Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

 

 

 

Der  A  —
und  Gelertagel.  —

 

 

 

 

 

 

 

Die  eintpaltige  eile  im  ——  hastet  10  Df.,  die  5or  im  Neklommeteil  90  Pf.
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Fernsprecher:  Verlag  und  Nedaktlon  —  72-Inserolen-Ablellung  Nr.  24

 

 

RNosenheimer  Tagblakt

Amtliches  Publikalions-Organ.
El———————————z—-——tuse—l—————————————

 

Eine  neue  Niederlage  der  Engländer  in  Mesopotamien
Mehrere  Tausend  Engländer  gefallen.

Erfolgreiche  Kämpfe  auf  der

Westfront.  —  Die  Annahme  der  englischen  Wehrpflichtvorlage,

—  Englands  Kriegshetze  in

Portugal.  —  Glatter  Fortgang  der  Entwaffnung  der  Montenegriner.  —  Prinz  Mürko  in  Podgoritza.  —  In  Skatart  12  Geschütze
erbeutet.  —  Schwedens  Neutralitätspolittk.

un  57.  17117  des  ruschee  .

Die  riegsisge.
MTB.  Großes  Hauptquaxrtlex,  den
25.  Jamar,  vormittags.  Amtlich.

Westlicher  Kriegsschauplass.

In  Flandern  nahm  unsere  Artillerie  die  feindlichen
  Stellungen  unter  starkes  Feuer.  Patrouillen,
  die  an  einzelnen  Siellen  in  die  stark
zerschossenen  Gräben  des  Feindes  eindrangen,
stellten  große  Verluste  bei  ihm  fest.  Wir  machten
  einige  Gefangene  und  erbeuteten  vier  Min#Amerfer.


Der  Templerturm  und  die  Kathedrale  von
Nieuport,  die  dem  Feinde  gute  Beobachtungsstellen
  boten,  wurden  umgelegt.

Oestlich  von  Neurille  griffen  unsere  Truppen
im  Anschluß  an  eine  erfolgreiche  Minensprengung
  Teile  der  vordersten  französischen  Gräben
an,  erbeuteten  drei  Moaschinengewehre  und  machten
  über  100  Gefangene.  Mehrfach  angesetzte
seindliche  Angrifseversuche  gegen  die  gewonnenen
  Stellungen  kamen  über  klägliche  Anfänge
nicht  hinaus.  Nur  einzelne  beherzte  Leute  verließen
  ihre  Gräben,  sie  wurden  niedergeschossen.

Ein  deutsches  Flugzeuggeschwader  griff  die
militärischen  Anlagen  von  Nancy  und  den  Flughafen
  von  Baccarat  an.  Ein  feindlicher  Doppeldecker
  fiel  bei  St.  Benoit  nordwestlich  von
Thiaucourt  mit  seinen  Insassen  unversehrt  in
unsere  Hände.

Oestlicher  Krlegsschauplatz.  «

Russische  Vorstöße  wurden  an  verschiedenen
Stellen  leicht  abgewiesen.

Galk##-Kriegssaupla,=Nichts

  Neues.

Oberste  —
—  Wle  r  .  "
Der  amtliche  öfsterreichische  Vericht-WITB.

  Wien,  25.  Jan.  Amtlich  wird  gemeldet:


NMaflicher  Aicgam##.

Gestern  standen  wieder  verschiedene  Teile  unserer
  Nordostfront  unter  russischem  Geschützfeuer.
  An  vielen  Stellen  war  die  Aufklärungstätigkeit
  des  Feindes  sehr  lebhaft.

Italienischer  Kriegsschauplat#.

An  der  Tiroler  Front  beschoß  die  feindliche
Artillerie  die  Ortschaften  Creto  (Judikarien)
und  Caldonazzo  (Sugana-Tal).

Am  Görzer  Brückenkopf  sind  bei  Oslavija
„  der  Kämpfe  im  Gange.

Gestern  Abend  war  die  Tätigkeit  der  italienischen
  Artillerie  an  der  küstenländischen  Front
sichtlich  lebhafter.

Valken-Krtegeschauplas.  -

Die  Entwaffnung  des  montenegrinischen  Heeres

  geht  nach  wie  nax  glatt  von  statten.  Ueber- 



Dir,  Kaiser,  auf  dem  deutschen  Thron,
Der  wild  ummogt  vom  Waffenklang,
Dir  naht  ein  treuer,  deutscher  Sohn,
Mit  seinem  schlichten  Weihgesang.

 

A  —14

Dein  Name  klingt  von  Land  zu  Meer,
Dein,  Wille  gilt,  drum  lenk’  ihn  Gott!

Damit  an  Teinem  stolzen  t
Sich  bricht  der  Feinde  Gift  und  Spott.

Dein  Volk  ist  gut,  treu  Deine  Schar,
Drum  schirme  unser  altes  Recht,

Daß  neu  erglänze  unser  Aar

Und  niedersinkt,  was  falsch  und  schlecht.

Kiefersfelden.

Ludwig  Lintner.

 

all,  ro  unsere  Truppen  hinkommen,  liefern  die
montenegrinischen  Bataillone  unter  dem  Kommando
  ihrer  Offiziere  ohne  Zögern  ihre  Wasfen
  ab.

Zahlreiche  Abteilungen  aus  Gegenden,  die
noch  nicht  von  uns  besetzt  sind,  haben  bei  unseren
  Vorposten  ihre  Vereitwilligleit  zur  Waffenstreckung
  angeboten.

In  Skutari  erbeuteten  wir  12  Geschütze,  500
Gerehre  und  2  Maschinengewehre.

Alle  aus  feindlichem  Lager  stammenden  Berichte
  über  Kämpfe  in  Montenegro  sind  frei
erfunden.

Daß  der  König  sein  Land  und  sein  Heer  verlassen
  hat,  bestätigtl  sich.  In  wessen  Händen
derzeit  die  tatsächliche  Regierungsgewalt  ist
läßt  sich  noch  nicht  mit  Bestimmtheit  feststellen.
ist  aber  für  das  militärische  Ergebnis  des  montenegrinischen
  Feldzuges  völlig  bedeutungelos.
Der  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalstabs

p.  Höfer,  Feldmarschalleutnant.

 

Enlhüllungen  über  Monlenegro.

Ueber  die  Schueiz  wird  der  „Münch.  Post“
von  besonderer  Seile  aus  Italien  geschrieben:

Aus  dem  anicheinenden  Tahumabohn  der
Nachrichten  über  Montenegros  Haltung,  die  in
der  letzten  Woche  durch  ganz  Europa  liefen,
kann  niemand  llar  werden,  der  nicht  die  geheimen
  Fäden  kennt,  die  den  König  schließlich
zu  seiner  Flucht,  anders  lann  man  seine  Abreise
  nicht  bezeichnen,  jogen:  Als  der  Lovcen
erstürmt  war  (nicht,  wie  die  Ententepresse  sofort
  behauptete:  infolge  geheimer  Vereinbarungen
  von  den  Montenegrinern  geräumt  ward)
und  die  k.  u.  k.  Truppen  Cetinje  besetzten,  beschloß
  Konig  Nikita,  der  schon  am  7.  Jonuar
den  Oesterreichern  Friedensverhandlungen  angeloten
  hatte.  nochmals  an  sie  heranzutreten.
So  erfolgte  die  Sendung  der  montenegrinischen
Minister-Parlamentäre  am  13.  Januar  nach
Celinje.  Von  österreichisch-ungarischer  Seite  war
als  Vorbedingung  für  diese  Verhandlungen  die
Forderung  der  Waffenstreckung  gestellt.  Da  zugleich
  aus  der  königlichen  Villa  Ada  in  Rom
infolge  des  großen  Kriegsrales,  der  am  11.  Fanuar
  dort  staltgesunden  hatte,  Briefe  einliefen,
die  Nilita  den  Rat  gaben,  unter  allen  Umständen

  mit  Oesterreich-Ungarn  alzuschlietzen,  so
ging  der  König  in  ehrlicher  Absicht  auf  den
österreichischen  Vorschlag  ein.  Die  später  durg

den  neuen  Miniĩterpraĩidenten  Lazar  Miul  lovic
in  die  Welt  geschickte  Version,  Nilitna  hade  uuscheinbar

  klein  beigegeben,  um  sein  Heer  *
zu  ketten.  daß  die  Oesterreicher  nich:  ueiter
gingen,  u  irft  ja  auf  die  polilische  Moral  Morenegros
  ein  eigentumliches  Licht,  in  aber  in
Wahrleit  nichts  anderes  wie  eine  glatie  Luge.

Kaum  murde  die  Nackricht  von  der  ll-#ererfung
  Montenegros  in  Paris  und  London  bekannt,
  als  man  sich  an  leiden  Orten  darüber
klar  war,  welchen  schlimmen  Eindruck  und  welche
Folgen  dieser  erite  Separatfrieden  habem
könnte;  da  man  aber  die  eigentlichen  „Schaldigen“
  noch  mehr  in  Rom  als  in  Cetinje  vermutete,
  ward  am  Tiker  mit  den  Närknen  Mint
teln  gearbeitet,  um  die  Sache  ruckgangig  i
machen.  Barr###re,  der  Botschafter  Frankreichr,
degab  sich  noch  am  Abend  des  rvn
16.  Januar  zu  Sonnino  und  beischte  von  ilin
  den  itärkilen  Ausdruden,  die  bart  an  D  rot
ungen  grenzten,  man  folle  den  mon  ienegrini  schen
Frieden  rückgängig  machen.  Ar  nachtten  Mor
gen  bearbeitete  in  gleicher  Wene  Reneil  Rodd,
der  engliche  Boncchakter.  den  italienischen  M
niner  des  Aeußeren.  Diesem  blieb  nichs  andere
übrig.  als  in  der  Ailla  Ada  wiulellen,
man  müsse  sich  ins  Unvermeidliche  fugen.  de
rauf  grobe  neue  Beratung  zwischen  dem  Konigepaar.
  Sonnino,  Salandra,  Zuppelli  und  Tor:
die  zwar  ergab,  man  lönne  nich:  ur  zuutrelbor
Hilse  über  die  Adria  Nikila  senden.,  aber  ma
müsse  ihn  doch  auffordern.  wortbrüchig  zu  wer
den.  Nur  solle  dies  in  einer  geschickten  Forno
geschehen.

Dann  geheime  Zusammenkun't  Viktor  Emanuels
  mit  dem  in  Süditalien  weilenden  Prinzen
  Mirlo  von  Montenegro,  der  der  Führer
der  chauvinistischen  Ullras  des  kleinen  Landes
ist.  Bei  dieser  Enirevue  wurden  die  Nollen
für  die  nun  flatlfindende  Romödie  ausgeleilt.
Zugleich  gab  man  der  Konigin  Milena  und
ihren  Töchtern  Wera  und  Tenia,  um  Jtalien
nicht  weiter  zu  kompromittieren,  den  Rat,  das
Ziel  ihrer  Flucht  nicht  in  Rom  zu  suchen,  sordern
  auf  französischen  Boden  sich  zu  begeben.
Was  sie  auch  taten,  da  sie  über  Brindifi,  wo  sio
nur  eine  auffallend  kurze  Zusammenkunft  mit
dem  italienischen  Königspaar  hatien,  nach  Lyo#n
fuhren.

In  Montenegro  haite  sich  unrerdessen  f##
gendes  begeben:  Der  Konig,  der  in  Slua#n
weilte,  forderte  „sein  Volt““  aus,  die  Wafsean
  Oesterreich  abzuliefern.  Dies  geschah  auch  ##
allgemeinen  ohne  jeden  Zwischenfall,  der  grite

eil  des  Heeres  war  auch  miit  der  Kapitula:  i
einverstandenNukcmklcmcrutlond
opnzedthcnckalcMutooccu11d«1iulooic  Izssz
den.opponime.DashatteNilitackcnso-.rx:-s
andeklletckgabeqchmdcrtwtebschmcs
der  Besatzung  des  Berges  Taraboich  bei
tari,  die  Waffen  zu  strecken.  Uebrigens  sloitendie
  beiden  Genecräle,  da  ihre  Partei  im  Öte.
zu  schwach  sich  ern  ies,  selbst  zu  den  Serben.

Aber  es  lief  zunächst  ein  Telegram.
montenegrinischen  Generalkonsuls  in  Paris  c1.

 

die  Entente  bestände  auf  Fortsetzung  des  Kan#p