Full text : Bismarck und das päpstliche Rom.

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der  die  hochverdienten  Orden  der  Jesuiten,  Redemptoristen,
Lazaristen,  die  Kongregationen  vom  ‚Heiligen  Geist‘  und  vom
„sacre  Coeur‘  aufgelöst  hatte,  um  welche  das  bedrängte  ‚‚katholische‘‘
  Volk  in  Deutschland  trauerte  und  weinte.

Zur  Rechtfertigung  der  so  jähen  Abdankung  des  nationalen
Heros  ward  verbreitet,  daß  der  75  jährige  im  Gefolge  übermäßigen
Genusses  von  Alkohol  und  Gebrauch  von  Morphium  um  seine
Geisteskraft  gekommen  sei.  Der  Kaiser  selbst  legte  dem  Gerücht
solches  Gewicht  bei,  daß  er  Bismarcks  Leibarzt,  Schweninger,
um  Auskunft  darüber  anging,  der  das  Gerede  nicht  bestimmt  und
scharf  genug  als  ‚„Lüge‘‘  stempeln  konnte.

Auch  diese  Verleumdung,  welche  dazu  angetan  war,  mit
dem  so  Verhaßten,  ein  für  allemal  aufzuräumen,  war  nur  zu  willkommenes
  Wasser  auf  die  Mühle  der  Römlinge.  ‚‚Er,  der  alle
Gegner  bis  aufs  Blut  bekämpfte,  mißhandelt,‘‘  tröstete  sich  der
so  „gut‘‘  katholische  Münchener  Pamphletist  in  seiner  christlichen
  Frömmigkeit  in  etwas,  ‚die  Kerker  gefüllt,  Tausende
verbannt,  das  Familienglück  Unzähliger  zerstört,  selbst  die  Besten
und  Edelsten,  selbst  den  Heiligen  des  Herrn  verfolgt  hat,  erscheint
nun  selbst  dem  Verfolgungswahn  verfallen  zu  sein,  falls  nicht
Alkohol  oderMorphium  noch  Schlimmeres  ahnen  lassen!  Sehen
wir  so  das  unglückselige  unrühmliche  Ende  des  neuesten  Kirchenverfolgers,
  müssen  wir  da  nicht  bewundernd  ausrufen:  Hic  est
digitus  Dei!?‘“  Dies  ist  der  Finger  Gottes!

Als  im  Sommer  1892,  gelegentlich  der  Reise  des  Verfehmten
zur  Hochzeit  seines  ältesten  Sohnes  nach  Wien  die  dankbare  Begeisterung
  des  deutschen  Volkes  für  seinen  greisen  verstoßenen
Helden  mit  elementarer  Gewalt  zum  Durchbruch  kam,  so  daß
sie  auch  im  „katholischen‘‘  Wien  und  München  alle  Dämme  durchbrach,
  die  Massen-Wallfahrten  nach  Kissingen  und  Friedrichsruh
einsetzten,  war  das  für  die  fanatischen  Römlinge  nur  ein  Grund
mehr,  Gift  und  Galle  zu  speien,  ihn  nach  Kräften  zu  —  begeifern.
Jener  Graf  Ballestrem,  der  schlesische  Magnat  und  päpstliche
Kammerherr,  der  seinerzeit,  gelegentlich  der  Debatte  über  das
Kissinger  Attentat,  dem  Fürsten  Reichskanzler  im  offenen  Reichstage
  ‚„‚Pfuil‘“  ins  Gesicht  gerufen  hatte,  suchte  ihn  jetzt  wegen
der  Ansprache  und  die  ihm  huldigenden  Volksmassen  als  einen
„herumreisenden  Sozialdemokraten‘‘  abzufertigen!

Dem  derart  Verschimpfierten  war  diese  scharfe  Vorkehrung
der  Unversöhnlichkeit  der  Römlinge  dem  Schöpfer  des  Deutschen