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eine übrigens hochbedeutsame einflußreiche Persönlichkeit, da dieser
„Richter“ zugleich das Präsidium bei etwaiger Abwesenheit des
Fürsten geführt zu haben scheint —. Ein Fall dieser Art ist uns
in einer Urkunde aus dem Jahre 1197 aufbehalten, in welcher
Hedwig, Wittwe des Markgrafen Otto, dem Kloster Alten-Zelle ein
Dorf — Ouziz genannt — schenkt. Unter den Zeugen, welche den
Schenkungsact durch ihre Gegenwart bekräftigt haben, befindet sich
nun auch ein Albertus de Dreuze mit dem Beisatze: Judex.*)
Der Umbildungsproceß dürfte sich in der Hauptsache im Laufe
des vierzehnten Jahrhunderts vollzogen haben, denn gegen die
Mitte desselben erscheinen auf den Landtagen auch Vertreter der
Städte.
Die Landtage übten nachweislich bereits seit dem vierzehnten
Jahrhundert ein Steuerbewilligungsrecht aus und befaßten sich mit
öffentlichen Angelegenheiten allgemeinen Interesses.
Die Landtage wurden für die einzelnen Landestheile, aus
denen sich das sächsische Staatswesen ursprünglich zusammensetzte,
gesondert gehalten. Die Orte für die Berufung wechselten.
Dies war die Sachlage bis zu dem in der Entwicklung des
sächsischen Ständewesens einen epochemachenden Wendepunkt bil—
denden Landtage, der im Jahre 1438 in Leipzig abgehalten wurde
und mit Recht als der Ausgangspunct für die altständische
*) Vergl. Menckenii Script. Rer. Germ. tom. II, pag. 449.
Als weitere Zeugen werden aufgeführt: Bertoldus nueburgensis episcopus,
Winmarus abbas portensis, comes Meinerus de Werbene,
Erkenboldus de grizlau, Budo de domo, Heinricus de Kamborg,
Heinricus de Hagen, Arnoldus scelowin, Heinricus de sladebach,
Burchardus de nesta, Otto de Lichtenhagen, Ekkehardus de duchere,
Anno de muchele, Rudolfas de Bunowe (Bünau), Albertus
polen, Gunbertus de Duben, Eberardus mersburgensis episcopus,
Gerardus prefectus de Groizh (Groitzsch), Heinricus prefectus de
donin (Dohna), Heinricus de scudiz (Schkeuditz), Petrus de hagen.
Mit Ausnahme der Familien Hagen und Bünau sind sämmtliche
Familien, denen die vorgenannten Zeugen entstammten, heute wol
ausgestorben.