Nummex su4
Donnerstag, 12. August 1918
dulgarssche Regierung darstellt, verrate die Kopflosigkeit,
walche. diese politische Koalition erfaßt
habe. Den Sympathien, welche immer
weitere. Kreise Eriechenlands en D Deutschen enthegenbringen,
sei nichts mehr wie die sich häufenden
Fehler des Vierverbandes zustatten gelommen.
Der Vierverband quäle die Ballanstaaten
rücksichtslos, wie einen leblosen Körper,
unbekümmert um deren Zuzunft, und nur den
eigensten Interessen dienend. Die jüngsten Ofserten
Euglands an Bulgarien und Griechenland
seien schamlos. Griechenland werde sie
in unzweideutigster Form ablehnen. Soweit jedoch
der Vierverband sich vermesse, griechisches
Territoxrium an Bulgarien zuteilen zu wollen,
werde der Ministerpräsident Ounaris außer der
Ablehnung noch einen energischen Protest an
den Vierverband richten. Der griechische Gewährsmann
war vor wenigen Tagen auch in
Nisch. Die Stimmung der serbischen Kreise gegen
den Vierderband weise sichllich erbitterte
Züge auf. Serbien weise die ihm vom Vierverband
gestellten Ansiunen zurück. Auch ir
Bulgarien werde man diese Anträge richtig ein
zuschätgen wissen. Wenn der Vierverband, so
solgert diese: Staatsmann, die eingeschiage. ene
Bahn nicht schleunigst verlasse, so werde bald
eine Metamorzhose sich vollz iehe n, welche lein
Mensch bei Ausbruch des Krieges vorauszu
sehen wagte,
Vattanstcaten. zu den Zentralmächten. (Z.
Athen, 9. Aug. Die -englischen Mahregeln
gegen die grie chischen Schiffe haben sich in den:
letzten Tagen bedeutend verschärft. Im Wols
von Euboca werden alle Dampfer unterindn:#
und nach Mudros geführl. Die Erregung u###
den Vierverband ist im Steigen. Alle #
meinden und Slädte sandten der Negierung
Protestlelegramme gegen die V ergewaltigunge
politik des Vierverbandes. Sie beschwören den
König und die Regierung, keinen Fuh griechl.
scher Erde abzutreten. In sämtlichen Städten
Mazedoniens bildeten sich Ausschüsse, um ünposante
Protestdemonstrationen zu organisieren.
(3.)
Mlr–
Die Stimmung in Rumänien.
Zürich, 16. Aug. Ueber die augenblickliche
Stimmung in Rumänien berichtet der Bukarester
Korrespondent der „Zürcher Post“ intir
essante Einzelhriten. Man fühlt in Bulareii.
so sagt der Korrespondent, daß die Zentral
mächte nicht gewillt sind, länger zuzusehen, wie
alles, mas Serbien braucht, anflandslos durch
das Land geht, wäl rend jede Sendung denunziert
wird, die aus Mitteleuropa nach der Tür ODÜ
kei gehen soll. Die Kriegshetzer Mille und 8
lipesen. fühlen heraus, daß die Zentralmächte
bald eine schärfere Tonart hören lassen werden,
und beugen vor, indem sie neuerdings die schärfsten
Angrifse gegen Deutschland und Oester
reich-Ungarn richten. Im übrigen weiß niemand,
was Bratiann will. Allerdings verkünden
sogenannte Eingeweihte seit Tagen, daß nicht
nur das Eingreifen Rumäniens an der Scite
Rupßtlands bestimmt sei. sondern sie nennen auch
den Tag dieses Eingreifens und erzählen, daß
ein Geheimvertrag zwischen Rumänien und Ita
lien doch vorhanden sei und daß nach diesen
Abkommen Rumänien am 15. August losschlane
werde. Aber je weilter die deunchen und ösler
reichisch ungarischen Heere in Polen einrücken.
um so weniger wird von dem 15. August ge
sprochen. Die rumänischen Militärkreise wisten
sehr gut, daß ohne die russische Flanlende#kung
im Norden ein Eingreifen Numäniene geradem
eine Katastrophe wäre, und eben diese russische
Flanke ist b. deuilich ins WManten geraten. (.).
JIn Albanien.
Skutari, 10. Aug. Angesichts der drohenden
Unruhen in Alb##ien ließ der monte
negrinische Gouverneur General Waslowitsch
zahlreiche albanische Führer verha##en, die beschuldigt
sind, die Aufstandsbewegung, die jetzt
im Innern des Landes ausgebrochen ist, angestiftet
zu haben. Unter den Verhafteten be#
finden sich Said Pascha, der die Türken in
der Schlacht von Kumanowo befehligte, Resid
Bei und mehrere Mitglieder der vom Prinzen
zu Wied eingesetzten albanischen Kommission,
sowie etwa 50 Jungtürken. Die Verhafteten
sind in N interniert worden. (3.
der Kem| de dardarelen.
Die Kämpfe auf Gallipoli.
WTB. Konstantinopel, 10. Aug. Das
Große Hauptquartier gibt belannt: An der
Dardanellenfront wiesen wir am 9. August nördlich
Ari Burun von neuem einen feindlichen
Angrif ab und fügten dem Feinde schwere
Verluste zu. Weiter nördlich vertrieben wie
den Feind durch einen kräftigen Angriff am
Ufer, nahmen 4 Offiziere und 50 Mann gefangen
und erbeuteten zwei Maschinengewehre,
serner heliostatische und Telephonanlagen und
eine Menge Waffen. Bei Ari Burun croberten
wir auf dem linken Flügel durch einen Bajonettangriff
einen Teil der von den Feinden
in den letzten Tagen besetzten Gräben zurück.
Bei Seddil Fals besetzten wir auf dem linken
Flügel einen groben Teil des Grabens, der
sich t Wschen uns und dem Feinde
#l n den übrigen Uronten ereignete 64
#
nämlich die Abschwenkung der
solche, bk ein
.st
d#e banerischen Verinsküsten.
Verlustliste Nr. 209.
1. Jnsanterie-Regiment München. Johann
Jos. Perr, Rosenheim, d. Unglücksf. schw. verwundet.
3. Insanterie-Negiment Augsburg. Karl
Riedl, Burghausen. l. verw. Utffz. Karl Brömauer,
Polling, gefallen. Anton Böckl, Endorf,
l. gerw
gest.
*½ 5öalheere Regiment Nr. 1. Geir.
Johann We telsberger, Winkl, i. Gefgsch.
Reserve- Jufanterie Regiment Nr. 2. Mot.
thias Wimmer, Winll, schw. verw.
Reserve-Infanterie Negiment Nr. 13. Georg
Lachermeier, Pfaffenhofen, I. verw. Johann
Reinthaler, Grafing, l. verw. Gesr. Joseph Heigenhauser,
Aufham, schw. ver.
Reserve-Infanteric-Regiment Nr. 15. Joh.
Sailer, Prittriching, verw.; gest. 8. 7. 15.
Anton Flammensbeck, Aresing, verw.; gest. Joseph
Citzner, Taufkirchen, schw. verw. St
Bachmann, Schweinsteig, l. verw. Joh. Bapt.
Meßmer, Schönberg, schw. verw. -*
Kapener, Rosenheim, I. verw. Ludwig Schuster,
Arset I. verw.; b. d. Truppe. Franz Knog“
ler, Jacobsneuharting, 1. verw. Gefr. Roman
Spindler, Holzlirchen, I. verw. Joha#nn Aue t,
S
Butrglirchen, gefallen. Lorenz Gruber, Chiemberg,
L verw. Jalob Kern, Prutting, l. verw.;
b. d. Truppe. Georg Lutz, Höhenrain, I. verw.;
b. d. Truppe. Wolfgang Winlkler, Noitach,
schw. verm. Karl Schabmeier Cgmaticig, 1
verw. Uiffj. Martin Samm, Schwaigen, gefallen.
Franz Friy, Ampfing, d. Unf. leicht
verw. Hans Bauer, Rosenheim, gesallen. Melchior
Unterseher, Rohrdorf, vermißt.
Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 16. Jakob
Mayer, Mauern, gefallen. Sebastian Schmis,
Emertsham, durch Unfall schw. verw. Sim.
Kleinschwärzer, Kerschdorf, schw. verw. Karl
Hirschheider, Rosenh#eim, l. verw. Stephan
Rotthat, Rott, d. Unf. I. verw. Joseph Winterer,
Irlham, gefallen. Johann Lenz, Unterpfaffenhofen,
gefallen. Offz.-Stellv. Adolf
Schmellrieder, Rosenheim, l. verw. Ludwig
Weichselgärtner, Isen, geiallen. Joh. Fischbacher,
Schnaitsee, I. verm
Landwehr-Infanterie= Negiment Nr. 2. Unteroff.
Aloio Matheis, Ampfing, gefallen. Franz
Cetschberger, Gries, gefallen.
Landwehr-Jufantcrie-Regiment Nr. 3. Martin
Beutenrieder, Prittriching, l. verw.; b. d.
Truppe.
Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 15. Seb.
Baumgartner, Finsing, l. verw. Gefr. Sylvester
Englmann, Weichs, l. verw.
Reserve-Fußt .Artillerie-Regiment Nr. L. Lud
wig Scheid, Neitmehring, l. verw.
Fuß-Artillerie-Batterie Nr. 232 (5. Res.“
Dio. Ferdinand Wegener, Kleinholzhausen, l.
verw.
2. Landsturm-Pionier-Komp. 1. A.-K. Unteroff.
Matth. Ncderberger, Neichenhal. d. Unfall
schw. verl.; gest. 12. 3. 1
Verlustliste Nr. 210.
2. Infanterie-Regiment München. Gefr. Lorenz
Mayer, Bayrisch-Gmain, l. verw. Gefr.
Jalob Kopp, Heufeld, gefallen.
15. Infanterie-Regiment Neuburg a. D. Ludwig
Brand, Miesbach, l. verw.
16. Infanteric-Regiment Passau (Landshut.
Georg Graspeintner, Vachenlug, gefallen.
17. Infanterie-Regiment Germereheim.
bastian Oberauer, Vachendorf, l. verw.
Neserve-Infanterie Regiment hrr. 3. Andreas
Tauffat-hofer, Urspring, inf. Kranlh. gest. 4.
Se-#woe
Infanterie-Regiment Nr. 12. Obkl.
Franz Karl, Elonn, l. verw.
Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 1. Mich. Lehmayr,
Nosenheim, gefallen. Bernhard Wagner,
Trostberg, schw. verw.
Krelsucrsemmlung der Seulrumspatiei.
München, 10. August.
Bei sehr starker Beteiligung aus den einzelnen
Wahlbezirken trat gestern die Kreisversammlung
der oberbaverischen Zentrumspartei zusammen.
Nach dem Rechenschaftsbericht erstattete
Pfarrer Gasteiger das erste Referat über:
„Stellungnahme zur Lebensmittelteuerung und
Höchstpreise“. Der Referent faßt seine Vorschläge
zur Besserung der Verhältuise in folgende
Forderungen zusammen: 1. Möglichst direkter
Einkauf zu festen Preisen. Sammel- und
Abnahmestellen. Abschaffung aller Polizei= und
arktvorschriften, welche den direkten Verkehr
wischen Produzenten und Konsumenten erschweren.
Preiskontrolle durch die Konlunenten
bis getnb zu den Produzenten. 3. Zur Regelung
der Fleischpreise Schlußlicheie, und Festsebzung
der Ladenpreise nach Qualität, Preisregelung
für Wurfstwaren, Bestimmungen betr.
wage. 4. Einschränkung des Handels auf
5. Belchaffung vaen Z#
Joh. 18 beimaier, Irschenberg, vero.;
6. 1’r
ent besitzen und strenge
lthutet durch
Reich und Land. 6. Ausräumung der Hamsterlager
und der versteckten Lager der großen
Firmen. 7. Vernünftige Preiskontrolle auch in
den Außenbezirlen. 3. Herabsehung des Bierpreises.
Im Schlußwort ging der Referent auf
die Anregungen der Diskussionsredner ein und
sand mit seinen Ausführungen wie namentlich
auch mil seiner Mahnung zum Durchhalten und
zum Sich · verstehen- lernen von Konsumenten und
Produzenten reichsten Beifa
Zur Frage der isiealche Jugenderziehung
erssattete Domdekan uber, der hochverdiente
Organisatot der kath. Jugendfürsorge,
das Referat. Der Referent wendet sich entschie
'den gegen die zwangsweise Einführung der mi
Arischen Ingenderziehung. Ebenso darf nicht
auf a d junge Jahrgänge zurückgegriffen werden.
Redner spricht sich für * Aller von elma
*17 Jahren aus.
„Die zukünftige Gestaltung der Wirtschafts
zpolitik mit Oesterreich nach dem Kriege“ bethandeste
Abg. Scharnagl. Er stellte folgende
Forderungen auf: 1. Eine mirtschaftliche An-(näherung
an Oesterreich nach dem Kriege er
ssccheint notwendig und wünschenswert, insbesonddere
insoweit die beiden Staaten in erster Linie
für ihre Bedürfnisse sollen auflommen können.
. Die nolwendigen Nücksichten auf unsere land
twirtschaftliche Produktion sowie auf den Seu
chenschuh unseres Vithbestandes müssen gewahrt
„werden. Z. Als wichtiges Gebiet der wirtschaft
lichen Annäherung sind die verkehrspolitischen
Fragen zu crachten. Es ist die bayerische Staatsregierung
zu ersuchen, gerade von diesem (V=Fsichtspunlte
aus an der Gestaltung der Entwick
ilung mittätig zu sein, damit unsere baverischen
wirtschaftlichen und Verlehreinteressen nach d
östlichen und südöstlichen Ländern beitellgeynn
gefördert werden können.
Abg. Scharnagl behandelte dann schließlich
noch „unser Verhalten zu den anderen Par
teien“. Die Stellungnahme der Partei äußert-#
sich in folgender vom Reserenten vorgeschlagenen
und einmütig angenommenen Entschlietung:
„Die Zentrumsparlei vermag unter voller Be
rücksichtigung ihrer Grundsätge den Burgfrieden
unter den Parteien zu wahren und jede wohlmei
nende Bestrebung auf Auoschluh parleipolitischen
Zanks auch nach dem Kriege zu unterstützen.
da sie von jeher eingetreten ist für Anerkenn##na
und Wahrung der monarchischen und staatlichen
Autoritäten, für Achtung und Festigung der
Rechte des Volles, für Schutz der deutschen
Arbeit und für sozialen Ausgleich im Erwerbleben.
Sollten die von uns seit Jahren vertre
tenen, in der schweren zeit bestbewährten
„Grundsägze von irgendeiner Seite angergeiffen
oder einseitig überspannt werden, so müßte:
wir diesen Bestrebungen mit sachlicher 8
aber mit allem Nachdrud4 entgegengetreten. Dir
durch die Kriegsverhältnisse geschaffene Wer
tung der Einwirkung der chriitlichen Weltan
schauung auf Staat und öffentliches Leben wird
von uns freudigĩt begrüßt. Wir erwarten, daß
riach dem Kriege hieraus auch die sich ergebende:
Folgerungen ergeben werden.“
r* .
Bel- uso Heefondnachrinter.
Vambers, 11. Aug. Heute nacht ist Dom
lapitular Kapftelssenior Mitter v. Stahl a:
einem Schlagansollle gestorben. Er war 1832
in Amberg geboren.
NRencenr Reuigteitcg.
München, 10. Aug. Die Pilzvergislungen
haben weilere zwei Todesopfer gefordert. Im
Krankenhaus l. d. J. ist die 33 Jahre aln
Maschinenmeistersgattin Anna Bauer an Pilz
vergiftung gestorben. Ihr 7 Jahre altes Tochterchen
ist, wie bereils genwder, schon am
Samstag der Vergistung erlegen. Mit den
beiden waren am Freitag das Familienhaupt
und eine neun Jahre alte Tochter ins Krankenhaus
eingeliefsert worden. Die Familie hatte
selbstgesuchte Schwämme gegessen. Ferner ilst
von der am Samstag an Pilzvergiftung erkranlten
Familie Wagner, Eintrachtstraße 1°4
(Mutter und drei Kinder), das jüngste Klad,
der achtjährige Sohn an den Folgen der Vergiftung
gestorben.
Erkrankten ist noch ernst.
münchen, 10. Aug. In der Dreisaltigkeitslirche
ist seit Kriegsbeginn eine Morienstatue.
inmitte der Kirche aufgestellt, umgeben von
Blumen und Kerzen, vor der Andächtige Kriegsgebete
verrichten. Drei adelige Damen, Schwestern,
halten im Oktober v. J. für die glückliche
Heimkehr Fomilienangepbriger aus dem
Kriege eine goldene, mit Perlen und Brillanten
besetzte Brosche, ein alles, sehr seltenes
Stück im Mindestwerte von 1000 Marl gestistet.
Mit der Vrosche war die Statue geschmückt,
bis vor einigen Tagen diese Votivgabe
verschwunden war. Verdächtig des Dieb-#oll
machte ein Kirch enbetler. Die Nachforschungen
nach dem anne und nach der
Brosche blieben erfolglos. lte wurde nun
durch die Post der Kirche ein mufrankierte Paleichen
zugestellt mit der Adresse: An den
Gbeistlichen der Dretfaltigkeitslirche Hartig (Prdses).
Als man die Sendung, die den Post-
Das Befinden der anderen
; 9)bbb Sa#.
Kolbermoor, 10. Aug. Am Montagmittae
siel das 4½. jährige Mädchen des zurzeit in.
Felde slehenden Landwehrmannes Sebastian
(Eder in den hochgehenden Werkkanal in der
Nähe des Krankenhauses und wurde bis zur
Auerbachstraße fortgetrieben, ohne daß es von
jemand bemerkt worden wäre. Der des Weges
lommende Herr Karl Spindler, Steiimele
hilfe bei Herrn Bildhauer Köppel in Rosenheim,
rettete da# Kind vom Tode des Ertrinkens.
Ehre dem waderen Manne!
Baprischzell, 11. Aug. Nachdem der Fürst
und die Fürstin von Thurn und Taxris zur
Anschaffung einer neuen großen Glocke für unsere
Pfarrkirche einen ansehnlichen Betrag gespendet
hatten, hat sich ein weiterer Wohltäler
gefunden. Der Klarrerbauer Kajetan Leitner
von hier spendete ebenfalls eine hohe Summe
für den gleichen Zweck. Zum Danle dafür soll
die Glocke bei der Weihe den Namen Kajetan
erhalten. Der Klarrerbaner sicherte sich damit
in unserem Tal ein dauemdes Andenlsen, das
sich erneuert, so oft die Glocke in unseren Vergen
widerhallen wird.
Gars a. Inn, 10. Aug. Das Verdienstkreuz
3. Klasse mit Krone und Schwertern
wurde dem beim 16. Iuf.-Ngt. stehenden Bauerssohn
Andreas Niederbauer von Grub bei
Gars a. IJnn verliehen. Der tapfere Held iteht
schon das zweitemal vor dem Feinde. Bei Beginn
des Krieges ins Feld gezogen, wurde er
im Herbste vorigen Jahros schmer verwundet.
Nach seiner (benesung lam er alsbald wieder
an die Front. Unsere besten Wünsche!
der Opfertag in Nofenheim.]
Rosenheim, 11. Aug.
Wie in der Dankese rstattung des Ortssammellomitees
zu lesen ist, hat der Opfertag in
Nosenheim ein sehr gutes Ergebnis gebracht,
Fast 550 1/) Mk. blieben nach Abzug der ganz
geringen Ausgaben übrig. Davon belam die
Hälfte das Rote Kreuz in München, ein Viertel
die Invalidenfürsorge, ein Viertel wurde
an unsere Fürsorge für die Angehörigen der
Kriegsteilnehmer abgeführt. Da verschiedene
Gaben unter Angabe des Zweckes gegeben wurden,
so verschiebt sich die oben angeführte Teilung
etwas; so wurden verschiedene, zum Teil
größere Gaben für die notleidenden Familien
gesrendet, so daß der Fürsorge 2000 Ml. zugewiesen
werden konnten.
Der Tag nach dem Sammeltag wurde zum
Zählen der gespendeten Gelder verwendet. In
der Gesaniosielle Sedanhof wurde von früh
bie ahenen „ e und (elxrollen gefertigt
ein ziemlich mühfame und nicht gerade rei
liches Geschäft. Beim Oessnen der Büchsen ga
es manche lleberraschung. Große und kleine
Banknoten, Geldstücke aller Sorten kamen zum
Vorschein. Mit Freude wurden besondere die
sieben Goldstücke begrüßt, die sich in der Dammlung
fanden. "
Verschiedene große (Gaben wurden gespendel.
So übermies uns eine hiesige große Firma
allein 5000 Mk., eine andere 200 Mk., mehrere
je 100 Ml., durch den „Rosenheimer Anzeiger"
murden 350 Vil. gesanimelt, von denen ein Teil
schon in der Hauptsammlung mitgezählt ist,
das Konzert brachte 452 Ml.
Kleineres Papiergeld gab es sehr viel, besonders
Einmarkscheine. Da konnte man so recht
die Wahrnehmung machen, wie schnell sich die ¾l. ·
ehemals so schönen Ein- und Zweimarlscheine
abnũtzen und unscheinbar werden. 750 einzelne
Markstücke wurden gezählt und an Zehnerln
gab es sogar 4750 Stück. Man sieht, der
Bitte um ein Zehnerl, die die Sammler und
Sammlerinnen so oft vorbrachten, wurde gern
und oft willfahrt. Kupfer wurde wenig gesunden,
im ganzen bloß um 5 Mk. Am Schlusse
fsüllten die Nollen eine gar nicht besonders
kleine Holzkiste, und diese wurde, da zum Tragen
zu schwer, auf einem Handkarren zur Stadtlämmerei
befördert.
Das Ergebnis des Opfertages hat zweierlel
Erfreuliches gezeigt. Einmal, daß unsere Bevöllerung
noch Geld zum Geben hat, zum andern,
daß die Gebefreudigleit nicht nur nicht
abgenommen, sondern gar zugenommen hat
und das will viel n nach einem vollen
— —
stempel München 37 tru fee, sand man
dhatin n die aeloblene Ao —
ahr des Gebens
Natürlich hat auch die Organisation der
Sammetatigieit und die Freudigkeit unserer
vielbewährten Sammler und Samtlerinnen viel 1
zum guten Ergebnie beigetragen. Vielen Dank r
schulden wir den Herren, die uns die Musik, -
die sich so verdient machte, zur Verfügung ge- .
ltellt haben. Endlich wäre es geradezu unmnklbar,
wenn wir die Presse vergessen wür- —
den. Sie hat einen großen Anteil an dem 1
guten Gelingen des Tages. Und wenn einmul j
die Geschichte der. Sanchhegganiglen. nd sc
jrohen Krieges in Nosenheim geschrieben we P%
o muh der Presse ein elgenes Blatt gewid
werden. 1
Der Opfertag in Tosendeim hat seinen W 5
schluß gesunden; er war ein potrsotsskes
auf das die Elnwohnerschaft tu Ean
bin kann.