Full text : Eperimentelle und kritische Beiträge zur Neubearbeitung der Vereinbarungen. I. Band. (1)

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Rot  stets  auf  einen  Skalenteil  genau  geschehen.  Der  Rückschluß  von  solcher  Ablesung
auf  die  Zuckerkonzentration  geschieht  dann  so,  daß  man  auf  der  Absorptionskurve
den  Punkt  aufsucht,  welcher  der  Ablesung  (einem  bestimmten  Abszissenwert)  entspricht
und  hierauf  an  der  Ordinate  den  zugehörigen  Logarithmus  der  Konzentration  entnimmt.

Es  ist  klar,  daß  die  Untersuchung  der  Absorption  sich  auf  eine  bestimmte  und
stets  gleichbleibende  Schichtdicke  zu  beziehen  hat,  und  daß  zur  vollständigen  Definition
  entsprechender  Angaben  auch  eine  bestimmte  Öffnung  des  Spektroskopspaltes
und  eine  bestimmte  Beleuchtung  gehören.  Im  vorliegenden  Fall  geschah  die  Beobachtung
  mit  einem  Spalt  von  !/,  mm  Breite,  beleuchtet  wurde  mit  einem  Auerbrenner
  in  1  m  Entfernung  vom  Spalt.  Als  Absorptionsgefäß  diente  ein  Glastrog  mit
planparallelen  Wänden  von  11  mm  lichter  Weite,  der  dicht  vor  dem  Spalt  aufgestellt
und  mit  der  Farblösung  angefüllt  wird.  Zur  Wahl  eines  Gefäßes  mit  11  mm  Weite
bestimmte  der  Umstand,  daß  solche  Gefäße  im  Handel  erhältlich  und  auch  in  allen
Laboratorien,  welche  mit  spektroskopischen  Apparaten  ausgerüstet  sind,  vorrätig  sind,
da  sie  zur  Aufnahme  des  Schulzschen  Glaswürfels  dienen  und  in  der  quantitativen
Spektralanalyse  allgemein  verwendet  werden.

Die  Furolreaktion  tritt  mit  sämtlichen  Kohlenhydraten  ein,  sodaß  man  eigentlich
mit  ihr  nur  die  Summe  der  vorhandenen  Kohlenhydrate  bestimmen  kann.  In  den
in  Betracht  kommenden  Auszügen  überwiegt  jedoch  die  Glukose  so  sehr,  daß  die  für
die  gesamten  Kohlenhydrate  gefundenen  Werte  bis  auf  einen  meist  zu  vernachlässigenden
Fehler  als  Glukose  betrachtet  werden  können.

Bedenklicher  erscheint  es,  daß  auch  die  Eiweißkörper  die  Furolreaktion  geben,
worin  man  einen  Beweis  für  die  Existenz  einer  Kohlenhydratgruppe  in  den  Eiweißen
erblickt!).  Zwar  ist  nach  meinen  Bestimmungen  die  Stärke  der  Furolreaktion  bei
Fibrin  (aus  Blut),  Albumin  (aus  Ei),  Kasein,  Witte-Pepton,  Mercks-Pepton  (e  carne)
rund  dreißigmal  schwächer  als  bei  Glukoselösung,  doch  können  trotzdem  erhebliche
Fehlanzeigen  dadurch  entstehen,  wenn,  wie  im  Blutserum,  Eiweißharn  und  auch  in
kalt  bereiteten  wässerigen  Fleischauszügen,  die  Menge  der  anwesenden  gelösten  Proteine
diejenige  des  Zuckers  um  ein  vielfaches  übertrifft.  Es  ist  aber  einfach,  sich  gegen
diese  Fehlerquelle  zu  schützen,  da  die  hier  in  Betracht  kommenden  Albumine  und
Globuline  durch  Kochen  der  zu  prüfenden  Flüssigkeit  leicht  abzuscheiden  sind.  Dagegen
  bleiben  bei  dieser  Behandlung  das  Hämoglobin  und  der  Leim  in  Lösung.  Für
diese_  Stoffe  aber  konnte  festgestellt  bezw.  bestätigt  werden,  daß  sie  die  Furolreaktion
nicht  in  meßbarer  Stärke  geben.

Die  Genauigkeit,  mit  der  aus  der  Absorptionskurve  auf  den  Gehalt  geschlossen
werden  kann,  ist  nicht  groß.  Sie  ist  einerseits  beschränkt  durch  die  Unschärfe  des
Übergangs  von  Hell  zu  Dunkel  an  der  Grenze  des  Absorptionsbandes,  welche  nicht
erlaubt,  diese  Grenze  genauer  als  auf  einen  Teilstrich  der  Skala  des  Instrumentes
anzugeben,  andererseits  dadurch,  daß  die  Wiederherstellbarkeit  der  Reaktion  ungefähr
in  derselben  Breite  (von  einem  Teilstrich  unserer  Skala)  schwankt.  Hierdurch  bestimmt
sich  die  Fehlergrenze  auf  rund  20°,  des  absoluten  Wertes  des  Gehalts.

1)  Udransky,  Zeitschr.  physiol.  Chem.  12,  393  (1888).
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