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d. 5.
Bald nach den Zügen gegen die Türken rief den tapfern Emanuel
an Frankreichs Grenzen ein Krieg, den König Ludwig XIV.
aus bloßem Muthwillen begann. Denn nichtig war der Vorwand,
den er dazu aus zwei Todesfällen schöpfte. In der Rheinpfalz
erlosch nit Karl (1085) die männliche Lienie des unglücklichen
Böhmenkönigs Friedrich, und nach Recht und Vertrag bekam sein
Land Pbilipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg. Frankreichs König
begehrte bewegliche und unbewegliche Güter, auch mehrere Fürstenthümer
für Pdilipp, Herzog von Orleans, weil dieser die Schwester
des verstorbenen Karl, Charlotte, zur Ehe hatte. Das war
ecin Vorwand zum Kriege. Den zweiten gab der Tod des Erzbischoss
von Köln, Maximilian Heinrichs, aus dem wittelsbachischen
Geschlechte. Ihm folgte durch Wabl wieder ein Wittelsbacher,
Joseph Klemens, Bruder Emanuels, und schon Bischof in
Regensburg. Ihn bestätigte der Papst. Ludwig XIV. hätte aber
gerne den Straßburger Bischof, Hermann Egon von Fürstenberg,
auf dem Stuhle zu Köln gesehen. Dieser Ursachen wegen ließ
Ludwig XIV. 1088 seine Heere an Deutschlands Grenzen marschiren,
und mit unerhörter Grausamkeit wurde von ihnen die Rheinpfalz
verwüstet.
S. 0.
Dieser Krieg ging das ganze deutsche Reich an, es wurden
also die zehn Kreise aufgeboten. Die Reichstruppen sammelten sich
aber gewöhnlich nur langsam; denn die deutschen Höfe, statt in
gemeinsamer Gefahr rasch zusammen zu treten, hielten zuerst schwerfällige
Berathungen auf Reichstagen, wo ihre Gesandten nicht selten
sich stritten, ob der oder jener auf rothem oder grünem Stuhle
sitzen, seine Füsse auf den Teppich oder nur auf dessen Franzen setzen
dürfe. So ging es auch dießmal. Max Emanuel stand zuerst
mit den Seinigen am Rhein, und focht überall tapfer. Der
Krieg wurde aber nur schläfrig und zum Nachtheile der Deutschen
geführt. Emanuel hatte leider immer Zeit, während des Krieges da
und dort seinen Vergnügungen nachzugehen, und manche Summe zu
verschwenden. Der große Aufwand welchen der Krieg erforderte,
machte endlich auch Frankreich zum Frieden gencigt, der auch zu