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man Sachsen gegenüber entsprechende Maßnahmen ergreifen
müßte.“ Aber diese Drohung half nicht, Sachsen trat offen als
Bundesgenosse Oesterreichs hervor.
Inzwischen wuchs in Oesterreich die kriegslustige Stimmung
immer mehr und die Kleinstaaten, durch die Aenderung, welche
Preußen in der Bundesverfassung vorgenommen wissen wollte,
in ihrer bisherigen Stellung und Bedeutung bedroht, gingen
mit wenigen Ausnahmen offen oder im Stillen in das feindliche
Lager über und besprachen sich auf einer Conferenz zu Bamberg
über gemeinsames Handeln. Am Bunde brachten sie den Antrag
auf allgemeine Abrüstung ein, daneben aber rüsteten sie sich selbst
auf das Eifrigste.
Die nunmehr bekannt werdenden detaillirten Forderungen
der preußischen Regierung in Betreff einer Umgestaltung des
Bundesverhältnisses waren, so maßvoll sie sich hielten, nicht
geeignet, die mit Oesterreich gehenden Mittel= und Kleinstaaten
günstiger zu stimmen. Oesterreich seinerseits aber bereitete
sich mit aller Anstrengung auf einen Krieg zur Demüthigung
Breußens vor. Die erste Woche des Juni brachte die Entscheidung.
Oesterreich ordnete sich am 1. Juni durch Erklärung in
Frankfurt in der Schleswig-Holsteinischen Sache dem Bunde
unter und es zeigte zugleich an, daß sein Statthalter in Holstein
angewiesen sei, die dortigen Stände auf den 11. Juni einzuberufen,
was einer Vorberathung der Proklamirung des Erbprinzen
Friedrich zum Herzog durch die Landesvertretung gleichkam
und ganz entschieden gegen das preußische Mitbesitzerrecht und
die Bestimmungen des Gasteiner Vertrages verstieß.
Frankreich, England und Rußland hatten sich mittlerweile
bemüht, den drohenden Conflict zwischen Preußen und Italien
einerseits und Oesterreich mit der Majorität der deutschen Mittelstaaten
andererseits aufzuhalten. Conferenzen in Paris wurden
zur Verständigung vorgeschlagen. In Berlin und Florenz
erklärte man seine Bereitwilligkeit; Oesterreich hingegen verwei-