Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Nummex  su4

Donnerstag,  12.  August  1918

 

 

dulgarssche  Regierung  darstellt,  verrate  die  Kopflosigkeit,
  walche.  diese  politische  Koalition  erfaßt
  habe.  Den  Sympathien,  welche  immer
weitere.  Kreise  Eriechenlands  en  D  Deutschen  enthegenbringen,
  sei  nichts  mehr  wie  die  sich  häufenden
  Fehler  des  Vierverbandes  zustatten  gelommen.
  Der  Vierverband  quäle  die  Ballanstaaten
  rücksichtslos,  wie  einen  leblosen  Körper,
unbekümmert  um  deren  Zuzunft,  und  nur  den
eigensten  Interessen  dienend.  Die  jüngsten  Ofserten
  Euglands  an  Bulgarien  und  Griechenland
  seien  schamlos.  Griechenland  werde  sie
in  unzweideutigster  Form  ablehnen.  Soweit  jedoch
  der  Vierverband  sich  vermesse,  griechisches
Territoxrium  an  Bulgarien  zuteilen  zu  wollen,
werde  der  Ministerpräsident  Ounaris  außer  der
Ablehnung  noch  einen  energischen  Protest  an
den  Vierverband  richten.  Der  griechische  Gewährsmann
  war  vor  wenigen  Tagen  auch  in
Nisch.  Die  Stimmung  der  serbischen  Kreise  gegen
  den  Vierderband  weise  sichllich  erbitterte
Züge  auf.  Serbien  weise  die  ihm  vom  Vierverband
  gestellten  Ansiunen  zurück.  Auch  ir
Bulgarien  werde  man  diese  Anträge  richtig  ein
zuschätgen  wissen.  Wenn  der  Vierverband,  so
solgert  diese:  Staatsmann,  die  eingeschiage.  ene
Bahn  nicht  schleunigst  verlasse,  so  werde  bald
eine  Metamorzhose  sich  vollz  iehe  n,  welche  lein
Mensch  bei  Ausbruch  des  Krieges  vorauszu
sehen  wagte,
Vattanstcaten.  zu  den  Zentralmächten.  (Z.
Athen,  9.  Aug.  Die  -englischen  Mahregeln
gegen  die  grie  chischen  Schiffe  haben  sich  in  den:
letzten  Tagen  bedeutend  verschärft.  Im  Wols
von  Euboca  werden  alle  Dampfer  unterindn:#
und  nach  Mudros  geführl.  Die  Erregung  u###
den  Vierverband  ist  im  Steigen.  Alle  #
meinden  und  Slädte  sandten  der  Negierung
Protestlelegramme  gegen  die  V  ergewaltigunge
politik  des  Vierverbandes.  Sie  beschwören  den
König  und  die  Regierung,  keinen  Fuh  griechl.
scher  Erde  abzutreten.  In  sämtlichen  Städten
Mazedoniens  bildeten  sich  Ausschüsse,  um  ünposante
  Protestdemonstrationen  zu  organisieren.
(3.)

Mlr–

Die  Stimmung  in  Rumänien.

Zürich,  16.  Aug.  Ueber  die  augenblickliche
Stimmung  in  Rumänien  berichtet  der  Bukarester
  Korrespondent  der  „Zürcher  Post“  intir
essante  Einzelhriten.  Man  fühlt  in  Bulareii.
so  sagt  der  Korrespondent,  daß  die  Zentral
mächte  nicht  gewillt  sind,  länger  zuzusehen,  wie
alles,  mas  Serbien  braucht,  anflandslos  durch
das  Land  geht,  wäl  rend  jede  Sendung  denunziert
  wird,  die  aus  Mitteleuropa  nach  der  Tür  ODÜ
kei  gehen  soll.  Die  Kriegshetzer  Mille  und  8
lipesen.  fühlen  heraus,  daß  die  Zentralmächte
bald  eine  schärfere  Tonart  hören  lassen  werden,
und  beugen  vor,  indem  sie  neuerdings  die  schärfsten
  Angrifse  gegen  Deutschland  und  Oester
reich-Ungarn  richten.  Im  übrigen  weiß  niemand,
  was  Bratiann  will.  Allerdings  verkünden
sogenannte  Eingeweihte  seit  Tagen,  daß  nicht
nur  das  Eingreifen  Rumäniens  an  der  Scite
Rupßtlands  bestimmt  sei.  sondern  sie  nennen  auch
den  Tag  dieses  Eingreifens  und  erzählen,  daß
ein  Geheimvertrag  zwischen  Rumänien  und  Ita
lien  doch  vorhanden  sei  und  daß  nach  diesen
Abkommen  Rumänien  am  15.  August  losschlane
werde.  Aber  je  weilter  die  deunchen  und  ösler
reichisch  ungarischen  Heere  in  Polen  einrücken.
um  so  weniger  wird  von  dem  15.  August  ge
sprochen.  Die  rumänischen  Militärkreise  wisten
sehr  gut,  daß  ohne  die  russische  Flanlende#kung
im  Norden  ein  Eingreifen  Numäniene  geradem
eine  Katastrophe  wäre,  und  eben  diese  russische
Flanke  ist  b.  deuilich  ins  WManten  geraten.  (.).

JIn  Albanien.

Skutari,  10.  Aug.  Angesichts  der  drohenden
  Unruhen  in  Alb##ien  ließ  der  monte
negrinische  Gouverneur  General  Waslowitsch
zahlreiche  albanische  Führer  verha##en,  die  beschuldigt
  sind,  die  Aufstandsbewegung,  die  jetzt
im  Innern  des  Landes  ausgebrochen  ist,  angestiftet
  zu  haben.  Unter  den  Verhafteten  be#
finden  sich  Said  Pascha,  der  die  Türken  in
der  Schlacht  von  Kumanowo  befehligte,  Resid
Bei  und  mehrere  Mitglieder  der  vom  Prinzen
zu  Wied  eingesetzten  albanischen  Kommission,
sowie  etwa  50  Jungtürken.  Die  Verhafteten
sind  in  N  interniert  worden.  (3.

der  Kem|  de  dardarelen.

Die  Kämpfe  auf  Gallipoli.

WTB.  Konstantinopel,  10.  Aug.  Das
Große  Hauptquartier  gibt  belannt:  An  der
Dardanellenfront  wiesen  wir  am  9.  August  nördlich
  Ari  Burun  von  neuem  einen  feindlichen
Angrif  ab  und  fügten  dem  Feinde  schwere
Verluste  zu.  Weiter  nördlich  vertrieben  wie
den  Feind  durch  einen  kräftigen  Angriff  am
Ufer,  nahmen  4  Offiziere  und  50  Mann  gefangen
  und  erbeuteten  zwei  Maschinengewehre,
serner  heliostatische  und  Telephonanlagen  und
eine  Menge  Waffen.  Bei  Ari  Burun  croberten
wir  auf  dem  linken  Flügel  durch  einen  Bajonettangriff
  einen  Teil  der  von  den  Feinden
in  den  letzten  Tagen  besetzten  Gräben  zurück.
Bei  Seddil  Fals  besetzten  wir  auf  dem  linken
Flügel  einen  groben  Teil  des  Grabens,  der
sich  t  Wschen  uns  und  dem  Feinde
#l  n  den  übrigen  Uronten  ereignete  64

#

nämlich  die  Abschwenkung  der

 

solche,  bk  ein
.st

d#e  banerischen  Verinsküsten.
Verlustliste  Nr.  209.

1.  Jnsanterie-Regiment  München.  Johann
Jos.  Perr,  Rosenheim,  d.  Unglücksf.  schw.  verwundet.


3.  Insanterie-Negiment  Augsburg.  Karl
Riedl,  Burghausen.  l.  verw.  Utffz.  Karl  Brömauer,
  Polling,  gefallen.  Anton  Böckl,  Endorf,
l.  gerw
gest.

*½  5öalheere  Regiment  Nr.  1.  Geir.
Johann  We  telsberger,  Winkl,  i.  Gefgsch.
Reserve-  Jufanterie  Regiment  Nr.  2.  Mot.

thias  Wimmer,  Winll,  schw.  verw.
Reserve-Infanterie  Negiment  Nr.  13.  Georg
Lachermeier,  Pfaffenhofen,  I.  verw.  Johann

Reinthaler,  Grafing,  l.  verw.  Gesr.  Joseph  Heigenhauser,

  Aufham,  schw.  ver.
Reserve-Infanteric-Regiment  Nr.  15.  Joh.
Sailer,  Prittriching,  verw.;  gest.  8.  7.  15.

Anton  Flammensbeck,  Aresing,  verw.;  gest.  Joseph
  Citzner,  Taufkirchen,  schw.  verw.  St
Bachmann,  Schweinsteig,  l.  verw.  Joh.  Bapt.
Meßmer,  Schönberg,  schw.  verw.  -*
Kapener,  Rosenheim,  I.  verw.  Ludwig  Schuster,
Arset  I.  verw.;  b.  d.  Truppe.  Franz  Knog“
ler,  Jacobsneuharting,  1.  verw.  Gefr.  Roman
Spindler,  Holzlirchen,  I.  verw.  Joha#nn  Aue  t,

S

Butrglirchen,  gefallen.  Lorenz  Gruber,  Chiemberg,
  L  verw.  Jalob  Kern,  Prutting,  l.  verw.;
b.  d.  Truppe.  Georg  Lutz,  Höhenrain,  I.  verw.;
b.  d.  Truppe.  Wolfgang  Winlkler,  Noitach,
schw.  verm.  Karl  Schabmeier  Cgmaticig,  1
verw.  Uiffj.  Martin  Samm,  Schwaigen,  gefallen.
  Franz  Friy,  Ampfing,  d.  Unf.  leicht

verw.  Hans  Bauer,  Rosenheim,  gesallen.  Melchior

  Unterseher,  Rohrdorf,  vermißt.

Reserve-Infanterie-Regiment  Nr.  16.  Jakob
Mayer,  Mauern,  gefallen.  Sebastian  Schmis,

Emertsham,  durch  Unfall  schw.  verw.  Sim.
Kleinschwärzer,  Kerschdorf,  schw.  verw.  Karl
Hirschheider,  Rosenh#eim,  l.  verw.  Stephan

Rotthat,  Rott,  d.  Unf.  I.  verw.  Joseph  Winterer,
  Irlham,  gefallen.  Johann  Lenz,  Unterpfaffenhofen,
  gefallen.  Offz.-Stellv.  Adolf
Schmellrieder,  Rosenheim,  l.  verw.  Ludwig
Weichselgärtner,  Isen,  geiallen.  Joh.  Fischbacher,
  Schnaitsee,  I.  verm

Landwehr-Infanterie=  Negiment  Nr.  2.  Unteroff.
  Aloio  Matheis,  Ampfing,  gefallen.  Franz
Cetschberger,  Gries,  gefallen.

Landwehr-Jufantcrie-Regiment  Nr.  3.  Martin
  Beutenrieder,  Prittriching,  l.  verw.;  b.  d.
Truppe.

Landwehr-Infanterie-Regiment  Nr.  15.  Seb.
Baumgartner,  Finsing,  l.  verw.  Gefr.  Sylvester
  Englmann,  Weichs,  l.  verw.

Reserve-Fußt  .Artillerie-Regiment  Nr.  L.  Lud
wig  Scheid,  Neitmehring,  l.  verw.

Fuß-Artillerie-Batterie  Nr.  232  (5.  Res.“
Dio.  Ferdinand  Wegener,  Kleinholzhausen,  l.
verw.

2.  Landsturm-Pionier-Komp.  1.  A.-K.  Unteroff.
  Matth.  Ncderberger,  Neichenhal.  d.  Unfall
  schw.  verl.;  gest.  12.  3.  1

Verlustliste  Nr.  210.

2.  Infanterie-Regiment  München.  Gefr.  Lorenz
  Mayer,  Bayrisch-Gmain,  l.  verw.  Gefr.
Jalob  Kopp,  Heufeld,  gefallen.

15.  Infanterie-Regiment  Neuburg  a.  D.  Ludwig
  Brand,  Miesbach,  l.  verw.

16.  Infanteric-Regiment  Passau  (Landshut.
Georg  Graspeintner,  Vachenlug,  gefallen.

17.  Infanterie-Regiment  Germereheim.
bastian  Oberauer,  Vachendorf,  l.  verw.

Neserve-Infanterie  Regiment  hrr.  3.  Andreas
Tauffat-hofer,  Urspring,  inf.  Kranlh.  gest.  4.

Se-#woe

  Infanterie-Regiment  Nr.  12.  Obkl.
Franz  Karl,  Elonn,  l.  verw.

Brigade-Ersatz-Bataillon  Nr.  1.  Mich.  Lehmayr,
  Nosenheim,  gefallen.  Bernhard  Wagner,
Trostberg,  schw.  verw.

Krelsucrsemmlung  der  Seulrumspatiei.


 

München,  10.  August.

Bei  sehr  starker  Beteiligung  aus  den  einzelnen
  Wahlbezirken  trat  gestern  die  Kreisversammlung
  der  oberbaverischen  Zentrumspartei  zusammen.
  Nach  dem  Rechenschaftsbericht  erstattete
Pfarrer  Gasteiger  das  erste  Referat  über:
„Stellungnahme  zur  Lebensmittelteuerung  und
Höchstpreise“.  Der  Referent  faßt  seine  Vorschläge
  zur  Besserung  der  Verhältuise  in  folgende
  Forderungen  zusammen:  1.  Möglichst  direkter
  Einkauf  zu  festen  Preisen.  Sammel-  und
Abnahmestellen.  Abschaffung  aller  Polizei=  und

arktvorschriften,  welche  den  direkten  Verkehr
wischen  Produzenten  und  Konsumenten  erschweren.
  Preiskontrolle  durch  die  Konlunenten
bis  getnb  zu  den  Produzenten.  3.  Zur  Regelung
  der  Fleischpreise  Schlußlicheie,  und  Festsebzung
  der  Ladenpreise  nach  Qualität,  Preisregelung
  für  Wurfstwaren,  Bestimmungen  betr.

wage.  4.  Einschränkung  des  Handels  auf

5.  Belchaffung  vaen  Z#

Joh.  18  beimaier,  Irschenberg,  vero.;
6.  1’r

ent  besitzen  und  strenge
lthutet  durch

Reich  und  Land.  6.  Ausräumung  der  Hamsterlager
  und  der  versteckten  Lager  der  großen
Firmen.  7.  Vernünftige  Preiskontrolle  auch  in
den  Außenbezirlen.  3.  Herabsehung  des  Bierpreises.
  Im  Schlußwort  ging  der  Referent  auf
die  Anregungen  der  Diskussionsredner  ein  und
sand  mit  seinen  Ausführungen  wie  namentlich
auch  mil  seiner  Mahnung  zum  Durchhalten  und
zum  Sich  ·  verstehen-  lernen  von  Konsumenten  und
Produzenten  reichsten  Beifa

Zur  Frage  der  isiealche  Jugenderziehung
erssattete  Domdekan  uber,  der  hochverdiente
  Organisatot  der  kath.  Jugendfürsorge,
das  Referat.  Der  Referent  wendet  sich  entschie
'den  gegen  die  zwangsweise  Einführung  der  mi
Arischen  Ingenderziehung.  Ebenso  darf  nicht
auf  a  d  junge  Jahrgänge  zurückgegriffen  werden.
  Redner  spricht  sich  für  *  Aller  von  elma
*17  Jahren  aus.

„Die  zukünftige  Gestaltung  der  Wirtschafts
zpolitik  mit  Oesterreich  nach  dem  Kriege“  bethandeste
  Abg.  Scharnagl.  Er  stellte  folgende

Forderungen  auf:  1.  Eine  mirtschaftliche  An-(näherung
  an  Oesterreich  nach  dem  Kriege  er
ssccheint  notwendig  und  wünschenswert,  insbesonddere
  insoweit  die  beiden  Staaten  in  erster  Linie
für  ihre  Bedürfnisse  sollen  auflommen  können.
.  Die  nolwendigen  Nücksichten  auf  unsere  land
twirtschaftliche  Produktion  sowie  auf  den  Seu
chenschuh  unseres  Vithbestandes  müssen  gewahrt
„werden.  Z.  Als  wichtiges  Gebiet  der  wirtschaft
lichen  Annäherung  sind  die  verkehrspolitischen
Fragen  zu  crachten.  Es  ist  die  bayerische  Staatsregierung
  zu  ersuchen,  gerade  von  diesem  (V=Fsichtspunlte
  aus  an  der  Gestaltung  der  Entwick
ilung  mittätig  zu  sein,  damit  unsere  baverischen
wirtschaftlichen  und  Verlehreinteressen  nach  d
östlichen  und  südöstlichen  Ländern  beitellgeynn
gefördert  werden  können.

Abg.  Scharnagl  behandelte  dann  schließlich
noch  „unser  Verhalten  zu  den  anderen  Par
teien“.  Die  Stellungnahme  der  Partei  äußert-#
sich  in  folgender  vom  Reserenten  vorgeschlagenen
und  einmütig  angenommenen  Entschlietung:
„Die  Zentrumsparlei  vermag  unter  voller  Be
rücksichtigung  ihrer  Grundsätge  den  Burgfrieden
unter  den  Parteien  zu  wahren  und  jede  wohlmei
nende  Bestrebung  auf  Auoschluh  parleipolitischen

Zanks  auch  nach  dem  Kriege  zu  unterstützen.
da  sie  von  jeher  eingetreten  ist  für  Anerkenn##na
und  Wahrung  der  monarchischen  und  staatlichen
Autoritäten,  für  Achtung  und  Festigung  der
Rechte  des  Volles,  für  Schutz  der  deutschen
Arbeit  und  für  sozialen  Ausgleich  im  Erwerbleben.
  Sollten  die  von  uns  seit  Jahren  vertre
tenen,  in  der  schweren  zeit  bestbewährten
„Grundsägze  von  irgendeiner  Seite  angergeiffen
oder  einseitig  überspannt  werden,  so  müßte:
wir  diesen  Bestrebungen  mit  sachlicher  8
aber  mit  allem  Nachdrud4  entgegengetreten.  Dir
durch  die  Kriegsverhältnisse  geschaffene  Wer
tung  der  Einwirkung  der  chriitlichen  Weltan
schauung  auf  Staat  und  öffentliches  Leben  wird
von  uns  freudigĩt  begrüßt.  Wir  erwarten,  daß
riach  dem  Kriege  hieraus  auch  die  sich  ergebende:
Folgerungen  ergeben  werden.“

r*  .
Bel-  uso  Heefondnachrinter.
Vambers,  11.  Aug.  Heute  nacht  ist  Dom

lapitular  Kapftelssenior  Mitter  v.  Stahl  a:

einem  Schlagansollle  gestorben.  Er  war  1832

in  Amberg  geboren.

NRencenr  Reuigteitcg.

München,  10.  Aug.  Die  Pilzvergislungen
haben  weilere  zwei  Todesopfer  gefordert.  Im
Krankenhaus  l.  d.  J.  ist  die  33  Jahre  aln
Maschinenmeistersgattin  Anna  Bauer  an  Pilz
vergiftung  gestorben.  Ihr  7  Jahre  altes  Tochterchen
  ist,  wie  bereils  genwder,  schon  am
Samstag  der  Vergistung  erlegen.  Mit  den
beiden  waren  am  Freitag  das  Familienhaupt
und  eine  neun  Jahre  alte  Tochter  ins  Krankenhaus
  eingeliefsert  worden.  Die  Familie  hatte
selbstgesuchte  Schwämme  gegessen.  Ferner  ilst
von  der  am  Samstag  an  Pilzvergiftung  erkranlten
  Familie  Wagner,  Eintrachtstraße  1°4
(Mutter  und  drei  Kinder),  das  jüngste  Klad,
der  achtjährige  Sohn  an  den  Folgen  der  Vergiftung
  gestorben.
Erkrankten  ist  noch  ernst.

münchen,  10.  Aug.  In  der  Dreisaltigkeitslirche
  ist  seit  Kriegsbeginn  eine  Morienstatue.
inmitte  der  Kirche  aufgestellt,  umgeben  von
Blumen  und  Kerzen,  vor  der  Andächtige  Kriegsgebete
  verrichten.  Drei  adelige  Damen,  Schwestern,
  halten  im  Oktober  v.  J.  für  die  glückliche
  Heimkehr  Fomilienangepbriger  aus  dem
Kriege  eine  goldene,  mit  Perlen  und  Brillanten
  besetzte  Brosche,  ein  alles,  sehr  seltenes
Stück  im  Mindestwerte  von  1000  Marl  gestistet.
  Mit  der  Vrosche  war  die  Statue  geschmückt,
  bis  vor  einigen  Tagen  diese  Votivgabe
  verschwunden  war.  Verdächtig  des  Dieb-#oll
  machte  ein  Kirch  enbetler.  Die  Nachforschungen
  nach  dem  anne  und  nach  der
Brosche  blieben  erfolglos.  lte  wurde  nun
durch  die  Post  der  Kirche  ein  mufrankierte  Paleichen
  zugestellt  mit  der  Adresse:  An  den
Gbeistlichen  der  Dretfaltigkeitslirche  Hartig  (Prdses).
  Als  man  die  Sendung,  die  den  Post- 



 

Das  Befinden  der  anderen

;  9)bbb  Sa#.
Kolbermoor,  10.  Aug.  Am  Montagmittae
siel  das  4½.  jährige  Mädchen  des  zurzeit  in.
Felde  slehenden  Landwehrmannes  Sebastian
(Eder  in  den  hochgehenden  Werkkanal  in  der
Nähe  des  Krankenhauses  und  wurde  bis  zur
Auerbachstraße  fortgetrieben,  ohne  daß  es  von
jemand  bemerkt  worden  wäre.  Der  des  Weges
lommende  Herr  Karl  Spindler,  Steiimele
hilfe  bei  Herrn  Bildhauer  Köppel  in  Rosenheim,
  rettete  da#  Kind  vom  Tode  des  Ertrinkens.

  Ehre  dem  waderen  Manne!

Baprischzell,  11.  Aug.  Nachdem  der  Fürst
und  die  Fürstin  von  Thurn  und  Taxris  zur
Anschaffung  einer  neuen  großen  Glocke  für  unsere
  Pfarrkirche  einen  ansehnlichen  Betrag  gespendet
  hatten,  hat  sich  ein  weiterer  Wohltäler
gefunden.  Der  Klarrerbauer  Kajetan  Leitner
von  hier  spendete  ebenfalls  eine  hohe  Summe
für  den  gleichen  Zweck.  Zum  Danle  dafür  soll
die  Glocke  bei  der  Weihe  den  Namen  Kajetan
erhalten.  Der  Klarrerbaner  sicherte  sich  damit
in  unserem  Tal  ein  dauemdes  Andenlsen,  das
sich  erneuert,  so  oft  die  Glocke  in  unseren  Vergen
  widerhallen  wird.

Gars  a.  Inn,  10.  Aug.  Das  Verdienstkreuz
  3.  Klasse  mit  Krone  und  Schwertern
wurde  dem  beim  16.  Iuf.-Ngt.  stehenden  Bauerssohn
  Andreas  Niederbauer  von  Grub  bei
Gars  a.  IJnn  verliehen.  Der  tapfere  Held  iteht
schon  das  zweitemal  vor  dem  Feinde.  Bei  Beginn
  des  Krieges  ins  Feld  gezogen,  wurde  er
im  Herbste  vorigen  Jahros  schmer  verwundet.
Nach  seiner  (benesung  lam  er  alsbald  wieder
an  die  Front.  Unsere  besten  Wünsche!

der  Opfertag  in  Nofenheim.]
Rosenheim,  11.  Aug.

Wie  in  der  Dankese  rstattung  des  Ortssammellomitees
  zu  lesen  ist,  hat  der  Opfertag  in

 

 

Nosenheim  ein  sehr  gutes  Ergebnis  gebracht,

Fast  550  1/)  Mk.  blieben  nach  Abzug  der  ganz
geringen  Ausgaben  übrig.  Davon  belam  die
Hälfte  das  Rote  Kreuz  in  München,  ein  Viertel
  die  Invalidenfürsorge,  ein  Viertel  wurde
an  unsere  Fürsorge  für  die  Angehörigen  der
Kriegsteilnehmer  abgeführt.  Da  verschiedene
Gaben  unter  Angabe  des  Zweckes  gegeben  wurden,
  so  verschiebt  sich  die  oben  angeführte  Teilung
  etwas;  so  wurden  verschiedene,  zum  Teil
größere  Gaben  für  die  notleidenden  Familien
gesrendet,  so  daß  der  Fürsorge  2000  Ml.  zugewiesen
  werden  konnten.

Der  Tag  nach  dem  Sammeltag  wurde  zum
Zählen  der  gespendeten  Gelder  verwendet.  In
der  Gesaniosielle  Sedanhof  wurde  von  früh
bie  ahenen  „  e  und  (elxrollen  gefertigt

ein  ziemlich  mühfame  und  nicht  gerade  rei
liches  Geschäft.  Beim  Oessnen  der  Büchsen  ga
es  manche  lleberraschung.  Große  und  kleine
Banknoten,  Geldstücke  aller  Sorten  kamen  zum
Vorschein.  Mit  Freude  wurden  besondere  die
sieben  Goldstücke  begrüßt,  die  sich  in  der  Dammlung
  fanden.  "

Verschiedene  große  (Gaben  wurden  gespendel.

So  übermies  uns  eine  hiesige  große  Firma
allein  5000  Mk.,  eine  andere  200  Mk.,  mehrere
je  100  Ml.,  durch  den  „Rosenheimer  Anzeiger"
murden  350  Vil.  gesanimelt,  von  denen  ein  Teil
schon  in  der  Hauptsammlung  mitgezählt  ist,
das  Konzert  brachte  452  Ml.

Kleineres  Papiergeld  gab  es  sehr  viel,  besonders
  Einmarkscheine.  Da  konnte  man  so  recht
die  Wahrnehmung  machen,  wie  schnell  sich  die  ¾l.  ·
ehemals  so  schönen  Ein-  und  Zweimarlscheine
abnũtzen  und  unscheinbar  werden.  750  einzelne
Markstücke  wurden  gezählt  und  an  Zehnerln
gab  es  sogar  4750  Stück.  Man  sieht,  der
Bitte  um  ein  Zehnerl,  die  die  Sammler  und
Sammlerinnen  so  oft  vorbrachten,  wurde  gern
und  oft  willfahrt.  Kupfer  wurde  wenig  gesunden,
  im  ganzen  bloß  um  5  Mk.  Am  Schlusse
fsüllten  die  Nollen  eine  gar  nicht  besonders
kleine  Holzkiste,  und  diese  wurde,  da  zum  Tragen
  zu  schwer,  auf  einem  Handkarren  zur  Stadtlämmerei
  befördert.

Das  Ergebnis  des  Opfertages  hat  zweierlel
Erfreuliches  gezeigt.  Einmal,  daß  unsere  Bevöllerung
  noch  Geld  zum  Geben  hat,  zum  andern,
  daß  die  Gebefreudigleit  nicht  nur  nicht
abgenommen,  sondern  gar  zugenommen  hat

und  das  will  viel  n  nach  einem  vollen

—  —

 
   
   
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
  
 
 
   
  
   
  
  

 

 

stempel  München  37  tru  fee,  sand  man
dhatin  n  die  aeloblene  Ao  —

ahr  des  Gebens
Natürlich  hat  auch  die  Organisation  der
Sammetatigieit  und  die  Freudigkeit  unserer
vielbewährten  Sammler  und  Samtlerinnen  viel  1
zum  guten  Ergebnie  beigetragen.  Vielen  Dank  r
schulden  wir  den  Herren,  die  uns  die  Musik,  -
die  sich  so  verdient  machte,  zur  Verfügung  ge-  .
ltellt  haben.  Endlich  wäre  es  geradezu  unmnklbar,
  wenn  wir  die  Presse  vergessen  wür-  —
den.  Sie  hat  einen  großen  Anteil  an  dem  1
guten  Gelingen  des  Tages.  Und  wenn  einmul  j
die  Geschichte  der.  Sanchhegganiglen.  nd  sc
jrohen  Krieges  in  Nosenheim  geschrieben  we  P%
o  muh  der  Presse  ein  elgenes  Blatt  gewid
werden.  1
Der  Opfertag  in  Tosendeim  hat  seinen  W  5
schluß  gesunden;  er  war  ein  potrsotsskes
auf  das  die  Elnwohnerschaft  tu  Ean
bin  kann.