut,  Dungemittel.  Maschinen  usw.,
Ansucken  an  die  Hagelversicherungsanstalt  um
Erleickterung  bei  Beitrags-ahlung,  ferner  betrefsend
  möglichst  milde  Handhabung  der  veterinär-polizeinchen
  Mahnahmen  bei  Maulund
  Klauenseuche  während  der  Bestellzeit  u.  a.  m.
gleick-eitig  mit  den  Orizinalberichten  der  landwirtcchaftlichen
  Kreisausschüsse  dem  Kgl.  Staatsministerium
  des  Innern  zur  möglichsten  Berücksichtigung
  bereits  Zugeleilet  worden.

·  ·

Berüglich  des  letzten  Punktes  der  Tagesordnung:
  Höchstrreise  für  Fütt#r-  und  Düngemittel
(Referent  Gutsbesitzer  Riemerschmied)  wurde
folgender  Beschluß  gefaht:  Der  Banerische
Landwirtschaftsrat  sieht  sich  nicht  in  der  Sage,
die  Anträge  auf  Festsetzung  von  Höchstpreisen
für  alle  möglichen  Materialien,  hier  im  beson.
deren  für  Futter=  und  Düngemittel  zu  unterstützen,
  denn  es  besteht  erstens  sehr  wenig  Aussicht,
  daß  der  Bundesrat  ein  geschlossenes  System
  von  Höckstpreisen  für  alle  Materialien  zu
schaffen  bereit  ist,  nachdem  diese  nicht  lückenlos
sich  bewährt  haben;  außerdem  ist.  längst  der
weitaus  größte  Teil  aller  künstlichen  Futterund
  Düngemittel  in  den  Händen  der  Verbraucher,
  so  daß  eine  Verfügung  über  die  kleineren
Restbestände  die  Verteilung  ungünstig  beeinflussen
  würde.

Colalnachrichlen.

Reichewellwome.

Die  Reichswollsammlung  für  die  Landgemeinden,
  veranlaßt  durch  Herren  Regierungsrat
Baur,  ist  beendet  und  brachte  großen  Ertrag.
Allein  durch  die  Eisenkahn  wurden  450  große
Säcke,  Kisten  und  Fässer  abgeliefert,  außer  den
vielen  Fuhren,  die  auf  dem  Landweg  von  den
Rackbargemeinden  zahlreiche  Bündel  und  Sacke
hereinbrackten.  Es  war  eine  Freude  die  Säcke
auszuleeren,  denn  jeder  barg  neben  den  alten
Wolllumren  meist  eine  Ueberraschung  für  Soldaten
  oder  Flüchtlinge.  So  irennten  sich  die
Bäucrinnen  von  manckem  schönen,  großen  Stück
Leinen,  neuen  Decken,  neuen  Unterröcken,  warmen
  schönen  Tüchern,  Kleidern  und  Wäsche,  die
sie  selbst  noch  lange  hälten  tragen  und  gebrauchen
  können.  Auch  Geld  wurde  vron#  einigen  Gemeinden
  zum  Zweck  der  Wollwoche  abgegeben,
so  daß  das  Erträgnis  auf  dem  Lande  der
Stadt  nicht  nachsteht.  Wieder  ein  neuer  Beweis,
  welche  Orferwilligkeit  auf  dem  Lande
für  unser  Vaterland  herrscht.  Zetzt  sind  fleihige
Hände  beim  Nähen  der  Decken  und  MWesien
beschäftigt.  Von  dem  Erlös  der  Lumxen  lönnen
  ungesähr  25  Frauen  gegen  einen  lleinen
Verdienst  mitarbeiten.  Allieferungstermin  für
die  Militärgegenstände  ist  der  25.  Februar.  Darum
  gilt  es  noch  fleißig  mitzuhelfen.  Um  leere
Kisten  bitten  wir  im  (#renzschlachthof.

4  1  s
Rosenheim,  13.  Febr.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Kriegofreiwilliger  Sebastian  Tiesenbacher,  Buchhalter
  aus  Bad  Aibling,  Korporalschaftsfühh
rek  im  16.  Juf.-Reg.:,  Georg  Huber,  Banerssoln
  in  Vogl,  zuletzt  Bahnarbeiter  in  Ostermünchen,
  Landwehrman  im  1.  Juf.-Reg.:  Ullric
  Wellnhofer,  Gerbermeisterssolhn  aus  Grassan,
  Soldat  im  1.  Landwehr-Juf.-Reg.;  Georg
  Bre#ner,  Malermeislerssohn  aus  Ruhpolding,
  Gefreiter  (Hornist:  im  1.  Res.-Inf.-Neg.,
Inhaber  des  Verdienstkreuzes  mit  Schwertern;
Gärtnergehilfe  Georg  Brunner  (Stadler)  aus
Traunstein.

Auszeichnungen  im  Felde.  Der
Schulverweser  Hans  Offwanger  in  Schlohberg
ist  mit  dem  Eisernen  Kreuz  ausgezeichnet  worden.
  Gleichzeitig  wurde  er  zum  Unteroffizier
lesördert.  Er  üeht  als  Ersatz-Reservist  im  17.
Res.-Zuf.-Reg.  Auch  der  Bahnarbeiter  Josef
Thaltzammer  in  Traunstein  hat  sich  das  Eiserne
  Kreuz  erworben,  ebenso  der  Gastwirtssohn
Paul  Lautenbacher  von  Attenham  (Endihausen),
  welcher  als  Gefreiter  beim  2.  Res.-Inf.=Reg.
  steht.  Der  Gefreite  d.  R.  Simon  Lunzer
aus  Sonnenham  wurde  mit  dem  Militärverdienstkreuz
  mit  Schwertern  ausgezeichnet.

Beförderung.  Der  Zementarbeiter  Josef
  Wieser  bei  der  Firma  Bernrieder  steht  im
2.  Landwehr=  Inf.-Reg.  im  Feld.  Er  ist  jetzt
zum  Unteroffizier  befördert  worden.  Wieser.
welcher  ein  langjähriges  Mitglied  der  hiesigen
freiwilligen  Sanitätskolonne  ist,  weilt  zurzeit
in  Urlaub  in  Rosenheim.

Eine  Dankeskundgebung  aus  dem
Felde.  Auf  ein  vom  Magistratsvorstand  namens
  des  Magistrates  an  Herrn  Oberstleutnant

 

taillons  Nosen  abgesandtes  Glückwunschschreiben
  zur  rleihung  des  Eisernen  Kreuzes
  ist  folgendes  Dankschreiben  eingelausen,  das
in  der  letzten  Magistratssitzung  belannt  gege·
ben  wurde  und  das  auch  für  die  Allgemeinheit!
von  Interesse  sein  dürfte:  „Sehr  verehrter
Herr  Hofrat!  Euer  Hockwohlgeboren  wollen!)
meinen  verbindlichsten  Dank  für  das  mich  sot
überaus  ehrende  Glückwunschschreiben  entgegen
nehmen,  in  welckem  Euer  Hochuo#blgeboren  und
das  gesamte  Magistratskolleglum  der  Freude
über  die  mir  gewordene  Kaiserliche  Auszeichnung
  Ausdruck  verleihen.  Ich  erblicke  in  der
hohen  Auszeichnung,  die  mir  als  dem  Kommandeur
  des  Landsturm-Batailtons  Nosenheim)
geworden  ist,  nicht  eine  Belohnung  meiner  bescheidenen
  persönlichen  Verdienste,  sondern  eine)
die  Leistungen  meiner  braven  Landsturmmän-)
ner  voll  und  ganz  bewertende  Anerlennung  unserer
  hohen  Vorgesehzten.  Die  Leistungen  der
Landsturm-Bataillone  reihen  sich  würdig  an  die
jenigen  der  ebenso  wie  wir  in  vorderster  Linie
sterenden  altiven  Truppen  und  der  Landwehr.)
Tron  der  großen  Anforderungen  an  die  Tüch-  (
tigkeit  und  Ausdauer  der  braven  Landstürmer
  ist  der  Geist  in  der  Truppe  ein  vorzüg.
licher.  Der  Mühen  und  Anstrengungen  sind
nic  t  wenige,  aber  in  opfervoller  und  opferfreudiger
  Tätigkeit  im  Vorpostendienst  und  in
den  Schützengräben  sucht  der  Landsturm  der
ihm  gestellten  Aufgabe  gerecht  zu  werden.  Bei
den  vielerlei  Gesahren,  die  der  schwere  Dienst
mit  sich  bringt,  geht  es  dem  Bataillon  gut:
der  Gesundheitszustand  ist  in  Anbetracht  der
ungewöhnlichen  Anstrengungen  ein  sehr  güunstiger.
  Wir  alle  sind  von  der  selsenfesten  Zuversicht
  beseelt,  daß  der  Kampf,  in  dem  es
sich  um  Sein  oder  Nichtsein  handelt,  siegreich
zum  Heile  Deutschlands  und  unseres  bayerischen
  Vaterlandes  zum  Abschluß  gebracht  wird.)
Daran  knüpfen  wir  die  Hoffnung,  daß,  so  Golt##
wil:,  der  Rosenheimer  Landsturm  nach  Abschlußf

D

3

seiner  kriegeriscken  Tätigkeit  sieggekrönt  in  die
Heimat  zurückkehren  wird,  um  sich  wieder  den
Werken  des  Friedens  midmen  zu  können.  Genel
  migen  Euer  Hochwohlgeb###en  den  Ausdruck
vo  züglichster  Hochachtung,  wamit  ich  die  Bitte
verlnüpfe,  die  besten  Grüße  für  Sie,  verehrter
Herr  Hofrat,  das  gesamte  Magistrats-Kolle.
gium  und  die  Einwohnerschaft  Rosenheims  vom
Landsturm-Bataillon  Rosenheim  und  seinem
Ko  umandeur  entgegennehmen  zu  wollen,  und
zeic’'ne  als  Euer  HochwohlgebLoren  ganz  ergelenster:
  gez.  Körle,  Oberstleutnant  und  Kommandeur
  des  Landsturm-Bataillons  Nosenheim.“
  ])  ·

Dornen-cSicgsHlndcnbvtsggbrachte
freudige  Erregung  in  unsere  Stadt.  Verschiedene
  Anzeichen  deuteten  darauf  hin,  daß  „e###

 

was  in  der  Luft  liegt“.  Am  Freitag,  abends

126  Uhr,  kam  dann  die  Gewißheit.  Um  diese

Zeit  konnten  wir  den  amtlichen  Bericht  aus
dem  Großen  Hauxtquartier  in  Empfang  nehmen.


ric  ten  vom  Kriegeschauplatz.  In  großer  Zahl

sammelte  sich  sofort  vor  unserer  Erperition  die;

Menge,  der  wir  den  inhaltsrollen  Bericht  als.
bald  bekanntgaben.
die  Anschläge  an  unseren  Telegrammtafeln  die
Kunde  in  der  Stadt,  auch  daes  Ertrablatt

solgte  sofort.  Ueberall  zeigte  sich  große  Jueube

üler  Hindenburg  und  seine  Ersolge.  Der  Sieg

belerrschte  das  Gespräch  an  allen  Stammz
tiscten  und  im  Familienkreise.  Ueberall  freute

man  sich,  daß  Hindenburg  den  Lügen  in  der
rustischen  Duma  eine  starle  deutsche  Tat  ent

gesensethte.  Heute  tragen  viele  Häuser  Flaggen

schmuck.

Ist  eine  Erhöhung  der  Kartofselhöchstpreise
  zu  erwarten?  Mie  verlautet.
  gedachte  der  Bundesrat  am  Donnerstag
Stellung  zu  nehmen  zu  der  Frage  einer  Erhöhung
  der  Hoöchstpreise  für  Kartoffeln.  Die

Maßregel  solite  die  Wirlung  haben,  die  Land!

wirte  und  Kartoffelhändler  zu  bemegen,  zu  *

in  Aussicht  genommenen  höheren  Preise  die
vo!„  ihnen  etwa  zurüdgehaltenen  Kartoffelvorrate
  nunmehr  an  den  Markt  zu  bringen,  wodurch
  der  augenblickliche  Kartoffelmangel  moglichst
  beseitigt  werden  sollte.  In  den  Bundesratsausschüssen
  konnte  aber  eine  Einigung  über

die  geplante  Verordnung  nicht  erielt  werden.“

insolgedessen  hat  dann  der  Bundesrat  die  Beschlußfassung
  einstweilen  ausgesetzt.  Es  besleht
eben  auch  in  manchen  Regierungstlreisen  die

Unmittelbar  darauf  verkündete  unsere)
Fahne  der  Stadt  das  Eintreffen  freuriger  Nach=Kurz

  darauf  verbreiteten?

4

 

Auffassung,  daß,  sofern  das  milde  Wetler  anhält,
  die  Zufuhren  an  den  Marlt  von  selbst
stärker  werden  dürften,  ohne  daß  es  einer  Erhöhung

  der  Höchstpreise  bedürfe,  die  zweifellos

zu  einer  allgemeinen
seln  führen  würde.
Landsturm-Musterung.

Verteuerung  der  Kartof-Das

  Lend--b



4

sturm-Geschäst  keginnt  im  Bereich  des  1.  Armeelerps

  ab  1.  März;  es  klommen  hiebei  zur

Musterung  und  Aushebung  die  Landsturm  Angehörigen


gänge.
Freundestreue  von  der  Schulbank
her.  Still  und  bescheiden  wie  die
neuen  Kirchenfürsten  von  Gurk,  des

der  noch  nicht  gemusterlen  Jahr-Fürstbisckofs

  Dr.  Adam  Hefter  selbst  ist,  hat

Person  des  „

1
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1
1T
1

sich  auch  sein  Aufenthalt  in  der  Heimat  Rosen-:

heim  gestaltet.  Gleichwohl  ließen  es  sich  seine

ehemaligen  Schulkameraden  nicht  nehmen,  dem  1

 

Oberhirten  anläßlich  der  Bischofsweihe  ein
prachtvolles,  künstlerisch  ausgestattetes  Glück-Körle,

  den  Kommandeur  des  Landsturm-Ba,  wunschschreiben  in  der  Form  eines  Albums  als