Volltext : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1883. (60)

Nummer  120

Neosensseimer  Unzel#g

Sonntag,  27.  Mai  19

 

Schweinemetzgern  werden  deshalb  immer  geringer;
  Schweinefrischfleisch  ist  nicht  mehr  zu  haben.
münchen.  25.  Mai.  Der  Verein  für  Vogelschutz
  in  Bayern  hielt  seine  diesjährige  Generalversammlung
  im  „Domhof“  ab.  Der  ersle
WVorsitzende,  Bildhauer  MWünsche-Nottach,  erstattete
  den  Jahresbericht  und  führte  aus,  daß
auch  in  diesem  Jahre  die  prattische  Tätigkeit  des
Vereins  aus  begreiflichen  Gründen  sehr  cingeschränkt
  war.  Deshalb  wurde  das  Hauptgewicht
der  Vereinsarbeit  auf  Aufklärung  und  Belehrung
  gelegt.  Eine  größere  Anzahl  von  Eingaven
  wurde  an  die  zustänoigen  Behörden  gerichtet.
  Nechtsanwalt  Dr.  Gaubatz-Müncken  gab
als  Leiter  der  Geschäftsstelle  des  Vereins  über
deren  Betrieb  einen  Ueberblick.  Bezirkotierarzt
Dr.  Pschorr  bericktete  über  die  Erfolge,  die  der
Verein  mit  seinen  Vogelschutzanlagen  auf  der  von
ihm  geleiteten  Fohlenzuchtitation  Gamerhof  bei
Schaftlach  erzielt  habe,  die  im  Lause  des  Sommers
  wieder  besichtigt  werden  sollen.
münchen.  25.  Mai.  Die  beiden  Pfingstfelertage
  werden  wohl  viele  zu  einem  Ausflug  in
unseren  Tierpark  benutzen.  Am  1.  Feiertag  it
dort  billiger  Tag  mit  dem  Eintrittspreis  von
40  Psg.  für  Erwachsene  und  10  Pig.  für  Kinder.
  Das  Affenthrater  ist  weder  in  Betrieb  gesetzt
  und  das  Publilum  wird  sich  an  den  E  iertagen
  zum  ersten  Male  an  den  inunteren  Sprün—
gen  und  drolligen  Bewegungen  der  luitigen
Vierhänder  vergnügen  lönnen.

Bverische  Nachrschlen.

a#ôshut,  25.  Mai.  Die  Belämpfung  der  in
Niederbayern  immer  zahleeicher  auftretenden
Bisamratte  wird  jetzt  energisch  betrieben  werden.
Der  Kl.  Kreisfischercisad  verständige  für  Niederbayern
  stellt  einen  eigenen  Bisamrattenfänger
  auf.  der  ausschkienlic.  den  Fang  der  Bisamratte
  zu  betreiben  hat.

Fridelfing,  25.  Mai.  Vei  einer  Durchsuchung
  der  kricasgesangenen  Franzosen  wurden
mehrere  Photograxhien  weiblicher  Gemeindeangehöriger
  abgenommen.  Die  Photographien  dieser
  netten  Damen  werden  an  der  Gemeindetasel
  Fridolfing  zur  Ausflellung  gelangen.  Eine
solche  Kur  in  den  Freundinnen  unserer  Feinde
sehr  wohl  zu  gönnen.

Angsburg,  25.  Mai.  Aus  Thamm#ausen  trajen
  heute  150  Lanolinder  in,  die  g  eführt  von
HH.  Kgl.  Geiĩitl.  Rat  zwievel,  in  Verjolgung
des  Annäherungsgedaniens  zwischen  Staot  und

Land  hier  mit  Ablaaitung  einer  ileinen  Feier  im
Goldenen  Saal  des  Nathanses  empianden  wurden
  und  tagsüler  die  Sebenswürdigleiten  der
Stadt  und  die  Krieg  luftfahrtauseiiung  besichtigten.
  Im  Ludwigsbau  wurde  das  Mittageslen
  eingenommen.  Der  jungen  Schar,  Knaben
  und  Mädchen,  zog  die  Leine  Kapelle  des
kath.  Waisenhanses  voraus.  Die  Passanten  fänden
  an  dem  munteren  Strafenbe  lde  viel  Gesallen.


KLandsberg,  25.  Mai.  Lehter  Tage  landete
ein  Flieger  in  der  Landsberger  Gegend,  was
riele  Neugierige  herbeileate.  Dieje  Gelegen—
heit  benünte  der  Ariatiler,  die  Leute  um  Eier  anzugehen,
  und  er  hatte  Glück.  In  turzer  Zeit
halte  er  über  250  Stüc  beisammen.  Damn  gings
dahin  mit  dem  Bemerien,  daß  er  keine  Kontrolle
  von  der  Gendarmetie  zu  fürchten  hälte,
denn  in  der  Luit  droben  gibts  leine!

Dassau,  25.  Mai.  Der  Magiktrat  rshlen
die  Gemeind  eufilagen.  wie  im  Vorjahre,  auf
Prozent  anzusehen.  Die  Geiam'summe  der  Ausgaben
  des  Etats  tetragen  1  636  030  Mark  69
Pfg.,  die  der  Einnahmen  933765  Mark  79
Pis.

nürnberg.  25.  Mai.  Die  Handelslammer
Nürnberg  hat  sich  in  ihrer  Sitzung  auf  eine
Anfrage  des  Kriegsamts  Nüruberg  bezüglich
der  Einführung  der  ungeteilten  Arbeitszeit  nach
umfangreichen  Erhebungen  dahin  ausgesprochen,
  dah  diese  trotz  der  zu  erwartenden  Schwierigkeiten
  der  Kohlenversorgung  für  den  nächsien
  Winter  nicht  empsohlen  werden  kann,  vielmehr
  mit  Rüäsicht  auf  die  Ernährungsschwierigleiten,
  aber  auch  aus  anderen  Gründen  die  Belbehaltung
  der  jetzigen,  durch  eine  1—2  flünoige
Mittagpause  getrennten  Arbeits  jeit  dringend  geboten
  erscheint.

Schweinfurt,  25.  Mai.  vir  Hauptvoranschlag
  der  Stadt  Schweinfurt  für  1917  schließt
in  Einnahmen  mit  536  163  Mark,  in  Ausgaben
mit  1  706  632  Mark  ab.  Zur  Deckung  des  Fehlbetrages
  von  1  120  469  Mark  ist  eine  Gemeindeumlage
  von  150  Prozent  zu  erheben,  was  der
Stadtmagistrat  genehmigte.

Schweinfurt,  25.  Mai.  Wie  der  „Bote  aus
dem  Haßgau“  meldet,  haben  in  Ballingshausen
bei  So#weinfurt  franz.  Kriegegefangene  Gifttabretten
  ins  Wasser  und  auf  den  Weg  gestreut
und  Schlingen  rings  um  die  Ortschaft  zum  Erwürgen
  des  Geflügels  gelegt.  Entspricht  diese
Melbung  den  Tatsachen,  so  ist  solchen  Verbrechen
  gegenüber  die  strengite  Bestrafung  voll  gerechtfertigt.


Staffelstein,  25.  Mai.  In  Neubanz  ist
das  Haus  Nr.  9  sjast  vollständig  *
Die.  Besitzerin  Witlwe  Lang  befand  sich  früh
7  Uhr  in  der  Küche.  Plönzlich  hörte  se  wie  unter
  dem  Fußboden  ein  Geräusch  entstand  —#  und
in  selbigen  Augenblig  riß  der  Funboden  ab  uno

 

 

 

fiel  mit  ihr  in  die  Kellertiefe.  Obwohl  der  eingestürzte
  Hausteil  aus  großen  schweren  Quaoermauern
  bestano,  kam  Frau  Lang  wie  durch  ein
Wunder  mit  dem  Schrecken  davon  und  erlitt  nicht
die  geringste  Verlehzung.  Das  eingestürzte  Haus
et  das  älteste  der  Karrei  Banyn  und  war  bausällig.
  .

Bayuerijches  Oberland.

Des  Königs  Dank  und  Anerkennung.

Der  König  hat  an  den  K.  Staatsminister  des
Innern,  Dr.  von  Brettreich,  das  solgende  Hanoschreiben
  gerichtet:  „Mit  großer  Freude  und
Genugluung  habe  ich  aus  Ihrem  TVortrag  entnommen,
  daß  die  Frühjahrsfeldbeslellung  trotz
der  großen  Schwierigkeiten  „die  zu  überwinden
waren,  in  vollkommen  befriedigender  Weise
zu  Ende  geführt  werden  konnte.  Dies  bedeuler
einen  neuen  Sieg  der  Heimat.  Ihn  dankt  das
Laterland  in  erster  Linie  unseren  heldenhaften
  Landfraucu,  ihren  Kindern  und  den  alten
Bätern  Sie  haben  es  mit  wenigen  Hilfslräften
  in  unermürlicher  Arbeitstreue  und  zähester
Ausdauer  zultande  gebracht,  daß  unser  teuerer,
heimallicher  Boden,  von  dem  ihre  Männer,  Väter
  und  Söhne  in  bald  dr  eijährigem  blutigen
Ringen  eine  Welt  von  Feinden  abwehren,  auch
in  diesem  Jahre  wieder  Zut  bestellt  woroen  ift.
Ihnen  allen  spreche  ich  meinen  Dam  u.  meine
Anerlennung  aus.  Möge  Gott  ihre  Arbeit  durch
reichen  Erntesegen  johnen!“

 

 

Hrien,  25.  Mai.  Ein  in  weilesten  und  besonders
  in  Schützenlreisen  beltens  bekannter  Mann
und  einer  der  älteilen  Bürger  von  Prien,  penus.
Lokomotiv  führer  Fritz  Kracher,  selerte  heute  seinen
  80.  Geburtstag

Aschau,  25.  Mai.  Die  Verwalstungen  der
Gemeinden  Hohen=  und  Niederaschau  veröffentlichen
  folgende  Bekamtmachung:  Hiemit  geben
wir  bekannt,  das  mit  Rücksicht  auf  die  Beilimmungen
  unseres  zuständigen  Kommunalverbandes
  und  die  ungemein  inappen  Zuweisungen
in  diesem  Jahre  unsere  verehrl.  Sommergäste
nur  dann  bei  uns  Aufnahme  finden  lönnen,  wenn
es  ihnen  möglich  iit,  sich  mit  Lebenemtteln  volllländig
  von  ihrem  zufländigen  Kommunalrerbande
  versorgen  zu  lassen.  Wir  bitten  also,  unsere
.  wangslage  wohlwollend  berücksichtigen  zu  wollen
  und  ersuchen  unsere  verehrl.  Gäste  sich  vor
ihrer  Abreise  dies  genau  vor  Augen  zu  halten.

Bad  Aibling,  25.  Mai.  Die  Privatiersehefrau
  Barbara-  Hiigentainer  hat  sich  in  einem
Anjal  hochgradiger  Schermut  in  ihrer  Wohnung
  erhängt.  Den  Hinerblere,  jen  wenoet  sich
allgemeine  Teilnahme  3:

Bochstät",  25.  Mai.  Im  September  1916
erhiellen  Angehbrigen  des  Hilfslehrers
Muggenthaler  von  hier  die  Kunde,  daß  ihr
Sohn  auf  dem  Schlachtfelde  gesallen  it.  Groß
war  der  Schmerz  und  die  Trauner  um  den  Helden,
  die  Ublichen  Gottesdienste  wurden  abgehalten
  und  nun  erhielten  die  Angehörigen  durch
das  Schweizer  Rote  Kreuz  die  Botsck  aft,  daß
Muggenthaler  lebt  und  sich  in  Gesangenschaft
befindet,  angeblich  in  Afrila.  Von  dem  Toltge-Lgianbten
  liegt  bioher  keine  Nachricht  vor.

RNamerberg,  25.  Mai.  Der  Blenenzuchtver.
ein  hielt  im  Gailbaus  Sedlmeier  eine  Versammlung
  ab.  Zuvor  gab  Kreiswanderlehrer
Schreiber  aus  Münden  am  Bienenstand  des
Vorstandes  Lindinder  praitische  Ratschläge  für
die  Bienenzucht.  In  der  Versammlung  sprach
er  dann  uber  den  Wert  der  Bienenzucht  und
deren  Produkte.  Zum  Schluß  folgte  eine  Verteilung
  von  Akazien  und  Stachelbeersträuchern.

Barrischzell,  25.  Mai.  Am  Pfingitmontag
wiro  im  Teicherschen  Gasthaus  zu  Hammer  der
Mühieningenieur  Stephan  Steinmen  auf  eincr
Versammiung  der  Chriftlichen  Bauernvereinsodmannschaften
  Gisckachau,  Bayrischzell  und
Hundhum  eine  brennende  Frage  bek#ndeln:  1.
Mein  Getreideverarbeitungsrerfahren  und  ein
neucs  Brotdackverfahren.  2.  Wie  läßt  sich  die
Wohltat  dieser  Reformen  der  Allgemeinheit,
insbesondere  den  Bewohnern  des  Leigach=  uno
Aurachtales  zunächst  teilweise  und  in  absehbarer
zeit  voll  zuwenden?  Der  auf  dem  Gebiele  der
Brotreformarbeit  bereits  seit  zwei  Jahrzehnten
mit  Erfolg  tätige  und  durch  seine  bezügl.  Aufllärungsschriften
  belannte  Mühlentechniker
Steinmetz  ist  Besitzer  der  Reformmühle  „Deutsche
  Mühle“  in  Berlin,  übrigens  ein  bayeriscker
Landemann.  Er  hat  schon  lange  vor  der  Zeit,  da
die  hochprozentige  Ausmahlung  des  Getteides
eine  Kriegsnotwendigleit  geworden  ist,  das  Getreide
  zu  93  Prozent  ausgemahlen,  allerdings
mit  besserem  Erfolge,  als  es  den  auf  die  Troklenreinigung
  des  Getreides  eingestellten  Möhlen
möglich  ist.  Steinmetz  wird  unter  Vorzeigung
von  Mehl=  und  Brolproben  den  Nachweis  erbringen,
  daß  es  heute  sehr  wohl  möglich  ist,  ein
vollwertiges  und  doch  reines  Mehl,  sowic  ein

die

nahr=  und  schmackhaftes  Brot  herzustellen  und

hiebei  noch  um  10  Prozent  mehr  Mehl  und  um
btwa  den  gleichen  Prozentsatz  mehr  Brot  zu  ereugen.
  Das  wäre  in  der  Tat  eine  hocherfreuliche

Pfingstbotschast.  nickht  allein  für  die  Bewohner  des

Leitzach=  und  Auracktiales,  sondern  für  das  ganze
deutsche  Volk.

—.——

 

Ebersberg,  25.  Mai.  In  der  „Münchener
Zeitung“  vom  3.  Mai  ist  die  Bekanntmachung
des  Bezirksamts  Ebersberg  enthalten,  die  sich
in  Anbetracht  der  Lebensmittelknappheit  gegen
die  Aufnahme  von  Sommerfrischlern  in  den
Gemeinden  des  Bezirls  wendet  mit  dem  Hinweis,

das,  die  Sommerfrische  vielfack  nur  von  Leuten
ausgesucht  wird,  die  „die  Oede  ihres  untätigen
Daseins  durch  einen  Landaufenthalt  unterbrechen
  wollen“.  Das  Müncdeener  Blatt  beamtanocte
  diesen  Satz.  Jethzt  schreibt  unser  Marlimagistrat,
  daß  Ebersberg  nicht  zu  jenen  Kommunalverbänden
  gehört,  die  eigens  Lebensmittel
zugewiesen  erhalten;  die  Bekanntgabe  sei  daher
in  dem  auferordentlich  knapp  geit  tellten  Bezirk
ein  Gebot  der  Not  und  es  sollte  mit  ihr,  die  leineswege
  allgemein  gehalten  war,  nur  gesagt
sein  „das.,  die  Grose#ädter  in  dieser  ernsten  Zeit,
in  der  so  viele  Neldgraue  froh  wären,  sich  statt
im  Schützengraben  in  einer  Großstadt  ausfhalten
  zu  können,  auf  einen  Landausenthalt  unlichst
  rerzichten  sollten,  „besonders  solche,  dle
eine  Erholung  nicht  unbedingt  notwendig  haben.“
  Am  Schluf  heißt  es  in  dem  Schreiben:
„Es  liegt  uns  deswegen  selbn  tver  tändlich  serne,

ben  Bewohnern  einer  Gros#fladt  den  Landaufenthalt
  zu  misgönnen.  Gerade  im  Marlie
Eber-  öberg  sellft  hat  man  durchwegs  Verftändnie

  dafür,  das.  der  Großilädter  Erholung  braucht,
auch  hat  in  Erkenntnis  dessen  die  Marktgemeinde
  Ebersberg  schon  nid.  t  unledeutende  Opfer  ge-Vracht,
  um  ihren  Gästen  den  Aujenthalt  hier
möglichit  angenehm  zu  mad.en.  Aber  Krieg  und
Frieoen  it  eben  zweierlei  und  die  ohnelin  zu
inappen  Vorräte  auch  nock  mit  den  Fremden  zu
teilen  das  geht  eben  nicht“"“  In  der  gleichen
Angelegenheit  schreibt  aud  der  Mrielrsverband
für  den  Osten  Münchens,  daß  er  die  vom  Bezirlsamt
  Ebersberg  gewählle  Form  als  einen
bedauerlichen,  aber  sicher  nicht  gewollten  Mißgriff
  betrachte.  der  Verlehrsverland  verweist
daraus,  das  infolge  der  leidigen  Hamsterei  die
Lebensmittelrersorgung  der  Einwohner  des  Bezirlsamts
  Ebersberg,  soweit  sie  nicht  Selb#tversorger
  sind,  schwieriger  und  schlechler  geworden
sei  alo  in  München.

Teisendorf,  25.  Mai.  Der  Kirchenpfleger
Kaufmann  Hans  Jollhauser  hat  am  Portal  zur
Wiarriirche.  eine  hübsche  Krieger-Ehrentasel  geschaffen,
  die  auf  einem  Hintergrund  von  künttlichen
  Eich  enblättern  die  Kopjbi  ldnisse  der  sämtlichen
  in  der  Pfarrei  Teisendorf  gefallenen  Helden
und  ihre  Namen  nebit  Zugebbrigleit  enthält.
Das  ganze  i't  ungemein  wirkungsvoll.  in  einen
ron  Bilehauer  Enielbert  Wohlfart  geschninten
Holzrahmen  H’neingelegt  der  das  Eiserne  Kreuz
und  die  Jahreszalll  1914  als  Beiwerk  uthau
Visher  sind  von  der  Pfarrei  nahezu  107  He
matföhne  gesallen.  Sinnig  int  die  Aufschrift  *
der  Heldentajel:  „Den  Helden  der  Helden!“

Tußling  (Obb.),  25.  Mai.  Das  diamantene
Priesterjubilänm  begeht  am  25.  Juli  Geistlicher
Rat  Joseph  Pleringer,  Marltdenefiziat  dall#er.
ole  581=  Jahre  wirkte  der  Jubilar  in  der

Dizzese  Passau.  Geistl.  Rat  Pieringer  ill  am  18.
Wie  ärz  1333  zu  Wegscheid  geboren  und  trog  seines
  hoben  Alters  geistig  und  lörperlich  noch
frisch.  Cine  99jahrige  Schweiter  lebt  Lei  ihm,  und
erfreut  sich  ebenso  noch  beier  Gesundheit.

 

Elen  nener  Hamstererkaß.

Die  „Korr.  Hoffmann“,  teilt  mit:  Der  private
sog.  wilde  Auflauf  von  Lebensmitteln  hat  seit
dem  Erlas  des  Mmisteriums  des  Innern  vom
9.  Mätz  1917  einen  Umsang  angenommen,  der
dringende  Besorgnisse  erwecken  mun.  Aus  allen
Teilen  des  Landes  wird  gemelde  t,  daß  Scharen
ron  Verbrauchern  auf  dem  Lande  aufukaufen
suchen,  was  sie  erhalten  können,  namentlich  Eier,
Butter,  Schmalz  und  Kartoffeln,  sehr  oft  unter
Ueberschreitung  der  Höd  stpreise  und  über  den
nächsten  cigenen  Bedarf,  vielfach  auch  zum
Zweck  des  Weiterverkaufes.  Insbesondere  ist  erwiesen,
  dasß  in  vielen  Fällen  solchermaß,n  gelaufte

  Waren  an  Schleic  händler  und  außer
Landes  gehen.  Dadurch  wird  die  öffentliche

Sammlung  aufs  Schwerite  becinträchtigt  und
gejährdet  und  das  gerade  in  einer  Zeit,  in
der  es  darauf  anlommt,  bei  Butier  u.  Eiern
aus  den  Ueberschüssen  eben  dieser  Monale  den
Winterbedarf  der  Allgemeinheit  sicherzustellen,
bei  Kartofseln  aber  zur  Linderung  der  Kartofselnot
  der  Städte  die  letzten  Mengen  herauszuben
  uno  gerecht  zu  verteilen.

In  der  Tat  haben  die  Lieferungsergebnisse  von
Vutter  und  Eiern  schon  aus#erordentlich  gelitten:
  Bezirke,  die  erhebliche  Mengen  zur  geregelten
  Versorgung  des  ganzen  Landes  aufbringen
lönnten,  müssen  sogar  zur  notdürftigen  Versorgung
  ihrer  Versorgungsberechtigten  Zusc  üsse
aus  den  Landesvorräten  beanspruchen,  weil  die
in  ihnen  erzeugten  Buttermengen  zum  großen
Teil  heimlich  an  private  Aufkäufer  u.  Schlel#“
bändler  weggelen.  Auch  die  Milchlieferung  zu
den  Städten  wird  in  eininen  Bezirken  dadurch
ungünstig  beeinfluft.  daß  die  Landwirte  lieder
Butter  herktellen,  die  ihnen  unter  Ueberschreitung
  des  Höchlstpreises  abgenommen  wird.  Es
wäre  in  der  Tat  nach  dem  Urteil  aller  für  die
Sammeltätigkeit  verantwortlichen  Stellen  (Bezirlsämter,
  Leiter  der  Sammelstellen  usw.,  die
Winterversorgung  schwer  geführdel,  wenn  nicht
alebald  dem  wilden  Aufkauf  die  zum  Bellen  der
Hemeinschaft  der  Vearbraucher  notwendigen

·  Grenzen

 

gezogen  würden.  Zudem  hat  die
Auftauf  Formen  der  Zudringlichleit  uno
Belältigung  ungenommen,  die  viellach  zu  ei
Gesähroung  der  öllentlichen  Rul  und  Ordn
geworden  sind  und  berechtigte  Klagen  weite
landwirtschtaftliczer  Kreise  reranlassen.  2
Erscheinungen  sino  umso  bedeutlicher,  je  m
wir  uns  der  Reise  des  Feldgemüsen  von  O
und  Frühlartoffeln  nähern,  bie  -  gle
salls  gefährdet  würden.

Aus  diesen  Gründen  hat  das  Winisterium
Innern  in  einem  eben  erschienenen  Erlasse
Frage  des  privaten  Auflauls  neuerlich  Siell
genommen.  Es  verwei'l  zunächit  darauf,  1
lich  seit  dem  Erlaß  vom  .  Mätz  auch  wicht
rechtliche  Voraussetzungen  für  die  damalige  —
lungnahme  der  Staatsregierung  geändert
ben.  Es  sind  nämlich  für  Getreide,  Hülsenfe#
te,  Mehl  und  Kartosseln  durch  die  bekannt
Ende  März  ergangenen  Anordnungen
Neichslanzlers  und  des  Präsidenten  des  Krie
ernährungsamtes  die  dem  Selbitversorger
bekassenden  Mengen  soweit  herabgesent,  daß
sparnisse,  aus  denen  freiwillige  Abgaben
macht  werden  lönnten,  ni4t  mehr  iu  Betei
lommen;  alle  entbehrlichen  Mengen  an  di.
Crüchten  werden  weiter,  namentlich  nun  nach
Karloffeinot,  mit  den  schäriten  Maßnahn
zum  Teil  mit  militärischer  Hilfe  herausgezog
durch  eine  neuerliche  Belanntmack#.#des  7
sidenten  des  Kriegoernährungsamles  vom
Mai  ist  serner  auch  der  privale  Verlauf  ½
Fleisch  und  Fleischwaren  aus  Hausschiacht
gen  den  Erzeugern  verboten  worden,  eine  M
nahme,  die  zur  Belämpfung  des  gerade  D
flark  entwickelten  Schleichhandels  und  Schiel
wesens  notwendig  war.  Nach  diesen  Anordun
lann  ein  privater  Erwerb  von  Mehl,  Hül
stüchten,  Kartoffeln  beim  Erzeuger,  endlich
der  Kauf  von  Fleisch  aus  Haussclachtungen  n
mehr  in  Betracht  tommen.  Das  Minitterium
innert  ferner  daran,  das,  auch  fur  Eier,  Bu
und  Schmalz  ein  Recht  am  priraten  Vemg  we
durch  den  Erlanzm  vom  9.  März,  nock  sonn
anerlannt  worden  sei.  Es  un  Uchreibt  erneut

Zweck  dieses  Etlas  es,  der  dahin  ging,  im
#ug.  lleinliches  Vorgehen  zu  vermeiden,  u.  in
seit,  das,  diese  Abricht  vielfach  in  der  rete
lichitten  Weise  mis  braugt  worden  i#l.  Sol
Miüldräuchen  des  Erlasses  vom  9.  Mürz  und
chen  bedentlicken  Auswüchsen  privater  Vergung
  zum  Schaden  der  Algemeinheeir  n
entgegengetreten  werden.  J  nobesondere  lön
das  scharenweise  Absuden  Kne  r  Orte  und
genden,  das  Fortschleppen  groser  Mengen
Lelensmitteln,  sowie  die  Zudringlichteilen.
läftigungen  und  Vedrohungen,  die  vielfach
Begleiterscheinungen  des  wilden  Auftauss
obachtlet  werden,  nicht  qeduldet  werden.
Schutze  der  den  Vorschrifien  sichk  unterordnen
Verbraucher  und  der  L  andwirte  wie  zum  Sch
unserer  gesamten  lünftigen  Voils  bernahrung.

Die  kräsftige  Sprache  des  soeben  erschiene:
Hamiterierlasses  wird  nian  mit  Rachicht  auft
Ausartung  des  Erwerbs  lleiner  2  orrate
wilden  ungezügelten  Auflauf  nur  begrüßen:
nen,  und  war  im  Sinne  einer  durchausen
wendigen  Ausnahme,  die  aber  nicht  zu  b##r
liger  Schilane  ausarten  darf.  Der  Aue##
veritändiger  Kontrollorgane  mird  man  ½
greite  Augenmert  zuwencen  mussen.  92
keimen  wir  nicht  unterlaise.  u.  darauf  LL
sen,  daf,  die  Negierung  durch  Versäumnis  r
zeitiger  sachgemäser  Ausl  irung  vie  lfach  1
Voden  zu  derartig  unerfreuli  chen  Ersch  einun.
bereitet  hat.  Im  ganzen  inm  der  neue  Erlaf#
den  Kommunalverbänden  Lestimmte  Nechie
Unterbindung  dez  Hamsterne  in  die  Hand  gi
eine  durchaus  notwendiee  Mahnung  an  die  ?#
rölkerung,  dem  Ernit  unserel  gegenwärtigen:
ge  mit  allem  Nachdruck  Red  nung  zu  tragen.
wirkiichen  Besserungen  kann  der  Erlas  aber:
bei  einer  verständigen  Handhakung  fuhren.

Kuchliche  Nachrichlen.

ierjahr!.  undertseier  der  Ref
mation.  Der  Konig  hat  geno  migi,  daß
rierten  Jahrhunderkfeier  der  Neformation
31.  Ollober  1917  in  den  protenantischen  K
chen  im  diesrheinisc.  en  Bayern  ein  Feitnot#
dienst  mit  Predigt  und  Abendmahlejeier  ab
halten  werde.  Am  1.  November  finden  Sch
goltesdienste  für  die  prot.  Schüler  der  Vol
Dauptschulen,  der  Fortbildungeschulen  un  i
hleren  Lehr=  und  Unterrichtsanftalten  ###r
31.  Oktober  wird  eine  Sammlung  in  den  1½

Kirchen  im  dieorheinischen  Bayern  zum  Bi
der  evangelisch-  utherisa  en  Diaspora  im  Jula
und  Ausland  veranitaltet  werden,  die  insbent
dere  auch  den  ourck  den  Krieg  geschädig
Kirchengebicten  und  Gemeinden  zugute  lo#mn
soll.  Im  WVollzuge  dieser  Entschlief  ung  ord
das  prot.  Oberkonsikorium  an,  das  die  Jut
seier  der  Reformalion  in  sämtlichen  Gemeint
am  31.  COltober  als  ausserordentiiches  lird  ii
Feit  begangen  werde.

 

Restauranau  Nariausel

Schönster  Au:sflugsort.
u¼  Std.  v.  Bad  Albling  18  Std.  v.  Holbermo
Kassee  mit  Kuchen,  Apfelwe#  wigene  Pelter
Sremdenzimmer,  Uoorbäder.
4462  Besiher  Delatri