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unbedingt erforderlich, überall da, wo es nur irgend möglich
ist, die Transporte vorwegzunehmen. Allen am Güterverkehr
beteiligten Wirtschaftskreisen, Industrie und Handel
ebenso wie der Landwirtschaft und den Kommunalverbänden,
wird daher eine planmäßige Vorsorge dringend nahegelegt.
Veder Einzelne kann auf diese Weise zur glatten Abwicklung
des Güterverkehrs in der kommenden Herbst- und Wintersdeit
und damit zur reibungslosen Versorgung mit dringenden
Bedarfsgütern wirksam beitragen. Die Kriegsamtstellen
sind zur weitestgehenden Unterstützung aller bezüglichen
Maßnahmen angewiesen.
Im übrigen enthebt die günstigere Verkehrslage nicht
von der Verpflichtung, alle unwirtschaftlichen Güterbewegungen
zu vermeiden, vielmehr gilt es, wenn ein Rückschlag
vermieden werden soll, auch weiterhin die kriegswirtschaftlichen
Verkehrsforderungen genauestens zu beachten:
Keine unnötigen Transportel — Moöglichst aus der
Nähe beziehen!
Schiff statt Bahn; auf kurzen Strecken Fuhrwerk oder
Kraftwagen!
Laderaum ausnutzen! Ladegewicht ausnutzen bis zur
angeschriebenen Tragfähigkeit!
Zusammenfassung von Teilwagenladungen verschiedener
Firmen eines Platzes an einen Empfänger!
Nicht mehr Wagen anfordern, als fristgerecht entladen
werden können! Bei zu starkem Eingang telegraphische Genachrichtigung
der Versender, daß sie weitere Sendungen
zurückhalten!
Die Wagen schnellstens ent- und beladen! Mas in der
gewöhnlichen Arbeitszeit nicht bewältigt werden kann, muß
bei Nacht oder am Sonntag geschafft werden, denn der
Wagenumlauf muß unbedingt beschleunigt werden, und die
Bahnhöfe müssen freibleiben! s-"
Entlastung der Bahn 6öroh-Berlin-Spandau
durch Einrichtung eines
Schiffspendelverkehrs.
Seit Beginn des Krieges ist die Grob-Verliner Privatund
Berlin ein sehr reger Güterverkehr.
Zur Bewältigung dieses umfangreichen Verkehrs dient
in erster Linie die Eisenbahn, daneben werden Kraftwagen
und Fuhrwerke verwandt.
Die Beförderung durch letztere ist allmählich sehr zurückgegangen:
den Firmen fehlt es an den erforderlichen Kraftwagen,
sowie an den nötigen Betriebsstoffen, und die Beförderung
von Stückalltern durch Lohnfuhrwerke stieß wegen
Futtermangels, sowie der schlechten Beschaffenheit der von
Verlin nach Spandau führenden Straßen auf immer
größere Schwierigkeiten, so daß die Fuhrherren sich weigerten,
den weiten Weg nach Spandau zu unternehmen.
Die Forderung hoher Fuhrlöhne stellte eine weitere Er-Kricgsc##.
Mmiliche Mlitteflmgen und Machrichen
Diese Schwierigkeiten bewirkten, daß die Bewältiaun
des Güterverkehrs zwischen Spandau und Qroh-.Verlinh gur
Hauptsache der Eifenbahn oblag, was eine Ueberlastung der
Bahnstrecke und daher unliebsame Verzögerungen in der
Güterbeförderung zur Folge hatte. · --«
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Jahres durch die Schiffahrtsabteilung beim Srfin Reeses
eisenbahnwesens die Einrichtung eines Schiffspendelverkehrs
zwischen Groß-Berlin und Spandau getroffen worden. Eine
wesentliche Vorbedingung für die Einrichtung eines solchen
Wasserverkehrs war durch die Tatsache gegeben, daß sich die
Berliner Induftrie zum größten Teil in der Nähe des
Wassers, teils an der Spree, teils an den Kanälen niedergelassen
bat, und daß auch sämtliche Spandauer Institute
über eigene Wasserumschlagstellen verfügen.
Die Durchführung des neuen Wasserverkehrs ist der
Neuen Norddeutschen Flußdampfschiffahrts-Gesellschaft in
Berlin, Kronprinzen-Ufer 17, übertragen worden. Die Einlieferung
von Gütern durch die Privatfirmen kann jederzeit
an folgenden Annahmestellen unter Beifügung des Ladescheines
(käuflich bei der Neuen Norddeutschen Flußdampf-=FEiffabrts=
Gesellschaft) in dreifacher Ausfertigung erolgen:
am Kronprinzen--Ufer,
im Urbanhafen vor dem Hause Planufer 78,
im Städt. ÖOsthafen, .
am Hafenplatz, Hallesches Ufer, rechts unterhalb der Anhalter
Eisenbahnbrüccke,
Charlottenburg, oberhalb der Schloßbrücke, am Krau 4,
Tempelhokhaken, "
Oberhafen Neukölln.
Von den Nebenlade- und Löschstellen werden die Güter
zur Hauptlade- und Löschstelle auf dem Wasserwege befördert.
Die Regelung der Frachtberechnungp erfolgt auf Grund
von Vereinbarungen zwischen den einzelnen Instituten und
den Firmen in Anlehnung an die bisher für den Eisenbahntransport
mit den Firmen getroffenen Abmachungen.
Die Häufigkeit des Verkehrs richtet sich nach dem Bedürfnis;
mindestens jedoch soll alle zwei Tage ein Dampfer
abgefertigt werden. Der Abgang der Dampfer wird den
empfangenden Instituten telephonisch mitgeteilt. Die
empfangenden Institute sind zu sofortiger Abfertigung der
Dampfer verpflichtet. Auch an Sonntagen und Feiertagen
findet Entladen bezw. Einladen statt.
Wenn auch die Einrichtung dieses Pendelverkehrs erst
zu kurze Zeit in Wirksfamkeit ist, als daß über seinen praktischen
Wert ein abschließendes Urteil gefällt werden könnte,
so steht doch zu erwarten, daß durch ihn eine wesentliche, im
Intereste einer schnellen Güterbeförderung unbedingt nötige
Entlastung der Eisenbahn Groß-Berlin — Spandau eintreten
wird, da sämtliche mit den Instituten in Geschäftsverbindung
stehenden Groß-Berliner Firmen zu möglichster
Benutzung des Wasserweges angewiesen worden sind.
Bei der Schiffahrtsabteilung beim Chef des Feldeisenbahnwesens
werden Anskünfte über den Verkehr auf Hausapparat
88—834 gegeben. Fernsprechorschlüsse der Schifffahrtsabteilung
find: Zentrum 351k bir 6581.