den die genauesten Berechnungen und Beobachtungen angestellt.
Während des Einschießens sind Beobachter in geeignet gelegenen
Wäldchen vor der Front aufgestellt, die telephonisch mit der Bedienung
verbunden find und melden, in welchem Verhältnis zum
Ziel der Aufschlag erfolgt. Wenn ein Ding von der Größe
dieser Geschosse aus einer Höhe von einigen Kilometern herabkommt,
kann ja kein von Menschenhänden errichteter Bau widerstehen!
Im Fort. Nr. I konnte man auch die Wirkung der Geschosse
sehen. Ein Schuß hatte den ringförmigen Panzer der Kuppel des
größten Panzerturms getroffen, war durch diesen wohl einen halben
Meter dicken Panzer hindurchgegangen wie durch Butter und
hatte dann noch fünf Meter Beton durchschlagen. Durch einen
sinnreichen Mechanismus ist das Geschoß so eingerichtet, daß es
erst ein paar Sekunden nach dem Auftreffen explodiert. Es hat,
wie die Deutschen sagen, einen Zünder mit Verzögerung. Daher
ist seine Wirkung so furchtbar.
Kruppsche Ingenieure waren zurzeit damit beschäftigt, die
Forts von Namur und Lüttich wieder instand zu setzen, und bedeutende
Arbeitermassen hatten vollauf damit zu tun. Durch die
Instandsetzung der eroberten Befestigungen verstärken die Deutschen
ihre strategische Stellung und können große Truppenkontingente
freimachen und in andere Gegenden schicken.
Welche Wirkung diese schwere Artillerie auf die Besatzung der
beschossenen Forts ausübt, kann man aus der Tatsache ermessen,
daß in einem Fort siebzig Prozent der Verteidiger fielen und
dreißig Prozent schwer verwundet wurden. Unter den Verwundeten
war in einem solchen Falle der tapfere General Leman, der
in der Gefangenschaft seinen Degen wieder erhielt. In einem
andern Fort fand man vierzig unverwundete, aber tote Soldaten.
Sie waren offenbar durch die Gase der Geschosse getötet oder im
Betonstaub erstickt, der aufs unheimlichste aufwirbelt und überall
eindringt. Der Luftdruck hatte auch viele gegen die Kasemattenwände
geschleudert; sie wurden mit zerschmetterter Hirnschale aufgefunden.
Eine der Lehren, die man aus dem jetzigen Kriege ziehen zu
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