26 I. Polizeiverwaltung.
5. Die Ortspolizeibehörde muß ferner den militärischen Befehlshaber
fortwährend in Kenntniß erhalten, daß nach den gemachten
Einrichtungen auch unausgesetzt verfahren werde, und ihm von
den periodischen Untersuchungen der Feuerlöschanstalten, und was
dahin gehört, vorher immer Nachricht geben. Dem militärischen
Befehlshaber steht es frei, sich durch Hinsendung einer Militärperson
von der Ausführung zu überzeugen. Bei vorgefundenen
Mängeln ist demselben zwar nur eine Nachfrage gestattet, bei
nicht befriedigender Antwort darauf, ist er aber verpflichtet, die
Sache in der im vorigen § bestimmten Art höhern Orts zur
Sprache zu bringen.
Findet der militärische Befehlshaber es unter besondern
Umständen unumgänglich nöthig, selbst thätig einzugreifen, so
thut er es auf eigene Verantwortlichkeit, und muß sich nachher
ausweisen, daß solches zur Abwendung großer Unglücksfälle
durchaus nothwendig war.
6. Werden Abänderungen in den gemachten Einrichtungen durch
eintretende Umstände nöthig, so gehen solche von der Civilbehörde
aus, und es wird, wie § 3, 4 und 5, verfahren.
7. Im Kriege, besonders in bedroheten Festungen, treten natürlicher
Weise andere Verhältnisse ein, die sich hauptsächlich nur
aus den Umständen ergeben können.
Anlage H (zu Anmerkung 5 d).
Allgemeine Verfügung des Ministers des Innern, des Finanzministers, des
Ministers für öffentliche Arbeiten und des Landwirthschaftsministers, betreffend
Bestimmungen über militärische Hülfskommandos bei Nothständen. Vom
28. Februar 1899 (MB. 35).
Beifolgend übersenden wir einen Abdruck der zwischen dem Herrn Kriegsminister
und uns vereinbarten, durch Allerh. Ordre vom 6. Januar d. J. genehmigten
„Bestimmungen über militärische Hülfskommandos bei öffentlichen
Nothständen“ (Anl. a), welche an Stelle der bisherigen „Allgemeinen Gesichtspunkte
für die Gestaltung von militärischen Kommandos zur Hülfeleistung bei
etwa eintretender Wassersnoth“ vom 19. März 1891 (MBl. S. 50) getreten sind,
zur Kenntnißnahme.
a) Bestimmungen über militärische Hülfskommandos bei öffentlichen
Nothständen.
1. Die Stellung militärischer Hülfskommandos findet nur bei thatsächlich
bereits eingetretenen oder ersichtlich unmittelbar bevorstehenden Nothständen statt,
wenn andere Hülfe nicht ausreichend zu erlangen ist und zwar:
« a) bei Gefahr für Leben oder Eigenthum,
b) ausnahmsweise bei erheblichen Störungen des öffentlichen Verkehrs.