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schaftskörper aus den Droduktivkräften Deutschlands zu formen. In diesem
Fall würde noch heute das Bürgertum republikanisch denken, denn
Republikanismus ist in Ländern mit monarchischer Gewöhnung die Derzweiflung
an der Leistungskraft der Mlonarchie, gerade wie erneuter
Tapoleonismus in Frankreich Derzweiflung an der Republik ist. Solange
aber der deutsche Imperator sich als gegebenen Führer zur weiteren Entwickelung
darstellt, hat er eine Macht, die unerschütterlich ist, denn niemand
garantiert so gut wie er die Derteidigung des deutschen Lebens nach außen.
Deutschland muß eine starke auswärtige Holitik führen,
weil es eine neue Großmacht ist. Wir hören öfter aus wohlgesinntem
nationalen Munde die Weltlage Deutschlands so darstellen, als seien wir
allein die friedlichen Lämmer, alle anderen Nationen aber seien reißende
Wölfe mit fletschenden Sähnen und blutgierigen Augen. Eine solche Darstellung
ist einfach dumm. Man braucht nur einmal längere Seit Deutschland
durch die Brille ausländischer Blätter zu betrachten, um zu wissen,
daß wir draußen keineswegs als schneeweißes Weltgeschichtsschäfchen
gelten. Die Wahrheit ist doch vielmehr folgende: durch die preußischdeutschen
Siege von 1866 und 1870 ist eine völlige Derschiebung im
„Gleichgewicht“ von Europa eingetreten, unser neues Kaisertum hat das
habsburgische Kaisertum in den Schatten gestellt und das napolecnische
Kaisertum gestürzt, Berlin hat sich zur Dauptstadt des westlichen Kontinents
gemacht, das früher gespaltene, gedrückte, verlachte Deutschtum ist
zur maßgebenden Hotenz zwischen Rußland und England geworden, aus
Machtlosigkeit wurde Alacht, und neue Macht ist für andere stets drückend.
Wir Deutschen sind die neuesten Revolutionäre in der europäischen Familie,
die Teute, die den Schlaf des Erdteils zum letztenmal in entscheidender
Weise gestört haben. Daß unser Dolk das tat, war sein gutes Recht vor
Gott und Menschen, es wollte nach langen Jahrhunderten des Elends
auch einmal den Hlatz an der Sonne haben. Wir sind froh und glücklich,
daß es gelungen ist, die Reichseinheit und Macht zu gründen, aber wir
halten es für einfältige Sentimentalität, wenn wir nun nach dem allen
tun wollten, als hätten wir kein Wässerchen getrübt. Weil wir Nation
sein wollten, müssen wir auch offen und gern die Folgen tragen, die sich
aus der Erfüllung dieses Wollens ergeben. Wir müssen mit dem Wiß-12